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02/26/2003 17:19

SFB/ORB-Studie der HFF "Konrad Wolf"

Angela Brendel-Herrmann Kommunikation & Marketing
Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg

    Studierende des Studiengangs AV Medienwissenschaft führten eine Befragung bei 1000 Berliner und Brandenburger Bürgern zur Fusion der Sender ORB und SFB durch.

    Zusammenfassung

    In der Fusionsstudie wurde eine repräsentative Befragung bei 1000 Brandenburgern und Berlinern mit einem Programmvergleich von ORB und B1 verbunden. Durchgeführt wurde die Studie von Studierenden des Studiengangs AV-Medienwissenschaft der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" unter der Leitung von Prof. Dr. Lothar Mikos und Dr. Elizabeth Prommer. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, wie ein optimales, regionales Fernsehprogramm für Berliner und Brandenburger aussehen könnte.

    Auffälligstes Ergebnis der Umfrage: Die Zuschauer von ORB und B1 unterscheiden sich weniger danach, ob sie in Berlin oder Brandenburg wohnen, sondern danach, ob sie im Osten oder im Westen leben. Westberliner schauen fast ausschließlich B1 (72 Prozent), während bei Ostberlinern der Anteil der ORB-Seher mit insgesamt 57 Prozent relativ hoch ist. Entgegen dem Trend ist das Abendjournal des ORB auch bei Westberlinern sehr beliebt. Die Sendung wird von vielen Zuschauern sehr gemocht.

    Für den SFB-Zuschauer bräuchte es eigentlich nur die Abendschau geben, die für 59 Prozent die Lieblingssendung ist. Alle anderen B1-Sendungen fallen dagegen weit ab. Die ORB-Seher schätzen die aktuelle regionale Information, da das Abendjournal (26 Prozent) und Brandenburg Aktuell (25 Prozent) zu ihren Lieblingssendungen zählen. Allerdings verteilen sich die Sympathien gleichmäßiger auf verschiedene Formate und Sendungen. Überraschend war für uns, dass die regelmäßigen Zuschauer beider Sender einige Formate zu einem hohen Prozentsatz gar nicht kennen. Hier scheint offenbar großer Bedarf für Programmpromotion zu bestehen. Dies trifft insbesondere auf die Kultur- und Sportsendungen beider Sender zu.

    Ein Vergleich der regionalen Nachrichtensendungen der beiden Sender zeigt, dass die Abendschau mehr journalistische Kompetenz bietet. Brandenburg Aktuell setzt eher auf "leichte" Themen, die in größerem Maße personalisiert werden. Hier hat offenbar eine Annäherung an entsprechende Formate auf den Privatsendern stattgefunden. Während die Abendschau stark auf die Berichterstattung über ?harte? Politikthemen orientiert ist, gibt sich Brandenburg Aktuell bewusst bürgernah.

    Insgesamt steht für die Zuschauer von ORB und B1 die Informations- und Ratgeberkompetenz im Vordergrund. Daher sollte der gemeinsame Sender RBB darauf aufbauen. Das kulturelle Profil sollte geschärft und die Sportkompetenz verbessert werden. Wichtig für den RBB wäre es, alle Sendungen in ein Corporate Design einzubinden. Dabei wäre darauf zu achten, dass auch vermehrt jüngere Zuschauer an den Sender gebunden werden.

    Kontakt: l.mikos@hff-potsdam.de oder info@hff-potsdam.de


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    Criteria of this press release:
    Media and communication sciences
    transregional, national
    Research results
    German


     

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