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04/07/2021 18:10

Dr. Florian P. Junne zum Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie berufen

Friederike Süssig-Jeschor Pressestelle
Universitätsmedizin Magdeburg

    Seine Vision: Präzisionsmedizin in Psychosomatik und Psychotherapie, die den individuellen Menschen in den Mittelpunkt stellt und digitale Innovationen für Forschung und zukunftsfähige Versorgung nutzbar macht.

    Der Campus der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg begrüßt mit Prof. Dr. med. Florian P. Junne seit April einen Neuzugang von der Exzellenzuniversität und dem Universitätsklinikum Tübingen. Der 42-Jährige tritt die Nachfolge von Prof. Dr. med. Jörg Frommer als Lehrstuhlinhaber und neuer Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Magdeburg an. Neben seiner klinischen Tätigkeit und der Ausbildung der Studierenden wird er sich wichtigen und klinisch relevanten Forschungsfragen widmen.

    Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Schwerpunkt Tiefenpsychologie freut sich sehr auf die neue Aufgabe und sieht mit dem künftigen Magdeburger Standort des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit und den weiteren exzellenten Forschungseinrichtungen beste Bedingungen. Mittels digitaler Innovationen und der Entwicklung smarter Zukunftsstrategien will Prof. Junne auch daran mitarbeiten, den medizinischen Versorgungsanforderungen im Flächenland Sachsen-Anhalt zu begegnen. Hierzu arbeitet Prof. Junne aktuell beispielsweise an einer Studie mit, die Tele-Psychotherapie zur spezialisierten Rückfallprophylaxe nach stationärer Therapie untersucht.

    Für Prof. Junne ist deutlich: „Der Bedarf an spezialisierter Behandlung für Patientinnen und Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen ist hoch, und er steigt durch die enormen psychischen Belastungen der Pandemie aktuell weiter an. Zudem sind die Langzeitfolgen für viele COVID-19 Erkrankten eine interdisziplinäre Herausforderung – auch für die Psychosomatische Medizin. Diesen Aufgaben will ich mich mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsklinik für Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie in Magdeburg mit ganzer Kraft widmen, um bestmögliche Angebote für unsere Patientinnen und Patienten gestalten zu können.“

    Die klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte von Prof. Junne liegen in der translationalen Weiterentwicklung der Behandlung von Patient:innen insbesondere mit Ess- und Gewichtsstörungen, mit chronischen Schmerzstörungen, mit Stressfolgestörungen (z.B. „Burn Out“), Psychoonkologie und Traumafolgestörungen. Hierzu kooperiert Prof. Junne in der Forschung auch mit internationalen Partnern, etwa mit Kollegen der Harvard School of Public Health in den USA.

    Im Bereich der Prävention forscht der gebürtige Stuttgarter aktuell in mehreren Forschungsverbünden an der Verbesserung der Stressprävention für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in Unternehmen. „In unseren Präventionsstudien, zum Beispiel zur stresspräventiven Führung im Krankenhaus, stellen wir unter anderem die Ressource Teamarbeit in den Mittelpunkt. Hierbei zeigen sich zunehmend auch Herausforderungen durch die Digitalisierung von Kommunikation insbesondere während der Pandemie“, erklärt Prof. Junne eines seiner Forschungsfelder. Für seine Arbeiten im Feld der stresspräventiven Führung im Krankenhaus wurde Prof. Junne kürzlich für den „Award Arbeitsmedizin 2021“ ausgewählt.

    Prof. Dr. med. Florian Junne absolvierte sein Medizinstudium als Stipendiat der Begabtenförderung an der Universität Witten/Herdecke, wo er auch promovierte. Zudem erwarb er an der London School of Economics and Political Science (LSE) einen Masterabschluss für “International Health Policy”. Auslandsaufenthalte während des Studiums führten ihn an die University of Adelaide/Australien und an die Case Western Reserve University Cleveland/USA. Prof. Junne habilitierte sich mit Arbeiten im Themenfeld der Körperbildwahrnehmungen bei Patient:innen mit Ess- und Gewichtsstörungen an der Medizinischen Fakultät Tübingen. Vor seinem Wechsel nach Magdeburg war er als leitender Oberarzt und stellv. Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Medizinischen Universitätsklinikum Tübingen tätig. In Tübingen leitete er in der Vergangenheit zudem auch die Psychoonkologische Forschung und Evaluation am Südwestdeutschen Tumorzentrum (CCC) Tübingen-Stuttgart. Die Arbeit von Prof. Junne wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem renommierten Hans-Roemer-Preis für Psychosomatische Medizin 2020.

    Der verheiratete Familienvater sieht auch privat in Magdeburg eine sehr gute Perspektive: „Meine Familie und ich freuen uns auf das Leben an der Elbe in dieser grünen und sportbegeisterten Stadt mit großer Geschichte.“

    Hintergrund:
    Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Kandidaten durchlaufen dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Experten besetzte Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Kandidaten in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, Students, all interested persons
    Medicine, Psychology
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Personnel announcements
    German


    Prof. Dr. Florian P. Junne, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Uni Magdeburg


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