Leibniz Graduate School für empirische Weiterbildungsforschung eingerichtet

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Science Video Project

Thema Corona


Share on: 
02/23/2010 16:17

Leibniz Graduate School für empirische Weiterbildungsforschung eingerichtet

Dr. Viola Düwert Pressestelle
Philipps-Universität Marburg

    Mit der Forderung nach "Lebenslangem Lernen" stellt sich die Frage nach der Organisation von Weiterbildung: Wie können Lernmöglichkeiten für Erwachsene zielgerichtet und dabei qualitätsorientiert, marktbewusst und wirtschaftlich effizient entwickelt werden? Schließlich werden strukturelle und organisatorische Veränderungen in der Weiterbildung unsere Bildungsentwicklung entscheidend mitbestimmen.

    Dieses zukunftsweisende Forschungsfeld werden nun Nachwuchswissenschaftler aus den Erziehungswissenschaften, der Organisationssoziologie und Betriebswirtschaft im Schnittpunkt von weiterbildungsbezogener Grundlagenforschung und angewandter Forschung erarbeiten. Zum kommenden Wintersemester startet die Leibniz Graduate School für empirische Weiterbildungsforschung (LGS): Über gut dotierte Stipendien sowie ein strukturiertes Promotionsprogramm bieten die Marburger Erziehungswissenschaften zukünftig noch bessere Promotionsmöglichkeiten.

    Die LGS ist ein interdisziplinär und international ausgerichtetes Promotionsprogramm, das gemeinsam vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und der Philipps-Universität Marburg getragen und in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wird. Die Graduate School wird in Bonn am DIE eingerichtet: "Das DIE nimmt in der deutschen, interdisziplinär ausgerichteten Weiterbildungsforschung eine Vorreiterrolle ein", sagt Prof. Dr. Wolfgang Seitter. Der Marburger Erziehungswissenschaftler mit dem Arbeitsbereich Erwachsenenbildung/Weiterbildung kooperiert seit langem mit dem Leibniz-Institut, vor allem zu Themen der erwachsenenpädagogischen Organisations- und Netzwerkforschung. Das DIE beobachtet fortlaufend zukunftsweisende weiterbildungsrelevante Entwicklungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, erforscht sie und vermittelt sie in Form von wissenschaftlichen Support- und Serviceleistungen an Forschung, Praxis und Politik.

    Im Fokus der neuen Leibniz Graduate School, die über Mittel der Leibniz-Gesellschaft finanziert wird, werden strukturelle und organisatorische Veränderungen in der Weiterbildung stehen. Dabei handelt es sich einerseits um den Abbau von institutionellen und organisatorischen Barrieren der Weiterbildungsteilnahme zugunsten der Entwicklung von offenen und vernetzten Lernmöglichkeiten, um das selbst organisierte lebensbegleitende Lernen zu unterstützen. Andererseits geht es um die Ausweitung eines staatlich wenig regulierten Weiterbildungsmarktes, innerhalb dessen das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten im Wesentlichen durch Bedarf und Nachfrage, Preis und Qualität gesteuert wird.

    Beide Entwicklungen fordern zur Lösung kooperative Bildungsarrangements. Dazu zählen beispielsweise Lern- und Bildungszentren, an deren Aufbau verschiedene öffentliche und private Akteure beteiligt sind, auf Dauer angelegte Kooperationen zur gemeinsamen Durchführung und Entwicklung von Weiterbildungsprogrammen oder auch bildungsbezogene Informations- und Beratungsleistungen, die durch die Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren etwa des Bildungs-, Kultur- und Sozialbereichs realisiert werden.

    "Die Forschungsagenda der LGS fragt vor allem nach möglichen Organisationsformen und Entwicklungsstrategien von kooperativen Bildungsarrangements, die effektiv zur Erweiterung und Eröffnung von Lernmöglichkeiten für Erwachsene beitragen und die unter Bedingungen von Ressourcenknappheit und größer werdender Marktabhängigkeit die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit solcher Bildungsarrangements sichern können", so Seitter. Entsprechend setzt die LGS ihre Forschungsschwerpunkte auf die drei Bereiche "Organisation und Koordination", "Neue Lernmöglichkeiten und Lernkulturentwicklung" und "Entwicklungsstrategien kooperativer Bildungsarrangements".

    Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Seitter, Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg, Tel. 06421 28-23022
    Dr. Timm C. Feld, Tel. 06421 28-23588


    Criteria of this press release:
    Social studies, Teaching / education
    transregional, national
    Advanced scientific education, Research projects
    German


    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).

    Cookies optimize the use of our services. By surfing on idw-online.de you agree to the use of cookies. Data Confidentiality Statement
    Okay