Wildpflanzen für Biogas: Untersuchungen zur Samenausbreitung abgeschlossen

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11/12/2018 13:40

Wildpflanzen für Biogas: Untersuchungen zur Samenausbreitung abgeschlossen

Dr. Torsten Gabriel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

    Mehrjährige Wildpflanzen-Mischungen gelten als interessante Möglichkeit, Biogasfruchtfolgen aufzulockern und ökologisch aufzuwerten. Noch unklar war bislang jedoch das Risiko, über die Gärprodukte Wildpflanzensamen auf andere Flächen zu verbreiten. Die Universität Rostock untersuchte diese Frage gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) am Beispiel der in der Praxis genutzten Blühmischung BG70 der Firma Saaten Zeller.

    Es zeigte sich, dass sich drei Arten aus BG70 besonders gut auf den beiden im Projekt angelegten Versuchsflächen etablierten: Beifuß (Artemisia vulgaris), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra) und Rainfarn (Tanacetum vulgare). Ab dem dritten Jahr bestimmten sie den Bestand fast allein. Insbesondere im ersten Jahr kamen außerdem noch verschiedene Malven-Arten (Malva sp.) vor, und im zweiten Jahr Weißer und Gelber Steinklee (Melilotus albus und M. officinales). Keimfähiges Saatgut all dieser Arten gelangte in großer Menge in das Erntegut und damit in die Biogas-Prozesskette. Die dann folgenden drei Stationen Silierung, anaerobe Vergärung bei mesophiler Temperatur (35 C° und 42 C°) und 12-wöchige Lagerung der Gärreste überstanden nur hartschalige Samen, ihre Überlebensquote lag je nach Art bei bis zu 70 Prozent. Hartschalige Samen sind kaum wasserdurchlässig und können ungünstige Umweltbedingungen lange Zeit überdauern, zur Keimung brauchen sie ebenfalls längere Zeiträume. In den Pflanzenfamilien Fabaceae (Hülsenfrüchte oder Leguminosen) und Malvaceae (Malvengewächse) kommen hartschalige Samen besonders häufig vor. Damit sind in der Biogas-Wildpflanzenmischung BG70 die Steinklee- und die Malven-Arten die potenziell kritischen Arten, die verbreitet werden können: Sie kommen in den ersten beiden Standjahren in größerer Zahl auf den Flächen vor, und sie sind hartschalig. Landwirte sollten entsprechende Gärreste deshalb nur mit Bedacht auf andere Ackerflächen ausbringen, insbesondere Gärreste aus dem ersten Standjahr. Ab dem dritten Standjahr sind BG70-Anteile im Gärrest unkritisch, da Beifuß, Schwarze Flockenblume und Rainfarn keine hartschaligen Samen haben. Nicht-hartschalige Samen wurden in den Versuchen im Labor und in einer Praxisanlage zu annähernd 100 Prozent inaktiviert. Saaten Zeller gibt für die Mischung BG70 eine Standzeit von bis zu 5 Jahren an.

    Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Die Abschlussberichte stehen auf fnr.de unter den Förderkennzeichen 22401114 und 22401513 zur Verfügung.


    More information:

    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22401114
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22401513


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research results
    German


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