Anreiz- und Steuerungssysteme in deutschen Universitäten und Fachhochschulen sind Thema des Workshops, den das Verbundprojekt QualitAS-Lehre heute in Berlin durchführt. Den eingeladenen Vertretern ausgewählter Hochschulleitungen werden empirische Ergebnisse des Verbundprojekts zur Diskussion gestellt, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Es zeigt sich, dass monetäre wie nicht-monetäre Instrumente vor allem dann zur verstärkten Lehrorientierung beitragen, wenn sie diese explizit fokussieren. Auf Hochschulebene erscheinen eine verpflichtende interne leistungsorientierte Mittelverteilung sowie eine verstärkte Ausrichtung auf Team- und Einzelleistungen hilfreich. Es ist daher notwendig, die Anreizsteuerung in den meisten Ländern zu überarbeiten, wenn sich die Qualität der Hochschullehre verbessern soll.
Die Empirie zeigt es deutlich: Die Anreiz- und Steuerungsinstrumente für die Hochschulen sind eher auf Forschung ausgerichtet und wirken somit weniger auf die Lehre. Für eine Optimierung der Lehre sind eher Anreize geeignet, die diese auch ausdrücklich adressieren. Sehr positive Effekte hatte etwa die Pflicht, die eingenommenen Studiengebühren ausschließlich zweckgebunden für die Lehre zu verwenden.
Zudem wird sichtbar, dass die Umverteilung zwischen den Hochschulen, die sich aus der leistungsorientierten Mittelverteilung (LOM) ergibt, stark durch das konkrete LOM-Modell beeinflusst wird. Dies bedeutet, dass das Land die jeweilige Hochschulstruktur berücksichtigen und diese durch eine geschickte Gestaltung der LOM ausbalancieren sollte, um der unterschiedlichen Profilbildung – Lehre und/oder Forschung – der Hochschulen gerecht zu werden.
Das sind zentrale Ergebnisse des Verbundprojekts QualitAS-Lehre, die heute auf einem Workshop an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft vorgestellt und mit Leitungspersonen der Hochschulen diskutiert werden, die als Fallhochschulen einen zentralen Beitrag zum Projekt leisteten.
Der Forschungsverbund untersucht auf Länder- und Hochschulebene sowie innerhalb von Hochschulen den Einsatz und die Wirksamkeit von monetären und nicht-monetären Anreiz- und Steuerungsinstrumenten. Auf der Basis der Daten der Hochschulen, Länderministerien und statistischen Ämter wird ein Simulationsmodell entwickelt, das die Effekte der Hochschulsteuerung sichtbar macht. Die endgültigen Ergebnisse werden bis Ende 2011 vorliegen.
Das Projekt QualitAS-Lehre findet im Rahmen des Programms Empirische Bildungsforschung statt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird; Projektträger ist das DLR. Seit Ende 2008 arbeiten im Verbundprojekt das FiBS – Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie Berlin als Konsortialführer mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Universität Bielefeld zusammen.
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http://www.fibs.eu
http://www.qualitas-lehre.de
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
interdisciplinary
transregional, national
Research results, Science policy
German

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