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11/18/2009 15:15

Streifzüge in die Welt des Kleinsten - Die Max-Planck-Gesellschaft präsentiert aktuelle Forschungsprojekte im Deutschen Museum

Barbara Abrell Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

    Ganz nah dran an aktueller Forschung präsentiert sich ab dem 19. November das Zentrum Neue Technologien (ZNT). In der neuen Dauerausstellung des Deutschen Museums können Besucher erleben, wie sich Bio- und Nanotechnologie entwickelt haben, welche Erkenntnisse und Erfindungen wir diesen Disziplinen bereits verdanken und welche Fortschritte wir von ihnen noch erhoffen dürfen.

    Die Max-Planck-Gesellschaft beteiligt sich als Wissenschaftspartner an diesem Panoptikum jüngster wissenschaftlicher Durchbrüche, und das aus gutem Grund: "Ohne Grundlagenforschung, an den Grenzen des Wissens wären die Errungenschaften, die in der Ausstellung zu bestaunen sind, undenkbar", sagt Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft: "Wir haben uns dieser Forschung verschrieben. Ich freue mich sehr, dass sie im Zentrum Neue Technologien so ansprechend vermittelt wird."

    Fünf Projekte aus Max-Planck-Instituten sind in die Ausstellung integriert - sie reichen von der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms bis hin zu Nanolichtquellen für die Elektronik von Morgen. Darüber hinaus können sich die Besucher an einer Themeninsel einen Eindruck über das ganze Forschungsspektrum der Max-Planck-Gesellschaft verschaffen, das von schwarzen Löchern bis zur Energieversorgung in biologischen Zellen und von der Suche nach dem Ursprung der Masse bis zur Bildsprache mittelalterlicher Säulen reicht. "Diese Ausstellung bietet eine hervorragende Gelegenheit, einem breiten Publikum nahezubringen, wie wichtig und spannend Grundlagenforschung ist", sagt Christina Beck, Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft: "Wir wollen ganz besonders Schüler ansprechen, um sie für die Wissenschaft zu begeistern und neugierig zu machen."

    Pure Neugier treibt gerade auch Grundlagenforscher an. Svante Pääbo etwa möchte herausfinden, was den Mensch zum Menschen macht. Der gleichnamige Ausstellungsteil zeigt, wie er mit seinen Mitarbeitern am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig das Erbgut eines Neandertalers aus 40.000 Jahre alten Überresten entziffert und rekonstruiert.

    Auf den ersten Blick weniger spektakulär, wirken die grünen Wassermolche, die Thilo Borchardt und Thomas Braun in ihren Aquarien züchten. Auf den zweiten Blick dafür umso mehr. Denn die Gliedmaßen und selbst das Herz dieser Amphibienart regenerieren sich nach einer Verletzung vollständig. Am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim erforschen Borchardt und Braun, welche Gene dem Molch diese Fähigkeit geben. Dabei suchen sie auch nach Möglichkeiten, durch einen Infarkt geschädigtes Gewebe des menschlichen Herzens zu heilen.

    "Der Glasschwamm als Nanoarchitekt" zeigt, dass die Natur die Nanotechnik erfunden hat. Die Natur verwendet schon lange Werkstoffe, denen Nanostrukturen besondere Eigenschaften geben. Solche Werkstoffe untersucht der Materialwissenschaftler Peter Fratzl am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung - den Tiefseeschwamm Euplectella etwa. Dieser festigt sein Glasskelett, indem er nanoskopische Silikatteilchen mit Proteinen zu Glasfasern verklebt. Die Strukturen, die Fratzl und sein Team bei ihren grundlegenden Untersuchungen in der Natur finden, dienen als Vorbilder für neue Werkstoffe.

    Ohne tiefgreifendes Verständnis der Natur können auch Vladimir Talalaev und seine Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle ihr Ziel nicht erreichen: Sie möchten Silizium zum Leuchten bringen, um es als relativ einfach zu produzierende Lichtquelle in Computern einzusetzen, die mit Licht statt Elektronen rechnen. Von Natur aus leuchtet Silizium nicht. Mithilfe der Nanotechnik entlocken Vladimir Talalaev und seine Kollegen ihm dennoch Licht.

    Die besonderen Eigenschaften von Nanomaterialien nutzen Forscher um Markus Antonietti am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung ebenfalls aus, wenn sie nanoporöse Membranen für Brennstoffzellen entwickeln, um diese viel effektiver zu machen.

    Nano- und Biotechnologie sind bei Weitem nicht die einzigen Forschungsgebiete, auf denen die Max-Planck-Gesellschaft aktiv ist. Einen guten Überblick über die Forschung in den derzeit 80 Max-Planck-Instituten und Einrichtungen gibt die Max-Planck-Themeninsel. Dort sind kurze Porträts aller Institute zu finden, die "Bilder aus der Wissenschaft" laden zum eigenen Nachforschen ein. Und jeweils drei Institute präsentieren dort eines ihrer Forschungsthemen ausführlicher:

    Zur Eröffnung der Ausstellung zeigt das Max-Planck-Institut für Biochemie, was die Kryo-Elektronentomografie über die Struktur des Herpes-Virus verrät. Diese neue Methode, die Elektronenmikroskopie und Tomografie kombiniert, haben Max-Planck-Forscher entwickelt. Mithilfe ihrer dreidimensionalen Bilder ermöglichen es die Forscher dem Besucher des ZNT das Herpes-Virus schichtweise zu entblättern. Sie wollen mit der neuen Sicht des Herpes-Virus enthüllen, wie es im Detail eine Zelle infiziert.

    Der Suche nach dem Higgs-Teilchen widmet das Max-Planck-Institut für Physik seine Präsentation. Das Higgs-Teilchen ist an dem Mechanismus beteiligt, der Materie Masse gibt - wenn die Theorien der Teilchenphysiker stimmen. Am Large Hadron Collider, kurz LHC, einem neuen Teilchenbeschleuniger am CERN in Genf, wollen Physiker unter anderem der Max-Planck-Gesellschaft genau das beweisen, indem sie das Teilchen aufspüren.

    Vielen sicher unbekannt: auch das Kunsthistorische Institut in Florenz ist Teil der Max-Planck-Gesellschaft. Im ZNT stellt es das Projekt CENOBIUM vor, das romanische Kreuzgangskapitelle für Forschung, Denkmalpflege und Lehre multimedial zugänglich macht. Austausch und Kooperationen unter den Künstlern des Mittelmeerraums im 12. und 13. Jahrhundert können die Forscher so untersuchen; die Besucher können dies am Beispiel eines Säulenkapitells aus dem Kreuzgang des Klosters Monreale auf Sizilien ausprobieren.

    Die drei Projekte werden für ein Jahr zu sehen sein, danach folgen ihnen drei neue Beispiele aus dem breiten Forschungsspektrum der Max-Planck-Gesellschaft.

    Weitere Informationen erhalten Sie von:

    Dr. Andrea Wegener
    Max-Planck-Gesellschaft, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Tel.: +49 89 2108-2354
    E-Mail: wegener@gv.mpg.de


    More information:

    http://www.deutsches-museum.de/ausstellungen/neue-technologien/ - Das Zentrum Neue Technologien im Deutschen Museum
    http://213.155.73.172/tvsender/stations/mpg/index.asp?VideoNr=578&player=2 - Faszinierende Biomaterialien und der Tiefseeschwamm Euplectella (Film)
    http://213.155.73.172/tvsender/stations/mpg/index.asp?VideoNr=369&player=2 - Ein neues Herz - Lernen von einer amerikanischen Molchart (Film)


    Images

    Vorbilder der Natur: Die Faseranordnung des Tiefseeschwammes Euplectella (oben) diente schon als Vorbild für architektonische Bauten. Der Grünliche Wassermolch, Notophthalmus viridescens (unten), kann sein Herz nach einer Verletzung vollständig regenerieren
    Vorbilder der Natur: Die Faseranordnung des Tiefseeschwammes Euplectella (oben) diente schon als Vor ...
    Source: MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung / MPI für Herz- und Lungenforschung


    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Schools and science
    German


     

    Vorbilder der Natur: Die Faseranordnung des Tiefseeschwammes Euplectella (oben) diente schon als Vorbild für architektonische Bauten. Der Grünliche Wassermolch, Notophthalmus viridescens (unten), kann sein Herz nach einer Verletzung vollständig regenerieren


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