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11/30/2009 15:12

Mahnung zu mehr Sachlichkeit

Frank Schmälzle Pressestelle
Universität Bayreuth

    Die Sprecher des Landesverbandes Wissenschaftler in Bayern (LWB)mahnen als Vertretungen der Konvente der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der bayerischen Universitäten nachdrücklich zu mehr Sachlichkeit in der aktuellen Diskussion bezüglich der Umstellung der universitären Studiengänge von Diplom-/Magister- hin zu Bachelor-/Masterstudienabschlüssen. Darauf hat der an der Universität Bayreuth tätige stellvertretende LWB-Vorsitzende Dr. Wolfgang Richter hingewiesen.

    Die Kommentare zu den aktuellen Studentenprotesten sollten von einseitigen und pauschalen Schuldzuweisungen Abstand nehmen - so wie sie jüngst von einigen Politikern, wie beispielsweise vom Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Wissenschaftsminister Henry Tesch aus Mecklenburg-Vorpommern, an die Adresse der Universitäten und Hochschulen vorgebracht wurden. Dies sei keine gute Basis für die von Studentenseite zu Recht geforderten Gespräche zum Überdenken einzelner Strukturen des Bachelor-/Mastersystems. Es seien die Bildungspolitiker von Bund und Ländern gewesen, die die Rahmenbedingungen vorgegeben und die Hochschulen unter hohen Handlungs- und Zeitdruck gesetzt hätten. Die Politik habe die "Totalumstellung" der bis dato durchaus erfolgreichen Lehre hin zu den modularisierten Studiengängen bis spätestens zum Jahr 2010 gefordert.
    Diesen Kraftakt der Umstellung von mehreren tausend Studiengängen hätten die deutschen Universitäten in der weitaus überwiegenden Zahl der Studienfächer angesichts des enormen Zeitdrucks hervorragend geschafft. Durch großes Engagement der Beteiligten und den Einsatz von Studienbeiträgen gelinge es den Universitäten in Bayern, die Studien- und Betreuungsbedingungen vielerorts zu verbessern. Allerdings stelle sich heraus, dass die Umstellung der Studiengänge in mehreren Punkten zu erheblichen Problemen geführt hätten. Insbesondere sei die Modularisierung mit einer Fülle von Einzelprüfungsnachweisen verbunden und habe so zu einer permanenten Prüfungssituation vom ersten bis zum letzten Semester geführt.
    Dies sei nicht nur für Studierende wie Lehrende mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden, sondern habe grundlegend auch die Form des Studierens verändert. Hier müssten von Seiten der Wissenschaftspolitik und der Hochschulleitungen neue Regeln aufgestellt werden.
    Für eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Bachelor-/Masterstudiengänge sei darüber hinaus angesichts der zusätzlichen Aufgaben auch zusätzliche Personalkapazitäten unerlässlich. Bei diesen Punkten hätten die Studierenden die volle Unterstützung des LBW, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.


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    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Science policy
    German


     

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