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04/07/2021 14:21

Vorreiterin für Wissenschaftsfreiheit: Fünf Jahre Philipp Schwartz-Initiative

Kristina Güroff Pressereferat
Alexander von Humboldt-Stiftung

    Als erste Forschungsorganisation Deutschlands rief die Alexander von Humboldt-Stiftung mit der Philipp Schwartz-Initiative ein Förderprogramm zum Schutz gefährdeter und verfolgter Wissenschaftler*innen ins Leben. Seitdem hat das Programm auf nationaler und internationaler Ebene Schule gemacht.

    „Die Wissenschaftsfreiheit ist in vielen Ländern in Gefahr. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Philipp Schwartz-Initiative mussten dies persönlich erfahren. An deutschen Universitäten finden sie seit nun fünf Jahren Schutz und neue Perspektiven. Die vom Auswärtigen Amt gemeinsam mit der Alexander von Humboldt-Stiftung ins Leben gerufene Initiative hat viel bewirkt beim Aufbau professioneller Strukturen zum Schutz verfolgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und bei ihrer Integration in Deutschland“, sagte Staatsministerin Michelle Müntefering anlässlich des 5-jährigen Bestehens der Initiative.

    Im Jahr 2016 wurden die ersten Stipendien im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative vergeben. Seitdem haben bislang 280 gefährdete Wissenschaftler*innen dank der Initiative ihre Forschungsarbeit in Deutschland fortsetzen können. Sie kamen aus 19 unterschiedlichen Herkunftsländern, wo sie Krieg oder staatlicher Gewalt ausgesetzt waren. Inzwischen zählen 91 Forschungseinrichtungen bundesweit zu den gastgebenden Einrichtungen. Die Philipp Schwartz-Initiative ist ein Programm, das aus der deutschen Forschungslandschaft kaum mehr wegzudenken ist. Und das nicht erst, seit die Initiative 2018 vom Auswärtigen Amt und vom Deutschen Bundestag als dauerhaftes Programm verstetigt wurde.

    „Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat es mit der Philipp Schwartz-Initiative vorgemacht. Nun sind wir Vorbild für andere Länder. Es macht uns stolz, dass wir gefährdeten Forschenden Schutz und die Chance eines Neustarts geben sowie einen Beitrag zur Förderung der Wissenschaftsfreiheit leisten können“, sagt Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung.

    Anlässlich des Jubiläums blickt die Humboldt-Stiftung mit der Publikation „Ein neuer Anfang“ auf die Erfolgsgeschichte Philipp Schwartz-Initiative zurück. Darin kommen auch Alumni der Philipp Schwartz-Initiative wie Anan Alsheikh Haidar zu Wort. Sie berichten von ihren unterschiedlichen Hintergründen, ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Wissenschaftssystem Deutschland und seinen Herausforderungen. Auch deutsche Forschende, die als Mentor*innen gefährdete Forschende in ihre Teams aufgenommen haben, geben in der Broschüre Einblicke. Ebenso kommen Vertreter*innen der Stiftung, des Auswärtigen Amtes und von Partnerorganisationen zu Wort.

    Eine Evaluation des Programms 2019 ergab, dass eine große Zahl der Geförderten unmittelbar nach ihrem Stipendium eine Anstellung vorweisen konnte. Das sei vielleicht einer der größten Erfolge der Initiative, wie Enno Aufderheide, Generalsekretär der Humboldt-Stiftung, in der Jubiläums-Publikation betont. Ein weiterer Meilenstein in der Einbindung von gefährdeten Wissenschaftler*innen wurde im letzten Jahr genommen. Die aufnehmenden Institutionen können den Stipendiat*innen nun auch Arbeitsverträge anbieten, was die Integration in den Wissenschaftsbetrieb erleichtert.

    Darüber hinaus hat die Alexander von Humboldt-Stiftung im internationalen Kontext 2019 gemeinsam mit neun Partnern das Projekt Inspireurope ins Leben gerufen. Inspireurope ist eine auf drei Jahre angelegte Initiative zur Unterstützung, Förderung und Integration gefährdeter Forschender in Europa, finanziert von der Europäischen Union als Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme (MSCA).

    Bei der Philipp Schwartz-Initiative arbeitet die Humboldt-Stiftung von Beginn an mit internationalen Partnerorganisationen wie dem Scholars at Risk Network, dem Scholar Rescue Fund und dem Council for At-Risk Academics zusammen. Bis März 2022 hat die Alexander von Humboldt-Stiftung auch das Sekretariat der 2016 gegründeten deutschen Sektion des Scholars at Risk Network inne.

    Zur Vernetzung der Akteure dient das jährlich stattfindende Philipp Schwartz Forum. Das nächste wird am 26. April 2021 als virtuelle Konferenz stattfinden. Dann geht es auch um Wissenschaftsfreiheit in Belarus.

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    Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 56 mit Nobelpreis.

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    Pressekontakt
    Referat Presse, Kommunikation und Marketing
    Tel: +49 228 833-144
    E-Mail: presse@avh.de

    Leiter Referat Presse, Kommunikation und Marketing
    Georg Scholl


    More information:

    http://www.humboldt-foundation.de/fileadmin/Entdecken/Newsroom/Dossier_Philipp_S... - Publikation „Ein neuer Anfang“ (pdf)
    http://www.humboldt-foundation.de/entdecken/newsroom/dossier-philipp-schwartz-in... - Dossier Philipp Schwartz-Initiative
    http://www.humboldt-foundation.de/bewerben/foerderprogramme/philipp-schwartz-ini... - Philipp Schwartz-Initiative Programmwebsite


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    interdisciplinary
    transregional, national
    Cooperation agreements, Science policy
    German


    Vorreiterin für Wissenschaftsfreiheit: Fünf Jahre Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung


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