idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Magazin
Share on: 
10/22/2010 14:18

Wiki-Watch.de- Medienrechtler der Viadrina gehen mit Portal für mehr Transparenz in Wikipedia online

Michaela Grün Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

    Mit „Wiki-Watch.de“ geht am heutigen Freitag, dem 22. Oktober, ein Portal für mehr Transparenz in Wikipedia online. Die von Medienrechtlern der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) entwickelte Plattform ermöglicht ab sofort Plausibilitäts-Prüfung einzelner Artikel für jeden Nutzer und liefert Hintergrundinformationen über Wikipedia.

    Erstmals hat eine Umfrage die Motivation und den Hintergrund der 281 Administratoren der deutschen Wikipedia untersucht. An der anonymen Befragung von „Wiki-Watch” – einer von Medienrechtlern der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) entwickelten Plattform für mehr Transparenz – nahmen mehr als zwanzig Prozent der Männer und Frauen „an den Schaltknöpfen“ der Online-Enzyklopädie teil. Von diesen sind 92 Prozent Männer, durchschnittlich knapp vierzig Jahre alt. Fast die Hälfte hat ein Diplom oder Staatsexamen, 13 Prozent sind sogar promoviert. Politisch sind die meisten linksliberal mit grünen Zügen. Nur fünf Prozent nennen sich Christen, vier Prozent bezeichneten sich als Atheist, Agnostiker oder Evolutionist. Durchschnittlich opfert der typische Wikipedia-Administrator jeden Tag 140 Minuten Freizeit für die Online-Enzyklopädie. Begeistert sind trotzdem nicht alle – die Wikipedia-Elite kritisiert pauschale Abwehrreflexe in ihrem Projekt, eine „Wagenburgmentalität bei eigenen Themen“ sowie „Frustration, Elitenbildung und Abschottung“. Die Diskussionskultur sei „unterirdisch“. Oft würden andere Editoren beleidigt. „Wieder mehr Freiheit, weniger Admin-Willkür“, heißt es selbstkritisch über die „feindliche Atmosphäre“ innerhalb von Wikipedia. Dies hat dazu geführt, dass sich nur noch wenige Menschen neu bei Wikipedia engagieren. 38 Prozent der langjährigen Administratoren, die an der Umfrage teilnahmen, macht ihre Arbeit keinen Spaß (mehr), 28 Prozent sind nicht sicher, ob sie das Amt behalten wollen.
    „Wiki-Watch” bietet zudem jedermann die Möglichkeit, die Verlässlichkeit von einzelnen Artikeln in Wikipedia zu überprüfen. Für eine Prüfung etwa auf Änderungen, Löschungen und Quellenbasis genügt die Eingabe des Stichwortes auf „Wiki-Watch.de”. Zusätzlich macht „Wiki-Watch” transparent, welche Artikel am meisten nachgefragt, am stärksten umkämpft oder gerade von Löschung bedroht sind.

    „Wikipedia ist mit mehr als 1,1 Millionen deutschsprachigen Artikeln die wichtigste Wissensressource. Zwischen 25 und 35 Millionen Mal wird sie täglich allein im deutschen Sprachraum benutzt. Da ist es für jeden Nutzer, aber auch für die Gesellschaft wichtig zu wissen, welcher der Artikel nicht der Qualität entspricht, die wir insgesamt von Wikipedia gewohnt sind“, sagen die Medienrechtler Prof. Dr. Wolfgang Stock und Prof. Dr. Johannes Weberling von der Europa-Universität Viadrina, Initiatoren von „Wiki-Watch”.
    „Wir bieten eine völlig neuartige Möglichkeit, redaktionelle Inhalte und Prozesse der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu durchleuchten. Mit der Transparenz, die unser Projekt bringt, werden wir die Qualität und Transparenz von Wikipedia verbessern helfen!“

    Träger von Wiki-Watch ist die „Arbeitsstelle Wiki-Watch im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)“, deren Leiter die Professoren Wolfgang Stock und Johannes Weberling sind.

    Link: http://www.wiki-watch.de
    Wiki-Admin-Umfrage: http://blog.wiki-watch.de/?p=23
    Download der vollständigen Auswertung hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:WP-Admin-Umfrage_von_Wiki-Watch.pdf

    Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Stock / Arbeitsstelle „Wiki-Watch” Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht
    Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
    Mobil: 0172 – 29 00 387
    Stock@europa-uni.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Information technology, Law, Politics, Social studies
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).