idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
01/28/2011 11:52

Einzigartiges Schriftzeugnis der Greifswalder Barockdichterin Sibylla Schwarz nun zugänglich

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Nach umfangreichen Recherchen ist es der Greifswalder Wissenschaftlerin Dr. Monika Schneikart gelungen, das erste handschriftliche Dokument der Greifswalder Barockdichterin Sibylla Schwarz ausfindig zu machen. Der undatierte Autograph befindet sich im Stammbuch des Magisters Samuel Gerlach (1609 – 1683). Dank der freundlichen und großzügigen Unterstützung des jetzigen Besitzers des Stammbuches aus Kernen im Remstal kann nun die Handschrift präsentiert werden. Eine Kopie des Stammbuchs wird im Tübinger Universitätsarchiv verwahrt.

    Die Dichtungen von Sibylla Schwarz (1621 – 1638) faszinieren durch den „souveränen“, teils innovativen Umgang mit der hochdeutschen Sprache und den zeitgenössischen poetischen Formen.

    Der entscheidende Hinweis auf den einzigen Autographen von Sibylla Schwarz, einem Stammbucheintrag, stammt von der Komparatistin Erika Greber aus Erlangen. Er fand sich in einem Aufsatz aus dem Jahr 2008, der in einem Sammelband zur Frühen Neuzeit erschienen war. Allerdings war kein Fundort angegeben. Nach intensiver Suche in Archiven in Stuttgart und Tübingen fand Dr. Monika Schneikart von der Universität Greifswald die Spur zum jetzigen Besitzer des Stammbuches mit dem handschriftlichen Eintrag von Sibylla Schwarz. Transkription und Übertragung des holländischen Textes stammen von der Essener Mediävistin Nine Miedema.

    Die Gedichte der Barockdichterin sind bisher nur indirekt zugänglich, nämlich aus der Hand des schwäbischen Theologen und ehemaligen Feldpredigers in schwedischen Diensten Samuel Gerlach. Er besaß die Handschriften von Sibylla Schwarz, aus denen er zwölf Jahre nach dem Tod seiner „Schülerin“ in Danzig eine Gedichtausgabe zusammenstellte. Über den Verbleib dieser Handschriften ist bis heute nichts bekannt. Außerdem besaß er noch ein handschriftliches Zeugnis, einen Eintrag der Dichterin in seinem Stammbuch. Er hatte 1636 in Greifswald engen Kontakt Sibylla Schwarz, so dass es in dieser Zeit zu dem Eintrag gekommen sein dürfte. Die damals fünfzehnjährige Poetin entschied sich für einen Vers in holländischer Sprache, die als impulsgebend für Martin Opitz und sein Reformprogramm für die deutsche Kunstdichtung anzusehen ist.

    Sibylla Schwarz lebte von 1621 bis 1638 im pommerschen Greifswald. Trotz ihres kurzen Lebens erreichte sie in ihrer Dichtung eine künstlerische Qualität, die Schwarz-Spezialisten wie Michael Gratz aus Greifswald zu der Einschätzung führen, dass Sibylla Schwarz in den europäisch tradierten Formen in einem Maße dichtete, dass sie „mit 16 Jahren besser war als Goethe oder Rilke“.

    Dr. Monika Schneikart hat zu dem Fund einen Artikel für die Greifswalder Lokalausgabe der Ostseezeitung verfasst, der in leicht gekürzter Form am 21. Januar 2011 veröffentlicht wurde. Im Anhang finden Sie den vollständigen Text.

    Der Eintrag von Sibylle Schwarz im Stammbuch des Magisters Samuel Gerlach – Kopie aus dem Universitätsarchiv Tübingen. Signatur UAT S 128/62. – Die Kopie wurde vom Universitätsarchiv Tübingen freundlicherweise zur kostenlosen redaktionellen Nutzung zur Verfügung gestellt. Sie können das Bild in höherer Auflösung herunterladen.

    Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
    Dr. Monika Schneikart
    Institut für Deutsche Philologie
    Rubenowstraße 3, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86-3441
    schneika@uni-greifswald.de

    Universitätsarchiv Tübingen
    Wilhelmstraße 32, 72074 Tübingen
    Telefon 07071 29-72857
    Telefax 07071 29-5726
    uat@uni-tuebingen.de


    More information:

    http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/download-presseinformation... - Fotodownload


    Images

    Stammbucheintrag
    Stammbucheintrag
    Universitätsarchiv Tübingen
    None


    Attachment
    attachment icon Vollständiger Text

    Criteria of this press release:
    Journalists
    Language / literature
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

    Stammbucheintrag


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).