idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
11/29/2018 11:02

Deutsche Kommunen mit niedrigen Gewerbesteuern immer noch attraktiver als Kalifornien und New York

Gunter Grittmann Information und Kommunikation
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

    Auch nach der US-Steuerreform mit ihrer massiven Steuersenkung können deutsche Gemeinden mit niedrigen Gewerbesteuern immer noch wichtige US-Bundesstaaten wie Kalifornien oder New York unterbieten. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

    Mit der Unternehmenssteuerreform 2018 haben sich die USA einen erheblichen Standortvorteil im Vergleich zu Deutschland verschafft. Während der deutsche Standort bis zur US-Steuerreform noch mit geringeren Gewinnsteuersätzen punkten konnte, hat sich mit der Absenkung des Körperschaftsteuersatzes in den USA von 35 Prozent auf 21 Prozent das Bild gewandelt. Nach wie vor haben allerdings die deutschen Kommunen mit ihrer Entscheidung über die Höhe der Gewerbesteuer einen erheblichen Einfluss auf die internationale steuerliche Wettbewerbsfähigkeit ihrer Standorte.

    Die Studie betrachtet ausgewählte US-Bundesstaaten – Texas, New York, Kalifornien sowie North Carolina und South Carolina – im Vergleich zu Standorten in Bayern. Die Auswahl richtet sich nach der Höhe der Körperschaftsteuer in den einzelnen Bundesstaaten, die zusätzlich zur Körperschaftsteuer auf US-Bundesebene erhoben wird. In Bayern reicht die Spannweite der gemeindespezifischen Gewerbesteuerhebesätze von 230 Prozent (Wolfertschwenden im Unterallgäu) bis 490 Prozent (München). Daraus ergibt sich eine Spanne für den kombinierten Gewinnsteuersatz – also die Höhe der Steuer, die Unternehmen für ihre erwirtschafteten Gewinne abzugeben haben – von 23,9 Prozent für Wolfertschwenden bis 33,0 Prozent für München. Bundesweit sind ähnliche Spannweiten zu beobachten, weshalb die Ergebnisse der Studie für Bayern als repräsentativ gelten können.

    Im Ergebnis der Untersuchung zeigt sich nun ein deutliches Gefälle: Vor der US-Steuerreform wiesen alle deutschen Standorte geringere Gewinnsteuersätze als alle betrachteten US-Bundesstaaten auf. Nach der Reform aber fallen selbst Standorte in der Bundesrepublik mit einem niedrigen kombinierten Gewinnsteuersatz wie Wolfertschwenden mittlerweile hinter US-Bundesstaaten wie North Carolina (23,4 Prozent kombinierter Gewinnsteuersatz) mit besonders niedrigen Steuern zurück. Nach wie vor sind die deutschen Niedrigsteuer-Kommunen aber steuerlich attraktiver als wichtige US-Bundesstaaten mit vergleichsweise hohen Steuerbelastungen. So unterbietet die Gesamtsteuerlast in der Beispielgemeine Wolfertschwenden mit 23,9 Prozent die Steuerbelastung in New York (26,1 Prozent Steuerbleastung) und Kalifornien (28,0 Prozent).

    „Die Gewerbesteuer hat für Unternehmen und ihre Standortentscheidung in Deutschland eine enorme Bedeutung, die vor allem im internationalen Vergleich zu Verschiebungen führen kann, wenn man sich die steuerliche Belastung vor Augen führt“, fasst Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ sowie Mitautor der Studie, zusammen.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Telefon 0621/1235-149, E-Mail friedrich.heinemann@zew.de


    Original publication:

    https://www.vbw-bayern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Wirt...


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists
    Economics / business administration
    transregional, national
    Research results
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).