idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Share on: 
11/20/2015 17:24

Klimaforscher messen Treibhausgase im europäischen Verbund

Dr. Michael Welling Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

    Heute ist die europäische Forschungsinfrastruktur zur Beobachtung des Klimawandels ICOS gegründet worden. Nach jahrelangem Aufbau beginnt das Treibhausgasbeobachtungsnetz im Januar 2016 den operationellen Betrieb. Das Thünen-Institut koordiniert alle deutschen Beiträge.

    Der Klimawandel, seine Folgen und die Klimaschutzbemühungen in Europa können nur nachgewiesen werden, wenn Wissenschaftler an vielen Orten komplexe Messungen in absolut vergleichbarer Weise und langfristig durchführen und ihre Daten der Forschung, Politik und Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Genau dieses Ziel verfolgt die neue europäische Forschungsinfrastruktur „Integrated Carbon Observation System“ (ICOS), die heute ihren offiziellen Rechtsstatus erhalten hat.

    ICOS integriert Beobachtungsnetze für Treibhausgase in der Atmosphäre, in Feldern, Wäldern und Meeren und hat gemeinsame Messstandards, Labore und ein gemeinsames Datenportal geschaffen. ICOS überführt damit die teilweise jahrzehntelangen Einzelbemühungen von Wissenschaftlern in einen langfristig stabilen Verbund. ICOS liefert die Grundlage für eine vollständige europäische Bilanzierung, wie viel Kohlenstoff und Treibhausgase von Mensch und Natur umgesetzt und emittiert werden. Das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz koordiniert die ICOS-Beiträge aller beteiligten deutschen Institutionen und garantiert die Teilnahme Deutschlands an dieser wichtigen Forschungsinfrastruktur.

    In Deutschland haben Wissenschaftler in den vergangenen vier Jahren mit großem Aufwand die Messstationen für die drei Beobachtungsnetze Atmosphäre, Landökosysteme und Meere aufgebaut. Dafür hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung 16 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurden die gemeinsamen europäischen Zentrallabore am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und an der Universität Heidelberg eingerichtet. Ab Januar 2016 geht ICOS nun in den operationellen Betrieb, der zunächst auf 20 Jahre angelegt ist. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wird den deutschen Messbetrieb mit ca. 3,4 Millionen Euro pro Jahr unterstützen. Weitere Ministerien des Bundes und der Länder unterstützen ICOS in kleinem Umfang ebenfalls.

    Über ganz Europa verteilt führen Wissenschaftler standardisierte Messungen durch – an hohen Türmen und Ökosystem-Messstationen von der Arktis bis zum Mittelmeer, an Messplattformen im Ozean sowie auf Forschungs- und Handelsschiffen im Nordatlantik und in der Ostsee. Im Beobachtungsnetz für Landökosysteme, das in Deutschland ebenfalls vom Thünen-Institut koordiniert wird, untersuchen sie insbesondere, wie sich die Bewirtschaftung und der Klimawandel auf die Treibhausgasbilanzen von Wäldern, Äckern und Grünland auswirken.

    Die europäische Kommission hat ICOS heute, 20. November 2015, offiziell den Status einer europäischen Forschungsinfrastruktur (European Research Infrastructure Consortium, ERIC) verliehen. Zur Bedeutung der ICOS-ERIC-Gründung sagte der Generaldirektor für Forschung, Wissenschaft und Innovation der Europäischen Kommission, Robert-Jan Smits: „Durch die Einrichtung europaweiter Langzeitmessungen der Kohlenstoff- und Treibhausgasumsätze wird ICOS eine entscheidende Wissensgrundlage zur Unterstützung der europäischen und globalen Anstrengungen zur Erreichung der Klimaschutzziele liefern. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass ICOS nun den ERIC-Status erreicht hat. Das perfekte Timing unmittelbar vor der Weltklimakonferenz in Paris sendet eine weitere klare Botschaft zum Bekenntnis der EU zum Klimaschutz aus.“

    Das ICOS ERIC hat acht Gründungsmitglieder: Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland. Die Schweiz hat derzeit Beobachterstatus. Das Head Office von ICOS ERIC befindet sich in Helsinki.

    --
    Kontakt und Projektkoordination:
    Dr. Mathias Herbst
    Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, 38116 Braunschweig
    Tel.: 0531 596-2596
    Mail: mathias.herbst@ti.bund.de


    More information:

    http://www.icos-infrastruktur.de


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Environment / ecology, Oceanology / climate, Politics, Social studies
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


    Ökosystem-Messstation des Thünen-Instituts zur Erfassung der Treibhausgasflüsse zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre.


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).

    Cookies optimize the use of our services. By surfing on idw-online.de you agree to the use of cookies. Data Confidentiality Statement
    Okay