idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Share on: 
07/04/2012 12:01

TU Berlin: Wie gesund ist Gärtnern in der Stadt?

Stefanie Terp Presse- und Informationsreferat
Technische Universität Berlin

    Forscher finden hohe Schwermetallkonzentrationen in Berliner Stadtgemüse, warnen aber vor Panik

    Urbanes Gärtnern boomt nicht nur in Berlin, sondern weltweit in Großstädten. Auch wenn die Kultur von Nahrungspflanzen auf städtischen Standorten soziale und viele andere Funktionen für Stadtbewohner erfüllen kann, bestehen Risiken. Aktuelle Untersuchungen am Institut für Ökologie der TU Berlin, die gerade im Wissenschaftsjournal „Environmental Pollution“ veröffentlicht wurden, zeigen, dass Gemüse und Obst aus der Berliner Innenstadt erheblich mit Schadstoffen angereichert sein können. Betroffen sind vor allem verkehrsbelastete Standorte.

    „Unsere Ergebnisse waren überraschend deutlich“, berichtet Dr. Ina Säumel, die die Untersuchungen leitete. „Gemüse aus innerstädtischen Gärten kann im Vergleich zu Standard-Supermarktprodukten ein Vielfaches an Schwermetallen angereichert haben. Teilweise wurden sogar EU-Grenzwerte für Lebensmittel überschritten“, sagt die Forscherin. Vor allem in der Nähe stark befahrener Straßen waren mehr Schadstoffe im Stadtgemüse, das daher nicht immer gesünder als ein Supermarktprodukt sein muss. Bei verschiedenen Gemüsearten variierten die Werte stark, sodass die TU-Forscher nicht von vornherein problematisches oder unproblematisches Gemüse identifizieren konnten. Wichtiger für das Ergebnis ist die Stadtlage, wo das Gemüse gezogen wurde.

    Dr. Ina Säumel warnt allerdings ausdrücklich vor Panikmache und zitiert Forscher aus England, die eine ganzheitlichere Sicht auf selbst angebautes Stadtgemüse fordern. Bei der Risikobewertung müssten auch positive Aspekte wie die Bewegung an der frischen Luft, eine gemeinschaftliche Naturerfahrung oder die Freude am Gärtnern berücksichtigt werden.

    Die Berliner Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Proben weniger belastet waren, wenn die Pflanzen entfernt von Straßen angebaut wurden oder Barrieren wie Gebäude oder dichte Vegetationsbestände wie Gehölzpflanzungen zwischen stark befahrenen Straßen und dem Ort gärtnerischer Freude lagen.

    Die Studie:
    Säumel, I., Kotsyuk, I. Hölscher M., Lenkereit C., Weber, F., Kowarik I., (2012): How healthy is urban horticulture in high traffic areas? Trace metal concentration in vegetable crops from plantings within inner city neighbourhoods in Berlin, Germany. Environmental Pollution 165: 124-132

    1.937 Zeichen

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr. Ina Säumel, Technische Universität Berlin, Fakultät VI Planen Bauen Umwelt, Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökosystemkunde/Pflanzenökologie, Tel.: 030 / 314-71373, E-Mail: ina.saeumel@tu-berlin.de


    Criteria of this press release:
    Scientists and scholars, all interested persons
    Environment / ecology, Nutrition / healthcare / nursing, Social studies
    transregional, national
    Research results, Scientific Publications
    German


    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).