idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Share on: 
09/16/2021 08:00

Mehr Effizienz, mehr Gewässerschutz, mehr Nährstoffe in Mangelregionen: Gärrest-Dünger optimal einsetzen

Dr. Torsten Gabriel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

    Forscher erarbeiten Handlungsempfehlungen vor dem Hintergrund der aktuellen Dünge-Verordnung

    In drei neuen Forschungsprojekten wollen Forscher/-innen bislang fehlendes Wissen zur optimalen Anwendung von Gärrest-Düngern bereitstellen. Ziel ist es, die Gärreste als wertvolle Nährstofflieferanten emissionsarm, effizient und wirtschaftlich einzusetzen. Dazu werden auch überregionale Ansätze untersucht. Düngeversuche sind in den Kulturen Mais, Durchwachsene Silphie, Wildpflanzen, Kartoffeln und Zuckerrüben geplant.

    Alle drei Vorhaben werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert.

    Die Anforderungen an das Gärrest-Handling steigen durch strengere Vorgaben beim Emissions-, Gewässer- und Klimaschutz, etwa im Zuge der neuen Dünge-Verordnung. Gleichzeitig stellen Gärreste einen wertvollen Dünger dar. Ihr Einsatz bietet sich insbesondere in Regionen mit wenig Tierhaltung an und kann dort Mineraldünger ersetzen – ein Potenzial, das bislang nicht voll ausgeschöpft wird. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die drei jetzt gestarteten Projekte. Die Forscher wollen Landwirte, Berater und weitere betroffene Akteure bei der Aufbereitung und emissionsarmen Anwendung von Gärrest-Düngern mit konkreten Handlungsanweisungen unterstützen. Es geht aber auch darum, die Rolle von Biogasanlagen als Systemdienstleister für Nähr- und Reststoffmanagement und Klimaschutz zu stärken. Die sich dadurch womöglich ergebenden wirtschaftlichen Perspektiven könnten viele Anlagen nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung gut gebrauchen.

    Im Vorhaben NAEHRWERT bewerten das Deutsche Biomasseforschungszentrum, die FH Münster und das 3N-Kompetenzzentrum systematisch etablierte und neue Verfahren zur Gärrestaufbereitung hinsichtlich Kosten und Machbarkeit.

    Das Thünen-Institut und das Julius-Kühn-Institut analysieren im Vorhaben RESOURCE verschiedene Düngungsstrategien in gärrestaufnehmenden und –abgebenden Regionen bezüglich ihrer Stickstoff(N)-Effizienz, der gasförmigen N-Emissionen (Lachgas und Ammoniak) sowie der Nitratauswaschung. Dabei erfassen die Wissenschaftler erstmalig sämtliche N-Emissionspfade in dieser eingehenden Form.

    Im Projekt SiGaer ermittelt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), wie man die Durchwachsene Silphie bedarfsgerecht mit Gärresten düngt.

    Die Projekte im Einzelnen: http://www.fnr.de/fileadmin/Projekte/2021/Presse/Anhang_zur_PM_2021-74_Gärrest-S...

    Ansprechpartner zu den Teilvorhaben stehen auf www.fnr.de/projektfoerderung unter folgenden Förderkennzeichen (FKZ) zur Verfügung:

    Technisch unterstütztes Nährstoffmanagement im Verbund mit Biogasanlagen und Anbauregionen (NAEHRWERT)

    Teilvorhaben 1: Bewertung und Optimierung der Prozessketten -
    DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
    FKZ 2220NR255A - https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR255A

    Teilvorhaben 2: Praxisvergleich verschiedener Aufbereitungstechniken –
    FH Münster
    FKZ 2220NR255B - https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR255B

    Teilvorhaben 3: Innovative Techniken und Gärproduktnutzung
    3N-Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e.V.
    FKZ 2220NR255C - https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR255C

    Gärreststrategien zur Optimierung von Nährstoffeffizienz, Wasser- und Klimaschutz im Pflanzenanbau (RESOURCE)

    Teilvorhaben 1: Exaktversuchsanlage zur Ableitung optimierter ackerbaulicher Maßnahmen in Marktfrucht- und Nährstoffüberschussregionen -
    Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)
    FKZ 2220NR018A - https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR018A

    Teilvorhaben 2: Modellierung und Praxisversuchsanlage zur Ableitung optimierter ackerbaulicher Maßnahmen in Marktfrucht- und Nährstoffüberschussregionen -
    Johann Heinrich von Thünen-Institut Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
    FKZ 2220NR018B - https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR018B

    Nachhaltige Verwertung von Gärresten in Beständen mit Durchwachsener Silphie (Silphium perfoliatum L.) (SiGaer)

    Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg
    FKZ 2220NR086X - https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR086X

    Hintergrund:

    Die 2020 novellierte Düngeverordnung enthält strengere Anforderungen zur Vermeidung von Nährstoffüberschüssen, die sich mit Inkrafttreten der Regeln in den besonders nitratbelasteten „Roten Gebieten“ zum 1.1.2021 noch weiter verschärft haben. Davon betroffen sind auch die derzeit ca. 9.000 Biogasanlagen in Deutschland mit ihrer Gärrestproduktion in Höhe von etwa 82 Mio. Tonnen jährlich. Diese Gärreste werden bislang fast ausschließlich als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Ihr bedarfsgerechte Einsatz und die sinnvolle Verwertung überschüssiger Gärreste und der in ihnen enthaltenen Nährstoffe stellen somit für Pflanzenbau- und Biogasbetriebe wichtige aktuelle Themen dar. Gleichzeitig liegen in Marktfruchtregionen Defizite bei Nährstoffen wie Phosphor vor.

    Steigende Anforderungen im Gewässerschutz und Nährstoffüberschüsse in Veredelungs- und Nährstoffmangel in Ackerbauregionen sind schon länger ein Thema. Das BMEL veröffentlichte deshalb bereits 2018 den Förderaufruf „Nachhaltige Aufbereitung und Verwertung von Gärrückständen“. Die jetzt gestarteten Projekte NAEHRWERT und SiGaer werden im Rahmen dieses Aufrufs gefördert.

    Fachliche Ansprechpartnerin:
    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
    Birthe Dehmel
    Tel.: +49 3843 6930-207
    E-Mail: b.dehmel(bei)fnr.de

    Pressekontakt:
    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
    Nicole Paul
    Tel.: +49 3843 6930-142
    Mail: n.paul(bei)fnr.de


    More information:

    http://www.fnr.de/fileadmin/Projekte/2021/Presse/Anhang_zur_PM_2021-74_G%C3%A4rr...
    https://www.fnr.de/projektfoerderung/projektdatenbank-der-fnr
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR255A
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR255B
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR255C
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR018A
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR018B
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR086X


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Environment / ecology, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research projects
    German


    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).