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01/21/2019 12:00

Nur ein flüchtiger Moment

ESO Science Outreach Network (Dr. Markus Nielbock) Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Astronomie

    Der schwache, vergängliche Glanz, der vom Planetarischen Nebel ESO 577-24 ausgeht, ist nur von kurzer Dauer – etwa 10.000 Jahre, astronomisch gesehen ein Augenzwinkern. Das Very Large Telescope der ESO erfasste diese Hülle aus glühendem ionisiertem Gas – der letzte Atemzug des sterbenden Sterns, dessen köchelnde Überreste im Zentrum dieses Bildes zu sehen sind. Wenn sich die Gashülle dieses planetarischen Nebels ausdehnt und verdunkelt, wird sie im Laufe der Zeit völig verblassen.

    Eine vergängliche Hülle aus glühendem Gas, die sich im Raum ausbreitet – der Planetarische Nebel ESO 577-24 – dominiert dieses Bild [1]. Dieser Planetarische Nebel ist der Überrest eines toten Riesensterns, der seine äußeren Schichten abgeworfen hat und einen kleinen, extrem heißen Zwergstern zurücklässt. Dieser verbliebene Überrest wird sich allmählich abkühlen und verblassen und seine übrige Zeit als bloßer Geist eines einst mächtigen roten Riesensterns verbringen.

    Rote Riesen sind Sterne am Ende ihrer Lebensdauer, die den Wasserstoff verbraucht haben, der ihre Kerne mit Brennstoff versorgt, und sich unter dem erdrückenden Griff der Schwerkraft zu zusammenziehen beginnen. Wenn ein Roter Riese schrumpft, entzündet der immense Druck den Kern des Sterns erneut, worauf er seine äußeren Schichten als starken Sternwind in die Leere des Alls schleudert. Der glühende Kern des sterbenden Sterns strahlt ultraviolette Strahlung aus, die intensiv genug ist, um diese ausgeworfenen Schichten zu ionisieren und zum Leuchten zu bringen. Das Ergebnis ist das, was wir als Planetarischen Nebel sehen - ein letztes, flüchtiges Testament eines alten Sterns am Ende seines Lebens [2].

    Dieser funkelnde Planetarische Nebel wurde als Teil der Himmelsdurchmusterung des Palomar Observatoriums der National Geographic Society in den 1950er Jahren entdeckt und 1966 in den Abell Katalog der Planetarischen Nebel aufgenommen [3]. Etwa 1400 Lichtjahre von der Erde entfernt ist das gespentische Glühen von ESO 577-24 nur durch ein leistungsstarkes Teleskop sichtbar. Wenn sich der Zwergstern abkühlt, wird sich der Nebel weiter in den Raum ausdehnen und langsam verblassen.

    Dieses Bild von ESO 577-24 wurde im Rahmen des ESO Cosmic Gems-Programms erstellt, einer Initiative, die Bilder von interessanten, faszinierenden oder optisch ansprechenden Objekten mit ESO-Teleskopen für Zwecke der Bildung und Öffentlichkeitsarbeit liefert. Das Programm nutzt Teleskopzeit, die nicht für wissenschaftliche Beobachtungen genutzt werden kann. Die gesammelten Daten werden den Astronomen jedoch über das Wissenschaftsarchiv der ESO zur Verfügung gestellt.

    Endnoten

    [1] Planetarische Nebel wurden erstmals im 18. Jahrhundert von Astronomen beobachtet – für sie ähnelten ihr schwaches Leuchten und ihre scharfen Konturen Planeten des Sonnensystems.

    [2] Wenn sich unsere Sonne eines Tages zu einem roten Riesen entwickelt, wird sie das ehrwürdige Alter von 10 Milliarden Jahren erreicht haben. Es gibt jedoch keinen unmittelbaren Grund zur Panik - die Sonne ist derzeit erst 5 Milliarden Jahre alt.

    [3] Astronomische Objekte haben oft eine Vielzahl von offiziellen Namen, wobei verschiedene Kataloge unterschiedliche Bezeichnungen enthalten. Der formale Name dieses Objekts im Abell Katalog der planetarischen Nebel lautet PN A66 36.

    Weitere Informationen

    Die Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Die Organisation hat 16 Mitgliedsländer: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Hinzu kommen das Gastland Chile und Australien als strategischer Partner. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO verfügt über drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Chile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist außerdem einer der Hauptpartner bei zwei Projekten auf Chajnantor, APEX und ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Auf dem Cerro Armazones unweit des Paranal errichtet die ESO zur Zeit das Extremely Large Telescope (ELT) mit 39 Metern Durchmesser, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird.

    Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.


    More information:

    https://www.eso.org/public/germany/news/eso1902 - - Webversion der Pressemitteilung mit weiteren Links, Videos und Bildern (auch in höher aufgelösten Versionen)


    Images

    ESO/Europäische Südsternwarte
    ESO/Europäische Südsternwarte
    Bild: ESO
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    Der Planetarische Nebel ESO 577-24
    Der Planetarische Nebel ESO 577-24
    Bild: ESO
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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Physics / astronomy
    transregional, national
    Research results
    German


     

    ESO/Europäische Südsternwarte


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