idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
09/13/2012 11:37

Unkräuter im Wandel – Welche Auswirkungen haben veränderte klimatische Bedingungen?

Dr. Gerlinde Nachtigall Pressestelle
Julius Kühn-Institut

    Die Universität Rostock und die Georg-August-Universität Göttingen prüften, wie veränderte wärmere Temperaturen und Trockenheit die Verbreitung und Schadwirkung ausgewählter Ackerunkräuter vor allem für Norddeutschland beeinflussen. Die Ergebnisse wurden während der 58. Deutschen Pflanzenschutztagung in Braunschweig vom 11. – 14.9.2012 vorgestellt.

    Braunschweig (13.9.2012) Die Klimafaktoren Temperatur und Feuchtigkeit haben die stärksten Auswirkungen auf die Entwicklung von höheren Pflanzen. Auch unsere Kulturpflanzen und die mit ihnen auftretenden Unkräuter sind davon betroffen. Wärmeliebende Ackerunkräuter können einwandern, andere Arten rücken immer weiter nach Norden vor, wiederum andere (Spät- oder Wärmekeimer) profitieren von den wärmeren Temperaturen. Die Universität Rostock und die Georg-August-Universität Göttingen prüften, wie veränderte wärmere Temperaturen und Trockenheit die Verbreitung und Schadwirkung ausgewählter Ackerunkräuter vor allem für Norddeutschland beeinflussen. Die Ergebnisse stellen die Experten während der 58. Deutschen Pflanzenschutztagung in Braunschweig vom 11. – 14.9.2012 vor.

    In den Versuchen wurde die durchschnittliche Temperatur um 2 bis 4 °C erhöht und die Wassergaben reduziert. Die getesteten Ackerunkrautarten Abutilon theophrasti, Amaranthus retroflexus, Datura stramonium, Echinochloa crus-galli, Geranium dissectum, Geranium pusillum, Iva xanthiifolia, Lithospermum arvense, Scandix pecten-veneris und Setaria viridis reagierten artspezifisch unterschiedlich auf die neuen Klimaverhältnisse. Auswertungskriterien waren die Keimung und später erhobene Merkmale wie Biomasse, Wurzellänge oder die Zahl der gebildeten Samen.

    Bekannt ist, dass wärmeliebende Arten wie Abutilon theophrasti und Datura stramonium in Mais oder Zuckerrübe im Süden Deutschlands bereits an Bedeutung gewinnen. Für diese und weitere Unkrautarten wie Echinocloa crus-galli, Setaria viridis, Iva xanthiifolia testeten die Wissenschaftler in Gewächshausversuchen mit Mais deren Reaktionen auf veränderte Klimabedingungen. Zusammen mit europaweiten Verbreitungsdaten und Daten zu Klima und Böden soll für jede Art ein Verbreitungsmodell erstellt werden, das Aussagen über das heute potenziell mögliche Verbreitungsgebiet macht. Mit einer Projektion der Daten in die Zukunft sollen Prognosen auch für die Zeit 2070 – 2100 möglich sein.

    Unkrautarten, die bisher nur selten oder auf anderen Standorten als dem Acker vorkamen, können sich infolge von Klimaveränderungen weiter ausbreiten. Bei den Testunkräutern Datura stramonium, Iva xanthiifolia und Abutilon theophrasti erhöhten die Wissenschaftler die Temperatur um 2,5 °C und testeten dabei 4 Bodenarten und zwei Bewässerungsvarianten. Iva xanthiifolia entwickelte sich beispielsweise bei der erhöhten Temperatur schlechter. Trockenheit wirkte sich nochmals negativ auf die Entwicklung aus (Keimphase, Biomasse und Wurzelausbildung). Sollte jedoch durch Saatgutverunreinigungen viel Samen in das Agrarökosystem gelangen, ist eine Ausbreitung in stark humosen Böden am wahrscheinlichsten.

    Ergebnisse aus Klimakammerversuchen zeigen, dass die Gewöhnliche Hühnerhirse E. crus-galli i stärker von einer Zunahme der Temperatur profitiert als Mais. Die Experten gehen davon aus, dass E. crus-galli unter zukünftigen Klimabedingungen ihr Schadpotenzial während der ersten Wochen vergrößern wird.

    Ein Teil der Projekte wurde finanziell unterstützt im Projekt KLIFF („Klimafolgenforschung in Niedersachsen“) http://www.kliff-niedersachsen.de.vweb5-test.gwdg.de

    Vorträge und Poster zum diesem und ähnlichen Themen im Tagungsband zur 58. Deutschen Pflanzenschutztagung (Julius Kühn-Archiv, Band 438, 2012):

    Vorträge:
    S. 134, 16-7
    S. 315, 48-7
    S. 316, 48-8

    Poster:
    184 - 186, S. 439 - 441
    192, S. 445


    More information:

    http://www.pflanzenschutztagung.de/ - Zum Tagungsprogramm


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists
    Biology, Environment / ecology, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research results, Scientific conferences
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).