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11/06/2012 11:28

Dank Mikrowellen ‚löst‘ sich der Schilddrüsenknoten

Ricarda Wessinghage Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

    Als erstes Krankenhaus in Europa hat die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten eingesetzt. Das Verfahren hat große Vorteile für die Patienten.

    Erstmalig in Europa wurde ein Patient mit der sogenannten Mikrowellenablation an der Schilddrüse behandelt. Dabei wird das kranke Gewebe durch Mikrowellenbestrahlung verbrannt und entfernt. Das Verfahren ist schneller, effizienter und weniger schmerzhaft als alternative Methoden. Durchgeführt wurde diese erste Behandlung am Frankfurter Uniklinikum in der Klinik für Nuklearmedizin, unter der Leitung von Prof. Frank Grünwald.
    Fast 20 Prozent der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Bei den über 65-Jährigen ist sogar fast jeder Zweite von einer Erkrankung der Schilddrüse betroffen. Die Vergrößerung der Schilddrüse durch die Knoten kann sich für die Betroffenen sehr unangenehm auswirken: Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, ein unangenehmes Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang können die Folge sein.

    Wie funktioniert die Mikrowellenablation?

    Für die Mikrowellenablation ist keine Operation notwendig. Unter lokaler Betäubung wird eine Sonde durch die Haut geleitet. Sie dient dazu, die Mikrowellen direkt auf den Schilddrüsenknoten zu lenken. Die kranken Zellen werden durch die Wellen erhitzt. Das behandelte Schilddrüsengewebe wird dann vom Körper abgebaut. Der Schilddrüsenknoten wird in kürzester Zeit kleiner. Mithilfe von Echtzeitbildern aus einem Ultraschallgerät wird der Eingriff jederzeit beobachtet und kontrolliert. Die Dauer der Behandlung beträgt je nach Größe und Zahl der Schilddrüsenknoten zwischen 10 und 15 Minuten. Ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen ist ausreichend. Wenn die Untersuchung unmittelbar nach der Anwendung zeigt, dass ein noch besseres Ergebnis möglich ist, kann direkt im Anschluss eine weitere Mikrowellenablation stattfinden. Da der Eingriff mit einer dünnen Nadel durchgeführt wird, ist auch das kosmetische Resultat hervorragend.

    Vorteile der Mikrowellenablation

    Schilddrüsenknoten werden bis dato vor allem mit der Radiojodtherapie behandelt. Dabei wird dem Patienten radioaktives Jod, meist in Form einer Kapsel, verabreicht. Diese Therapie allein ist jedoch nicht immer ausreichend. In solchen Fällen werden die Schilddrüsenknoten bislang meistens operativ entfernt. Demgegenüber hat die Mikrowellenablation den großen Vorteil, dass die Risiken einer Operation und der dazugehörigen Narkose komplett entfallen. Dies ist insbesondere für solche Menschen wichtig, die Vorerkrankungen beispielsweise des Herz-Kreislaufsystems aufweisen und damit auch ein erhöhtes Risiko bei einer Operation haben.
    Als Alternative zur Operation wurde in einigen Krankenhäusern bereits die Radiofrequenzablation eingesetzt. Bei dieser Methode wird hochfrequenter elektrischer Strom zur Beseitigung des erkrankten Gewebes eingesetzt. Auch gegenüber diesem Verfahren hat die Mikrowellenablation eindeutige Vorteile. Sie ist schneller, effizienter und weniger schmerzhaft. „Die Mikrowellenablation verursacht auch deutlich geringere Nebenwirkungen, weil nur eine örtliche Betäubung und keine Vollnarkose nötig sind. Damit ist sie eine sehr vielversprechende Alternative zu den etablierten Verfahren“, sagt Dr. Hüdayi Korkusuz, Facharzt für Radiologie an der Klinik für Nuklearmedizin, der die erste Mikrowellenbehandlung durchgeführt hat.


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Medicine
    transregional, national
    Transfer of Science or Research
    German


    Das Kontrollbild nach der Mikrowellenablation (unten) zeigt sofort das Ergebnis: Gegenüber dem Bild vor der Behandlung (oben) hat sich das grün eingefärbte Schilddrüsengewebe deutlich reduziert (siehe Kreis).


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    Dr. Hüdayi Korkusuz, Facharzt für Radiologie an der Klinik für Nuklearmedizin, hat die erste Mikrowellenbehandlung durchgeführt.


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