idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
05/29/2020 10:30

Erfolgreicher Sonderforschungsbereich zu Hepatitis-Viren und Immunabwehr

Julia Bird Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Heidelberg

    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt zweite Förderperiode mit rund 13 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre / Sprecher des transregionalen SFB ist Prof. Dr. Ralf Bartenschlager, Medizinische Fakultät Heidelberg / Warum verlaufen bestimmte Hepatitis-Infektionen häufig chronisch, warum heilen andere aus?

    Der transregionale Sonderforschungsbereich SFB 179 „Ursachen der Ausheilung bzw. Chronifizierung von Infektionen mit Hepatitisviren“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg geht in die zweite Förderperiode: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt über einen Zeitraum von vier Jahren rund 13 Millionen Euro. „Die herausragende Konzeption sowie die Forschungsergebnisse bislang haben überzeugt. Wir gratulieren den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herzlich!“, sagt Dekan Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich. An der Medizinischen Fakultät Heidelberg sind insgesamt acht SFBs und SFB-Transregios angesiedelt, die Heidelberger Wissenschaftler sind an weiteren sechs beteiligt.

    Die Forscher gehen am Beispiel der verschiedenen medizinisch relevanten Hepatitis Viren der Frage nach, was darüber entscheidet, dass Infektionen ausheilen oder einen chronischen Verlauf nehmen. Sprecher ist Professor Dr. Ralf Bartenschlager, Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg und Sprecher des Forschungsschwerpunkts Infektion, Entzündung und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Neben weiteren Wissenschaftlern der Universität Heidelberg sind Teams des Universitätsklinikums Freiburg, der TU München sowie des DKFZ beteiligt.

    Forschung bildet Basis für neue Therapien und Impfungen

    Die Hepatitis-Formen B und C sind weltweit die am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten mit häufig chronischem Verlauf: Schätzungsweise 75 Millionen Menschen leiden an einer chronischen Hepatitis C und rund 250 Millionen Menschen an einer chronischen Hepatitis B, wobei schätzungsweise zehn Prozent dieser Betroffenen zusätzlich mit dem Hepatitis D Virus infiziert sind. Diese Personen haben auf Grund dieser chronischen Infektionen ein hohes Risiko an Leberzirrhose und Leberkrebs zu erkranken. Trotz bedeutender medizinischer Fortschritte in den letzten Jahren besteht noch dringender Forschungs- und Handlungsbedarf bei Prävention und Therapie.
    Während es einen Impfstoff gegen die Hepatitis B-Virus (HBV) Infektion gibt, sind chronische Infektionen quasi nicht heilbar. Bei Hepatitis C Virus (HCV) Infektionen ist es umgekehrt: Dank neuer Medikamente ist eine Heilung möglich, aber es gibt keine Impfung.

    „Die Vermehrungsstrategien der beiden Viren unterscheiden sich grundsätzlich, darüber ist inzwischen viel bekannt. Wir wissen allerdings nicht, wie sie es jeweils schaffen, die körpereigene Abwehr zu umgehen“, sagt Professor Bartenschlager. „Warum bleibt das Erbgut von HBV in den infizierten Zellen über lange Zeit unangetastet? Warum erkennen bestimmte Immunzellen, die Killerzellen, infizierte Zellen nicht? Und warum versagt unsere erste Abwehrlinie, die sogenannten angeborene Immunantwort in so vielen Fällen?

    Diesen und weiteren wichtigen Fragen wollen die interdisziplinären Teams mit modernsten Techniken und Methoden auf den Grund gehen. „Dazu nutzen wir einen integrativen Ansatz, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen Viren und Wirtsorganismus von verschiedenen Seiten beleuchtet“, so der renommierte Virologe. Das Forschungskonsortium führt daher Experten für Immunologie, Virologie, Leberstoffwechsel und -erkrankungen, Pathologie, Zellbiologie, moderne Bildgebungsverfahren und Bioinformatik zusammen. „Mit diesem Ansatz konnten wir in der ersten Förderphase unseres Forschungsnetzwerks zeigen, wie die Killerzellen gezielt ausgeschaltet werden und es ist uns gelungen, vielversprechende Therapieansätze zu entwickeln. Einer davon wird demnächst zur Therapie der chronischen Hepatitis D zugelassen und steht dann den Patienten zur Verfügung. In der nächsten Förderphase richten wir den Blick auf die klinische Anwendung dieser Therapien, die uns auch weitere Hinweise geben werden, warum bestimmte Personen chronisch erkranken und andere nicht. Das ist von generellem Interesse, weit jenseits der Hepatitisviren“, so Bartenschlager.

    Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Ziel von Sonderforschungsbereichen ist es, innovative, aufwendige und langfristig konzipierte Forschungsvorhaben über die Grenzen von Fachdisziplinen und Institutionen hinaus zu fördern. Neben wissenschaftlichen Aspekten tragen auch Nachwuchsförderung und die Gleichstellung von Forscherinnen und Forschern zum erfolgreichen Abschneiden im anspruchsvollen Auswahlverfahren der DFG bei.


    More information:

    http://www.trr179.de/de/ Webseite SFB
    https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/events/newsroom/events/medizin-am-abend/2... Beitrag von Prof. Bartenschlager zu Hepatitis-Viren bei der Vorlesungsreihe „Medizin am Abend“ von Februar 2020: Text mit Audiobeitrag


    Images

    Prof. Dr. Ralf Bartenschlager
    Prof. Dr. Ralf Bartenschlager

    Universitätsklinikum Heidelberg


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
    Biology, Medicine
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

    Prof. Dr. Ralf Bartenschlager


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).