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04/15/2019 10:51

Lisa Tichagwa: Ausnahmestudentin im Fach Chemie

Carolin Neudeck Corporate Communications & Public Relations
Jacobs University Bremen gGmbH

    Medizin? Ja! Ingenieurswissenschaften? Ja! Aber Chemie? Besser nicht. „Wenn man in Zimbabwe erzählt, man wolle Chemie studieren, sagen die meisten Leute: Was willst du denn damit anfangen?“ erzählt Lisa Tichagwa. „Sie legen einem andere Fächer nahe.“ Die 21-Jährige entschied sich dennoch für das Chemiestudium an der Jacobs University Bremen. Jetzt wurde sie für ihre herausragenden Studienleistungen mit einem Stipendium der August Wilhelm-von-Hofmann-Stiftung der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet – und fühlt sich in ihrer Wahl bestätigt. „Das Stipendium zeigt mir, das ich die richtige Entscheidung getroffen habe.“

    Das gilt nicht für das Fachgebiet, sondern auch für die Hochschule. Auf die Jacobs University stieß sie bei Recherchen nach möglichen Studienorten im Internet. „Das Studienprogramm, die Interdisziplinarität und die Tatsache, dass auf dem Campus Englisch gesprochen wird, haben mich angesprochen und überzeugt“. Sie bewarb sich, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen und ohne jemals zuvor in Deutschland gewesen zu sein.

    Nach erfolgreicher Zulassung kam Lisa Tichagwa Ende Januar 2017 in Bremen an. Es war ein kalter Tag. Als sie erstmals den Campus betrat, war es fast dunkel. Das Gefühl des Verlorenseins hielt nicht lange an. „Mit der Mitbewohnerin meiner Unterkunft habe ich mich gleich gut verstanden. Der interkulturelle Workshop für Neulinge, an dem ich teilnahm, hat auch dazu beigetragen, dass ich mich schnell willkommen gefühlt habe.“

    Als hilfreich für ihre Integration erwies sich zudem das gemeinsame Leben und Studieren auf dem Campus. Die Studierenden der Jacobs University sind in vier Unterkünften auf dem 34 Hektar großen Gelände untergebracht. „Man hat das Gefühl: Jeder kennt jeden“, erzählt Lisa. Grenzen zwischen den einzelnen Jahrgängen existieren nicht, ob man im ersten oder dritten Jahr ist, macht keinen Unterschied. „Alle sind ansprechbar, insbesondere auch die Professoren, das ist sehr hilfreich.“

    Ulrich Kortz, Professor für Chemie, hat Lisa für das Stipendium vorgeschlagen, das nach August Wilhelm von Hofmann, dem Gründungspräsidenten der ersten deutschen chemischen Gesellschaft benannt ist. In der Arbeitsgruppe von Kortz hat sie sich neben dem regulären Studium engagiert und zwei neuartige metallorganische Verbindungen synthetisiert und charakterisiert, für eine Bachelor-Studierende eine ungewöhnliche Leistung. „Als Jahrgangsbeste ist sie eine Ausnahmestudentin“, so Kortz.

    Die Tätigkeit im Labor, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen und mit den Händen arbeiten zu können, das schätzt Lisa an meisten. Es sei ein Privileg, so früh im Studium forschen zu dürfen, meint sie. Auch in der Chemistry-Society der Jacobs University ist sie engagiert. Und im alljährlichen MINTernational Workshop der Jacobs University, eine Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology, hat sie Schülerinnen und Schüler aus der Region Bremen in ihrem Fach unterrichtet.

    Aber es ist nicht alles Chemie in ihrem Leben. Gleiche Bildungschancen für alle, unabhängig von ihrer Herkunft, ist ein Thema, mit dem sie sich befasst, seit sie ein Praktikum bei ESSA absolviert hat. Die Organisation will helfen, den Bildungsstandard in Afrika südlich der Sahara zu verbessern, Akteure des Bildungsbereichs miteinander zu vernetzen und einen besseren Zugang zu Wissen über Bildung in Afrika zu erreichen. Umweltthemen interessieren sie und zur Entspannung nimmt sie ganz einfach ein Blatt Papier in die Hand und faltet Origami.

    Im kommenden Jahr wird Lisa Tichagwa ihren Abschluss machen. Auch was dann folgt, ist für sie bereits klar: Sie will einen Master anschließen und danach die Promotion. Natürlich in Chemie.

    Dieser Artikel ist Teil der Serie „Faces of Jacobs", in der die Jacobs University Studierende, Alumni, Professoren, Mitarbeiter und Freunde der Jacobs University vorstellt. Weitere Folgen sind unter www.jacobs-university.de/faces/de zu finden.

    Über die Jacobs University Bremen:
    In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre mehr als 1400 Studierenden stammen aus mehr als 100 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.

    Für weitere Informationen: www.jacobs-university.de
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    Kontakt:
    Carolin Neudeck | Corporate Communications & Public Relations
    c.neudeck@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4504


    Criteria of this press release:
    Journalists, Students, all interested persons
    Chemistry, Social studies
    transregional, national
    Personnel announcements, Studies and teaching
    German


    Die Tätigkeit im Labor, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen und mit den Händen arbeiten zu können, das schätzt Lisa Tichagwa an meisten


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    Die 21-jährige Lisa aus Zimbabwe studiert mit Begeisterung Chemie an der Jacobs University Bremen.


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