Gefährdungsbeurteilungen: kennen – erstellen – verantworten und umsetzen

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12/05/2019 18:28

Gefährdungsbeurteilungen: kennen – erstellen – verantworten und umsetzen

Katharina Seng Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V.

    Zum Forum Arbeitsschutz an Hochschulen und Forschungseinrichtungen am 27. und 28. November 2019 in Hannover:
    Gefährdungsbeurteilungen – der Ursprung für das Handeln im Arbeitsschutz. Das Forum Arbeitsschutz 2019 des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung e. V. (HIS-HE) am 27./28. November 2019 in Hannover befasste sich dieses Jahr mit ausgewählten Gefährdungsfaktoren und dem Umgang damit.

    Die Resonanz auf die Veranstaltung war mit über 80 Teilnehmenden, vorrangig Fachkräften für Arbeitssicherheit, sehr positiv; das Interesse galt dem Austausch mit anderen Einrichtungen und den Vortragsthemen, u. a.:

    - Erstprüfung von elektrischen Arbeitsmitteln,
    - Expositionen von CMR (cancerogen mutagen reprotoxic) Stoffen und damit verbundene Dokumentationspflichten nach gesetzlichen Vorgaben,
    - Einbezug von Arbeitssicherheit bei Veranstaltungen sowie
    - Umgang mit Brand- und Explosionsgefahren.

    Den thematischen Einstieg gestaltete Ingo Holzkamm (HIS-HE) und ging der Frage nach, wer die Gefährdungsbeurteilungen erstellt und wie dabei vorgegangen wird. Er stellte dies in Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen zur Pflichtenübertragung auf Führungskräfte im Arbeitsschutz.

    Ob die Erstprüfung elektrischer Arbeitsmittel ein Muss ist oder es Ausnahmen gibt, dazu referierte Dipl.-Wirtsch.-Ing. Markus Klar, LL.M. (EABCon-Ingenieurbüro Klar). Er stellte den inhaltlichen Zusammenhang zwischen den rechtlichen Anforderungen aus der Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV, der DGUV Vorschrift 4 und der DIN VDE 0105-100 und den möglichen Ausnahmen zur Erstprüfung vor.

    Das Expositionsverzeichnis für CM(R)-Stoffe und die Dokumentation im Hochschulbereich stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Susanne Zöllner, Sachgebietsleiterin der Zentralen Expositionsdatenbank am Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie referierte zu der Verordnungsgrundlage in der Gefahrstoffverordnung und veranschaulichte den Umgang mit der Zentralen Expositionsdatenbank ZED und deren Umsetzungsmöglichkeiten.

    Olaf Jastrob, Fachplaner und Sachverständigenbüro für Veranstaltungssicherheit, erläuterte die Verantwortung für die Sicherheit bei Veranstaltungen in deutschen Hochschulen. Die Vielfalt an Veranstaltungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen reicht vom normalen Lehrbetrieb, Fachtagungen, Messen und Jobbörsen bis zu Studierendenfeten und Fremdvermietungen. Er betonte, dass die Relevanz von Sicherheit viele Facetten aufmacht: da wären Fragen nach Zuständigkeiten, sicherheitsrelevanten Aspekten und der Verantwortung von VeranstaltungsleiterInnen zu klären. Dabei kann das Maßnahmenprinzip „technisch – organisatorisch – personenbezogen TOP“ aus dem Arbeitsschutz auch auf die Sicherheit von Veranstaltungen übertragen werden.

    Dr.-Ing. Ulrich Seifert vom Fraunhofer-Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Oberhausen informierte zum Explosionsschutz in Laboratorien. Speziell ging es um explosionsfähige Atmosphären und Gemische. Neben der Erläuterung der rechtlichen Grundlagen beschrieb er Beispiele für Sonderfälle im Explosionsschutz.

    Den Abschluss bildete der Vortrag von Prof. Dr. Rüdiger Trimpop, Lehrstuhlinhaber in der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zur „Umsetzung und Beachtung von Gefährdungsbeurteilungen in der Praxis – Risikoverhalten und Sicherheitsmotivation von Hochschulmitgliedern“. Um einen wirksamen Arbeitsschutz erzielen zu können, muss die Motivation durch Kommunikation verändert werden. Arbeitsschutz (Sicherheit und Gesundheit) ist für die Führungskräfte nicht das Hauptziel. Daher sieht er es als eine Aufgabe der Fachkräfte für Arbeitssicherheit an, verständlich und im Interesse des Anwenders zu kommunizieren. Plakativ wurde es mit dem Sprichwort beschrieben „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“. Dabei sollten die Motivationsfaktoren wie Einflussmöglichkeiten, emotionaler Antrieb und Ziele auch im Arbeitsschutz angesprochen werden. Motivationsansätze bei Wissenschaftlern müssen berücksichtigen, dass diese Zielgruppe deutlich risikobereiter ist, für Innovationen steht und deren Ziel es nicht ist, Gesetze einzuhalten, sondern damit so wenig wie möglich in Konflikt zu gelangen. Zielführend sei es daher, Wissenschaftler neugierig zu machen, wie sie ihre Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen können und welche Mitgestaltungsmöglichkeiten sie haben.

    Beim moderierten Austausch im Plenum diskutierten die Teilnehmenden intensiv zu den aktuellen Themen ihrer Einrichtung sowie bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen. Das Format mit viel Raum für Erfahrungsaustausch und Diskussion kam bei den Teilnehmenden gut an. HIS-HE wird die angesprochenen Themen weiterführen, vertiefen und zu gegebener Zeit die Veranstaltung fortführen.


    Contact for scientific information:

    Urte Ketelhön (E-Mail: ketelhoen@his-he.de)


    More information:

    https://his-he.de/veranstaltungen/detail/veranstaltung/forum-arbeitssicherheit-2... - Zur Veranstaltungsdokumentation


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, Students
    interdisciplinary
    transregional, national
    Studies and teaching, Transfer of Science or Research
    German


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