idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/31/2011 16:36

Niedersächsische Energietage: Etappen für den Übergang festgelegt

Christian Ernst Pressestelle
Technische Universität Clausthal

    Goslar. Politik und Wirtschaft sind sich einig: Eine Umstellung der Energieversorgung von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien steht bevor. Über Wege und Probleme und die Rolle der Forschung diskutierten Experten auf den 4. Niedersächsischen Energietagen am 28. und 29. März in Goslar, die vom Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) der TU Clausthal veranstaltet wurden.

    „Wir müssen utopische Vorstellungen vermeiden“, sagte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander zum Auftakt in der Goslarer Kaiserpfalz vor etwa 220 Gästen. Deshalb sei es wichtig, dass die Energiewissenschaftler gefragt werden, was umsetzbar ist und was nicht. Niedersachsen habe geografisch betrachtet bessere Voraussetzungen als andere Bundesländer, so der Minister.

    „In Deutschland hat sich das Verhältnis der Menschen zu einem bestimmten Risiko, das sie bereit sind zu tragen, geändert“, sagte Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, in ihrem Impulsreferat und bezog sich auf die derzeitige Situation in Japan. Wir seien Zeugen eines „furchtbaren Unglücks“ geworden. Dies habe auch zu einer politischen Veränderung in Deutschland geführt. Ein konsequentes Umsetzen des Energiekonzeptes der Bundesregierung sei nötig, doch müsse man auch prüfen, ob es mit „erhöhter Geschwindigkeit“ machbar sei. Ein wunder Punkt sei nach wie vor die Akzeptanz bei den Menschen vor Ort, die Windparks, Stromleitungen und Co „nicht vor der eigenen Haustür“ haben möchten.

    Die Probleme eines Energiekonzerns sind noch ganz andere. Professor Fritz Vahrenholt, Chef des RWE-Tochterunternehmens Innogy GmbH, sprach von Tierarten wie Seetaucher und Schweinswal, deren Überleben durch riesige Offshore-Windparks auf See gefährdet sei. Doch: Keine Windparks bedeuten weniger Erneuerbare Energie. „Wir müssen abwägen, welche Opfer wir bereit sind zu bringen“, sagte Vahrenholt. Die Frage sei nicht „ob“, sondern „wie“ die Umstellung zu bewerkstelligen ist.

    Im Anschluss verteilten sich die Teilnehmer auf die sechs Fachforen. In einem Interaktiven Workshop diskutierten 100 Fachleute, wie der Übergang in Etappen gestaltet werden könne. Das Ergebnis: Konkrete Thesen für 2020, 2030 und 2050. „2020 sollten konsistente, verlässliche politische Rahmenbedingungen geschaffen sein“, fasste EFZN-Chef Professor Hans-Peter Beck zusammen. Für 2030 sei dann ein Ziel, marktfähige Speicher wie zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke und chemische Speicher verstärkt zu fördern, um die Atomenergie vollständig abzulösen. Bis 2050 gelte es, Erfahrungen aus der Umstellung zu sammeln und diese für konkrete Schritte zum Umbau der Kraftwerkparks und eine langfristige Zieldefiniton zu nutzen. „Für die nächsten Niedersächsischen Energietage könnte das Thema lauten: Politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Akzeptanz“, sagte Beck und kündigte an: „Die ausführlichen Ergebnisse der Energietage werden in einer Broschüre demnächst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“

    Die Niedersächsischen Energietage 2011 des EFZN wurden vom Land Niedersachsen, den Unternehmen Siemens, E.ON Avacon und Baker Hughes sowie Exxon Mobile, GeoEnergy Celle e.V., Felswerke Goslar, HarzEnergie und der Stadt Goslar unterstützt.


    More information:

    http://www.efzn.de/


    Images

    Energietage  (v.l.): Professor Fritz Vahrenholt (RWE Innogy GmbH), Katherina Reiche (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium), Hans-Heinrich Sander (Nds. Umweltminister), Friedrich-Otto Ripke (Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium), Professor Hans-Peter Beck (EFZN-Chef)
    Energietage (v.l.): Professor Fritz Vahrenholt (RWE Innogy GmbH), Katherina Reiche (Parlamentarisch ...
    Source: Foto: photogeno


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Electrical engineering, Energy, Oceanology / climate, Politics, Social studies
    regional
    Science policy, Scientific conferences
    German


     

    Energietage (v.l.): Professor Fritz Vahrenholt (RWE Innogy GmbH), Katherina Reiche (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium), Hans-Heinrich Sander (Nds. Umweltminister), Friedrich-Otto Ripke (Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium), Professor Hans-Peter Beck (EFZN-Chef)


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).