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01/11/2016 12:42

Nicht nur Raubkunst! Sensible Dinge in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Tagung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 21. und 22. Januar 2016 / Anmeldung erforderlich bis 13. Januar 2016

    Der spektakuläre Fall des Kunstsammlers Gurlitt hat in jüngster Zeit die vielfach problematische Herkunft von Objekten in privaten, aber auch öffentlichen Sammlungen ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Zahlreiche Sammlungen an Museen und Universitäten bewahren Dinge, die aus ethischer Perspektive heute als sensibel eingestuft werden und eines besonderen Umgangs bedürfen – nicht nur Kulturgüter, die im Dritten Reich durch Enteignungen und erzwungene Verkäufe die Besitzer wechselten, sondern auch solche, die in der Zeit der kolonialen Expansion Europas von europäischen Forschern nach Europa gebracht wurden. Auch heute werden insbesondere in Krisengebieten vielfach wertvolle Kulturgüter durch Raubgrabungen illegal in andere Länder ausgeführt. Daneben finden sich in vielen Sammlungen Dinge, die selbst "sensibel" sind, etwa weil sie menschliche Überreste enthalten oder von religiöser Bedeutung sind oder deren Aussagen und Inhalte problematischer Natur sind, weil sie die Rechte Dritter verletzen – zum Beispiel bei Propagandamaterial aus Unrechtsregimen mit rassistischem Inhalt. Auch das Themenfeld des Artenschutzes erfährt derzeit neue Aufmerksamkeit; so wird darüber diskutiert, ob der Dokumentations- und Bewahrungswille dazu führen kann, seltene Arten gänzlich zu vernichten. Während die Museen in den vergangenen Jahren diesen Themen erhöhte Aufmerksamkeit schenken, stehen die Universitätssammlungen hier noch ganz am Anfang. Die Tagung "Nicht nur Raubkunst! Sensible Dinge in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen" am 21. und 22. Januar 2016 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) leuchtet dieses Themenfeld erstmals mit Blick auf die besonderen Herausforderungen wissenschaftlicher Sammlungen an Universitäten aus und bringt Fachleute aus Universitäten und Museen in einen Erfahrungsaustausch. Neben Fragen eher praktischer Natur, beispielsweise zur Aufbewahrung oder öffentlichen Präsentation, befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch mit wissenschaftshistorischen und objekttheoretischen Aspekten. Die Tagungsbeiträge widmen sich einem breiten disziplinären Spektrum – sie thematisieren anthropologische, ethnologische und archäologische, kunsthistorische und historische sowie naturhistorische Objekte. Der Frage des adäquaten Umgangs mit sensiblen Dingen wird so erstmals quer zu Fächern und ausgewählten Themen nachgegangen, um Parallelen und Differenzen auszuloten und disziplinenübergreifend Strategien zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

    Die Tagung "Nicht nur Raubkunst! Sensible Dinge in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen" beginnt am Donnerstag, 21. Januar 2016, um 12:00 Uhr mit der Registrierung in der Zentralbibliothek, Jakob-Welder-Weg 6, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zur Begrüßung um 14:00 Uhr sprechen Dr. Vera Hierholzer, zentrale Sammlungskoordinatorin der Universität, und Dr. Anna-Maria Brandstetter vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien der JGU. Es folgen Impulsreferate sowie zwei Themengruppen zu NS-Raubgut und Raubgrabungen. Ausgehend von Objektgeschichten tauschen Expertinnen und Experten aus Museen und Universitätssammlungen ihre Erfahrungen aus.

    Der erste Veranstaltungstags schließt mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema der Tagung im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz. Fachleute aus Universität, Museum und Medien diskutieren darüber, wie eine wissenschaftlich fundierte Erforschung von Sammlungsgeschichten dazu beitragen kann, neue Formen des Umgangs mit sensiblen Objekten und Sammlungen zu entwickeln und letztlich die teils sehr kontrovers geführte öffentliche Debatte zu „entemotionalisieren“. Als Gesprächsteilnehmer werden Wiebke Ahrndt vom Übersee-Museum Bremen und Deutschen Museumsbund e.V., Larissa Förster vom Internationalen Kolleg Morphomata der Universität zu Köln, Ute Haug von der Hamburger Kunsthalle und vom Arbeitskreis Provenienzforschung e.V., Doris Prechel vom Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Michael Schmitz vom Naturhistorischen Museum Mainz und Julia Voss von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erwartet. Am Freitag, 22. Januar 2016, stehen weitere fünf Themengruppen auf dem Programm. Die Tagung schließt mit einer Diskussion.

    Weitere Informationen finden Sie im Tagungsprogramm unter http://www.uni-mainz.de/veranstaltungskalender/ub_tagung_nicht_nur_raubkunst_pro....

    Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 13. Januar 2016 per E-Mail an info@sammlungen.uni-mainz.de erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

    Die Podiumsdiskussion am 21. Januar 2016 ist öffentlich und bedarf keiner Anmeldung.

    Kontakt:
    Dr. Vera Hierholzer
    Sammlungskoordinatorin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Zentralbibliothek
    Jakob-Welder-Weg 6
    55128 Mainz
    Tel. 06131 39-24450
    E-Mail: v.hierholzer@ub.uni-mainz.de
    http://www.sammlungen.uni-mainz.de

    Dr. Anna-Maria Brandstetter
    Kuratorin der Ethnografischen Studiensammlung
    Institut für Ethnologie und Afrikastudien
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel. 06131 39-20119
    E-Mail: brandste@uni-mainz.de
    http://www.ifeas.uni-mainz.de/1007.php


    More information:

    http://www.sammlungen.uni-mainz.de/1409.php ;
    http://www.uni-mainz.de/veranstaltungskalender/ub_tagung_nicht_nur_raubkunst_pro.... ;
    http://www.uni-mainz.de/veranstaltungskalender/ub_tagung_nicht_nur_raubkunst_pla....


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, Students, all interested persons
    interdisciplinary
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Scientific conferences
    German


    Plakat zur Tagung "Nicht nur Raubkunst! Sensible Dinge in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen"


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