Faktencheck: Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gehen zurück

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03/12/2015 09:30

Faktencheck: Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gehen zurück

Moritz Kralemann Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

    Die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen verläuft weitgehend reibungslos. Dennoch nehmen die Kooperationen ab. Unternehmen forschen lieber im Ausland. Das sind die Ergebnisse eines Faktenchecks des Stifterverbandes zur Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Die aktuelle Debatte wird danach unter völlig falschen Vorzeichen geführt.

    Für deutsche Hochschulen spielt die deutsche Wirtschaft bei der Drittmitteleinwerbung eine immer geringere Rolle. Im Jahr 2005 lag der Anteil der Drittmittel aus der Wirtschaft bei gut 28 Prozent. Seitdem geht er kontinuierlich zurück. Im Jahr 2012 ist er mit knapp 20 Prozent auf ein historisches Tief gefallen. Ähnlich ist der Trend bei den Stiftungsprofessuren: Während es 2009 noch 563 von Unternehmen eingerichtete Lehrstühle gab, waren es 2012 nur noch 514. Insgesamt liegt der Anteil der Wirtschaft an der Gesamtfinanzierung der Hochschulen seit Jahrzehnten stabil unter 5 Prozent, aktuell sind es 4,4 Prozent.

    „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Engagement der Wirtschaft für die Wissenschaft“, sagte Andreas Schlüter, der Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft bei der Vorstellung des Faktenchecks: „Es sollte konsensfähig sein, dass unser Forschungs- und Innovationssystem ohne den Beitrag der Wirtschaft viel weniger leistungsfähig wäre. Die meisten Unternehmen wissen, wie wichtig die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre für sie ist und deshalb rütteln sie daran auch nicht.“

    In einer aktuellen Befragung des Stifterverbandes bescheinigen die Hochschulleiter den Unternehmen überwiegend einen fairen und den wissenschaftlichen Regeln entsprechenden Umgang bei Kooperationen. Versuche, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu steuern oder Forschungsergebnisse zu beeinflussen, sind die klare Ausnahme. 94 Prozent der Hochschulleiter berichten, dass es keine unangemessene Einflussnahme an ihrer Hochschule gab.

    Über 90 Prozent der Hochschulleitungen wollen in Zukunft mehr Forschungskooperationen, hat die Befragung ergeben. Dafür wäre aber eine Trendumkehr erforderlich, denn führende Unternehmen lassen zunehmend im Ausland forschen. Nur noch 14 Prozent der von der Wirtschaft vergebenen Auftragsforschung findet in der deutschen Wissenschaft statt, das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1991. Besonders deutsche Kernbranchen haben in den vergangenen Jahren ihre Forschung und Entwicklung im Ausland kräftig ausgebaut, etwa die Automobilindustrie (+28 Prozent jährlich) und der Maschinenbau (+25 Prozent jährlich).

    Ausführliche Informationen zur Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft bietet der Faktencheck des Stifterverbandes unter http://www.stifterverband.de/faktencheck

    Pressekontakt:
    Moritz Kralemann
    Pressesprecher
    Tel.: (0 30) 32 29 82-5 27
    E-Mail: moritz.kralemann@stifterverband.de


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
    interdisciplinary
    transregional, national
    Science policy
    German


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