idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
07/09/2015 10:09

Fraunhofer IAO ermittelt Potenziale von Genderaspekten in Forschung und Innovation

Juliane Segedi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

    Wie entstehen aus Forschungsergebnissen Innovationen? Welche Chancen ergeben sich, wenn Frauen quantitativ und qualitativ besser in den Wissens- und Technologietransfer einbezogen werden? Diese Fragen untersuchte das Fraunhofer IAO in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Sondierungsprojekt »Die Genderdimension im Wissens- und Technologietransfer«.

    Die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft hängt wesentlich davon ab, ob das Potenzial einer Innovation von der Idee bis zum marktfähigen Produkt voll ausgeschöpft werden kann. Doch zwischen dem Potenzial einer Innovation, ob technisch oder sozial, und ihrer tatsächlichen Umsetzung liegen oft Welten. Woran scheitert der Transfer von Wissen und Technologie in erfolgreiche Innovationen?

    Wissens- und Technologietransfer (WTT) aus der Genderperspektive

    Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat das Fraunhofer IAO in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt »Die Genderdimension im Wissens- und Technologietransfer (WTT)« die These aufgestellt, dass zur Lösung gesellschaftlicher Probleme Frauen und Männer gleichermaßen und systematisch in den WTT einbezogen werden müssen. Nur so finden die gesellschaftlichen Wünsche und Bedarfe an eine Innovation in aller Breite Berücksichtigung.

    Im ersten Schritt hat das Projektteam untersucht, inwieweit die Genderdimension quantitativ und qualitativ in den verschiedenen Kontexten und bei den einzelnen Akteuren des WTT bereits integriert wird. Eine Literaturanalyse sowie die Befragung ausgewählter Experten und Expertinnen gaben Aufschluss über die strukturellen und kulturellen Merkmale des Wissens- und Technologietransfers in Deutschland. Darüber hinaus lieferte die Untersuchung Erkenntnisse darüber, warum Frauen im WTT unterrepräsentiert sind.

    Große Forschungslücken und wenig praktische Berücksichtigung

    Im Projekt zeigte sich, dass die Genderdimension im WTT bislang weder in der Literatur systematisch erforscht noch in der Praxis berücksichtigt wird. Obwohl der Wissens- und Technologietransfer auf den ersten Blick ein junges und offenes Arbeitsfeld mit einem relativ hohen Frauenanteil ist, zeichnen die Projektergebnisse ein anderes Bild: Insgesamt sind die Strukturen im WTT weitgehend genderblind. »Bei der Entwicklung von neuen Produkten oder Technologien geht viel Innovationspotenzial verloren, wenn die Genderdimension weder quantitativ noch qualitativ einbezogen wird«, resümiert Prof. Martina Schraudner, Projektleiterin am Fraunhofer IAO. Speziell in den MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) müssen Genderaspekte noch stärker berücksichtigt werden. Insbesondere die qualitative Dimension wird bislang weder theoretisch und empirisch erforscht, noch praktisch als Chance für die bessere Ausschöpfung des Innovationspotenzials wahrgenommen. Forschungslücken bestehen insbesondere in den Bereichen Forschungsfinanzierung, Transfer-Strukturen in Forschungseinrichtungen und Forschungsverwertung durch Ausgründungen.

    Ansprechpartner:

    Marie Heidingsfelder
    Bedarfsorientierte Forschungsplanung
    Fraunhofer IAO
    Center for Responsible
    Research and Innovation
    CeRRI
    Hardenbergstr. 20
    10623 Berlin, Germany
    Telefon: +49 30 6807969-27
    E-Mail: marie-lena.heidingsfelder@iao.fraunhofer.de


    More information:

    http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/presse-und-medien/1535-innovationsschub-gen...
    http://www.cerri.fraunhofer.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
    Social studies
    transregional, national
    Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).