Es geht ein Rechtsruck durch das Land: zigtausend Pegida-Anhänger pöbeln auf deutschen Straßen. Die AfD, die „Alternative für Deutschland“, fördert den Trend zu offen geäußerten rechtspopulistischen Parolen. Wer wählt eine solche Partei? Wo hat sie sich bei der letzten Bundestagswahl vor allem durchgesetzt? Diese Frage beantwortet eine ausgezeichnete politikwissenschaftliche Abschlussarbeit an der Universität Duisburg-Essen (UDE).
Der Autor, Tobias Frank, erläutert: „Mein neu entwickelter Datensatz misst das tatsächliche Wahlergebnis der AfD und setzt es in Bezug zu sozialstrukturellen und sozioökonomischen Statistiken. Das ermöglichte neue Erkenntnisse, die die Grundlagenforschung voran bringen. So kann ich zum Beispiel nachweisen, dass die Sozialstruktur für den Wahlerfolg der AfD tatsächlich eine große Rolle spielt.“
Die Ergebnisse sind eindeutig: die rechtspopulistischen Agenda der AfD setzte sich besonders dort durch, wo schon die NPD und die Republikaner Erfolge feiern konnten. Entscheidend für den Wahlerfolg ist, wie hoch der Ausländer- und Hauptschulabsolventenanteil in dem jeweiligen Wahlkreis ist. Leben dort viele Migranten und Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen, werden hier öfter als anderswo rechtspopulistische Parteien gewählt.
Tobias Frank: „Offensichtlich fällt das Diffamieren und Diskreditieren Asylsuchender und das Schüren von Verlustängsten in diesen Wahlkreisen auf besonders fruchtbaren Boden. Außerdem profitiert die AfD von dünn besiedelten Gebieten mit älterer Bevölkerung.“ Setzt sich der Trend weiter fort, wird die AfD im nächsten Bundestag vertreten sein. Die Masterarbeit wurde mit dem Preis des Instituts für Politikwissenschaft ausgezeichnet und wird demnächst veröffentlicht (Wissenschaftsverlag Tectum).
Weitere Informationen: tobias.frank@stud.uni-due.de
Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Politics, Social studies, Teaching / education
transregional, national
Research results
German
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