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10/13/2021 10:40

Weltneuheit jetzt auch in München: Wie Baby Paul das Leben von Frühgeborenen retten kann

Philipp Kressirer Kommunikation und Medien
Klinikum der Universität München

    Kollaboration der European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) und der Medizinischen Universität Wien mit der Neonatologie der Universitätskinderklinik am Dr. v. Haunerschen Kinderspital und dem Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) am LMU Klinikum München ermöglicht großen Schritt in Richtung Patientensicherheit für München und ganz Bayern: Mit dem weltweit kleinsten und modernsten Frühgeborenen-Simulator trainiert das Team der Neonatologie am LMU Klinikum die Behandlung der Allerkleinsten.

    + Jedes zehnte Kind wird zu früh geboren, [1] in Deutschland knapp 65.000 jährlich. [2]
    + Frühgeburtlichkeit ist immer noch die häufigste Todesursache im Säuglingsalter und birgt ein hohes Risiko für langfristige Spätfolgen und Entwicklungsstörungen. [3]
    + Die Behandlung Frühgeborener ist komplex und muss optimal verlaufen, um spätere, mögliche Langzeitfolgen zu vermeiden.

    In Notsituationen muss jeder Handgriff sitzen, insbesondere bei der Behandlung der vulnerabelsten Patientengruppe der Frühgeborenen. In München kommt ab heute der lebensechte Frühgeborenen-Simulator „Paul“ bei situationsechten Schulungsszenarien zum Einsatz. Dabei soll die notwendige Routine in Stresssituationen sowie die optimale Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung innerhalb der klinischen Versorgungsteams geübt werden. Entwickelt wurde das wegweisende Leuchtturmprojekt „Leben retten mit Paul“ durch den Zusammenschluss aus EFCNI, LMU Klinikum München und der MedUni Wien mit dem Ziel, standardisierte Simulationstrainings in der kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung von klinischem Fachpersonal in der Neonatologie zu etablieren. Denn so kann die Versorgungsqualität von Früh- und kranken Neugeborenen auf der neonatologischen Intensivstation nachhaltig verbessert werden.

    Im Gegensatz zur Luftfahrt ist medizinisches Simulationstraining nicht gesetzlich geregelt und diese sichere Art des Trainings gehört noch nicht zum Krankenhausalltag. Stattdessen schauen im medizinischen Betrieb junge Mitarbeiter*innen häufig den erfahreneren Kolleg*innen bei Eingriffen aller Art über die Schulter – Lernen erfolgt so meist lediglich über Zuschauen und ‚Learning-by-doing‘ direkt am Patienten. „Wir trainieren in Wien schon lange mit dem Frühgeborenensimulator Paul und freuen uns, im Rahmen dieses Projektes unsere Erfahrungen mit unseren Kolleg*innen in München zu teilen“, erklärt Angelika Berger, Leiterin der Abteilung für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde und des Comprehensive Center for Pediatrics an der Medizinischen Universität Wien im AKH Wien.

    Das fundierte Schulungskonzept sieht vor, neben ganzen Klinikteams auch Master-Trainer zu rekrutieren und unter Realbedingungen am Frühgeborenen-Simulator zu schulen, die in der zweiten Projektphase ihrerseits diese Trainings auf andere Geburtszentren in Bayern und perspektivisch auf ganz Deutschland (und schließlich Europa) ausweiten. „Wir möchten erreichen, dass in der Neugeborenenmedizin Simulationstrainings ebenso ein selbstverständliches Muss werden wie z.B. in der Luftfahrt und in anderen risikoreichen Branchen.“, schildert Silke Mader, geschäftsführende Vorsitzende und Gründerin von EFCNI.

    Zusätzlich zu diesen flächendeckenden Schulungen soll eine Evaluation des Projekts unter Leitung von Prof. Dr. Andreas W. Flemmer, Leiter der Neonatologie am LMU Klinikum, durchgeführt werden. „Ich freue mich, dass wir als erste Klinik in München dieses wegweisende Projekt realisieren können, das besonders modellhaft Forschung, Lehre, Eltern und Industrie vereint. Dabei liegt mir die bestmögliche Ausbildung der Mitarbeiter*innen auf unseren Früh- und Neugeborenen-Intensivstationen ganz besonders am Herzen!“, so Prof. Flemmer. Das Training wird von der MedUni Wien in Kollaboration mit der Neonatologie am LMU Klinikum München und EFCNI evaluiert, um anhand von Daten für Deutschland zu zeigen, welchen Einfluss die Schulungen am Frühgeborenen-Simulator auf die Patientensicherheit sowie die Zufriedenheit und Selbstsicherheit des Klinikpersonals haben.

    EFCNI will über dieses Projekt dazu beitragen, dass regelmäßige Simulationstrainings Standard und Pflicht in der kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal werden und auf eine gesetzliche Regelung hinwirken.

    Quellen:

    [1] WHO, Factsheet: Preterm birth [Internet]. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/preterm-birth

    [2] Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen. Bundesauswertung
    zum Erfassungsjahr 2016. Geburtshilfe. Qualitätsindikatoren [Internet]. 2017. Verfügbar unter:
    https://iqtig.org/downloads/auswertung/2016/16n1gebh/QSKH_16n1-GEBH_2016_BUAW_V0...

    [3] WHO, factsheet: Preterm birth [Internet]. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/preterm-birth

    Über EFCNI
    Die European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) ist die erste europaweite Organisation zur Vertretung der Interessen von Früh- und Neugeborenen und deren Familien. Sie vereint Eltern und medizinische Fachleute, die gemeinsam die gesundheitlichen Bedingungen von Früh- und Neugeborenen verbessern wollen, indem sie sich für Präventions , Behandlungs- und Unterstützungsmaßnahmen einsetzen. Die Vision von EFCNI ist es, jedem Kind den besten Start ins Leben zu ermöglichen.

    Die Stiftung wird unterstützt von AstraZeneca, GE Healthcare, Baxter, GlaxoSmithKline, Nestlé Nutrition Institute, Sanofi Pasteur, Prolacta, Philips, Takeda, DSM, Novartis und anderen privaten Unternehmen sowie individuellen Spenderinnen und Spendern. Darüber hinaus erhält EFCNI Mittel aus dem Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation Horizont 2020.

    Weitere Informationen unter: www.efcni.org


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. med. Andreas Flemmer
    Pädiater und Leiter der Neonatologie
    LMU Klinikum München
    Campus Großhadern
    Tel: +49 89 4400-72801
    E-Mail: andreas.flemmer@med.uni-muenchen.de

    Pressestelle EFCNI
    European Foundation for the Care of Newborn Infants
    Silke Mader
    Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende
    M: +49 (0) 170 169 56 04
    E-Mail: silke.mader@efcni.org


    More information:

    https://www.lmu-klinikum.de/aktuelles/pressemitteilungen/wie-baby-paul-das-leben...


    Attachment
    attachment icon Leben retten mit Paul - Frühgeborenen-Simulator

    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Medicine
    transregional, national
    Cooperation agreements, Transfer of Science or Research
    German


    Mit dem weltweit kleinsten und modernsten Frühgeborenen-Simulator trainiert das Team der Neonatologie am LMU Klinikum die Behandlung der Allerkleinsten.


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