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11/25/2021 16:52

Neue Sonderforschungsbereiche an der Universität Bonn

Svenja Ronge Dezernat 8 - Hochschulkommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Braunes Fett zur Adipositas-Bekämpfung und die Rolle von Landnutzung und Wassermanagement für den regionalen Klimawandel / Millionenförderung für Forscherteams

    Neue Schubkraft für exzellente Forschung an der Universität Bonn: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zwei neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Im SFB 1502 „Regionaler Klimawandel: Die Rolle von Landnutzung und Wassermanagement“ untersuchen die Forschenden die Hypothese, dass der vom Menschen verursachte Landnutzungswandel und ein intensiviertes Wassermanagement das regionale Klima beeinflussen. Sprecher des Verbunds ist Prof. Dr. Jürgen Kusche. Im Transregio-SFB 333 „Braunes und beiges Fett – Organinteraktionen, Signalwege und Energiehaushalt (BATenergy)“ betrachten die Teams verschiedene Arten von Fettgewebe und deren Rolle bei Stoffwechselerkrankungen. Der Verbund ist ein Zusammenschluss der Universitäten Bonn und des Universitätsklinikums Bonn, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz-Zentrums München. Sprecher ist Prof. Dr. Alexander Pfeifer.

    Die neuen innovativen Forschungsvorhaben erhalten eine Förderung in Höhe von jeweils mehreren Millionen Euro ab dem 1. Januar 2022 für zunächst vier Jahre. „Es sind großartige Neuigkeiten, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher unserer Exzellenzuniversität zwei neue Sonderforschungsbereiche einwerben konnten und zwei erfolgreiche SFB verlängert wurden. Ganz herzlich gratuliere ich den Sprechern und allen beteiligten Forschenden in Bonn und den anderen Standorten!“, sagt Rektor Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Hoch. „Beide neuen SFB adressieren zentrale Herausforderungen der Gesellschaften weltweit in den Bereichen Gesundheit und Klimawandel und sind nicht zuletzt deshalb verankert in unseren Transdisziplinären Forschungsbereichen, die ein Kernelement unserer Exzellenzstrategie bilden.“

    Regionaler Klimawandel: Die Rolle von Landnutzung und Wassermanagement

    Der menschengemachte Klimawandel hat bereits die Häufigkeit von Extremereignissen wie Hitzewellen, Dürren und Starkniederschlägen erhöht – Expertinnen und Experten prognostizieren eine Fortsetzung dieses Trends für den weiteren Verlauf des 21. Jahrhunderts. „Die Folgen davon, zum Beispiel austrocknende Böden in manchen Regionen und zunehmende Überflutungen in anderen, bedrohen das Zusammenleben und die Existenz zukünftiger Generationen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Kusche vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn, Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs. „Sie stellen erhebliche Risiken dar, unter anderem für eine nachhaltige landwirtschaftliche Erzeugung und somit auch für die Nahrungsmittelversorgung.“

    Der weitreichende Einfluss von Klimagasen, vor allem von CO2 und Methan, auf das globale Klima ist unbestritten. Im Sonderforschungsbereich 1502 „Regionaler Klimawandel: Die Rolle von Landnutzung und Wassermanagement“ untersuchen die Forschenden die Hypothese, dass auch der vom Menschen verursachte Landnutzungswandel und ein intensiviertes Wassermanagement das regionale Klima beeinflussen – und dadurch zu unbeabsichtigten Veränderungen im natürlichen regionalen Wasser- und Energiekreislauf führen. Die im SFB zu untersuchende Hypothese geht sogar so weit, dass derartige Veränderungen bereits maßgeblich zu den beobachteten Trends im regionalen Wasserkreislauf beigetragen haben.

    Um dieser Annahme weiter nachzugehen, kommen Forschende aus einem breiten Spektrum von Disziplinen zusammen – darunter die Hydrologie, Meteorologie, Geodäsie, Erdsystem-Modellierung, Fernerkundung, Agrarökonomie und die Sozialwissenschaften. Gemeinsam wollen sie ein Modellsystem entwickeln, das in der Lage sein wird, insbesondere diejenigen Interaktionen von Mensch und Klima abzubilden, die mit Veränderungen des kontinentalen Wasserkreislaufs verbunden sind.

    Die Projektgruppen des SFB werden sich in der ersten, vierjährigen Förderphase zunächst auf Europa konzentrieren. Ziel ist es, ein gekoppeltes Modellsystem zu entwickeln, das neben der Dynamik der einzelnen Komponenten des Erdsystems auch deren Wechselwirkungen untereinander abbildet und insbesondere dazu dienen soll, die menschengemachten Einflüsse auf den natürlichen regionalen Wasserkreislauf zu quantifizieren. „Unsere im SFB erzielten Forschungsergebnisse sollen als Grundlage für die Entwicklung von Kriterien für eine nachhaltige Land- und Wassernutzung dienen, im Sinne des regionalen Klimas“, betont Jürgen Kusche.

    Weitere Partner sind das Forschungszentrum Jülich, der Deutsche Wetterdienst DWD und die Universitäten Köln und Göttingen.

    Der Sonderforschungsbereich ist thematisch in die Transdisziplinären Forschungsbereiche „Modelling“ sowie „Sustainable Futures“ der Universität Bonn eingebettet.

    Fördersumme: knapp 10 Millionen Euro

    Sprecher:
    Prof. Dr. Jürgen Kusche, Professur für Astronomische, Physikalische und Mathematische Geodäsie; Institut für Geodäsie und Geoinformation (IGG), Universität Bonn

    Co-Sprecherin und Co-Sprecher:
    Prof. Dr. Silke Hüttel, Professur für Produktionsökonomik, Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik (ILR), Universität Bonn
    Prof. Dr. Harry Vereecken, Institut für Bio- und Geowissenschaften, Forschungszentrum Jülich

    Braunes Fett zur Adipositas-Bekämpfung

    Im Transregio-Sonderforschungsbereich 333 „Braunes und beiges Fett – Organinteraktionen, Signalwege und Energiehaushalt (BATenergy)“ arbeiten Forschende der Universitäten Bonn und des Universitätsklinikums Bonn, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz-Zentrums München eng zusammen. Sie untersuchen verschiedene Arten von Fettgewebe und deren Rolle bei Stoffwechselerkrankungen. Im Fokus stehen braune Fettzellen, die spezialisiert darauf sind, Energie in Wärme umzusetzen. Damit unterscheiden sie sich grundsätzlich von weißen Fettzellen, die Energie in Form von Fett speichern. Aber auch im weißen Fettgewebe gibt es vereinzelt braune Fettzellen, „beige“ Zellen genannt.

    Weltweit nimmt die Zahl der übergewichtigen und adipösen Patienten zu und damit Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Adipositas ist auch ein Risikofaktor, schwer an Covid19 zu erkranken. Ziel des Verbunds ist es, die Funktion der braunen Fettzellen auf allen Ebenen zu charakterisieren, neue Kommunikationswege innerhalb unseres Körpers aufzudecken und so in Zukunft neue Therapieansätze für Stoffwechselkrankheiten zu entwickeln.

    Das braune Fettgewebe wird durch Kälte aktiviert. Die Forschenden wollen die körpereigenen Botenstoffe identifizieren und herausfinden, wie verschiedene Organe das braune Fett regulieren. „Hierdurch ergibt sich ein neues Bild von wechselseitiger Kommunikation des Fettgewebes mit anderen metabolischen Organen“, sagt Prof. Dr. Alexander Pfeifer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Bonn, Sprecher des Sonderforschungsbereichs.

    In ihren Projekten setzen die Teams modernste molekularbiologische Methoden sowie Zellkultursysteme von Fettzellen ein und untersuchen den Stoffwechsel von der Maus bis zum Menschen. Dadurch erhoffen sie sich, neue molekulare Mechanismen und Zielstrukturen für Arzneimittel aufzudecken. Langfristig soll dies zu neuen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung von Stoffwechselerkrankung führen.

    Die Vize-Sprecher Prof. Dr. Jörg Heeren vom Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie des UKE und Prof. Dr. Henriette Uhlenhaut von der TUM School of Life Sciences betonen, dass der Verbund auf einzigartige Weise Experten-Teams aus der Metabolismus-Forschung an drei deutschen Exzellenzuniversitäten und dem Helmholtz Zentrum in München zusammenbringe.

    Der Sonderforschungsbereich ist thematisch in die Transdisziplinären Forschungsbereiche „Life and Health“ sowie „Sustainable Futures“ der Universität Bonn eingebettet. Im UKE ist der Sonderforschungsbereich thematisch dem interdisziplinären Forschungsbereich C3I (Center for Inflammation, Infection and Immunity) zugeordnet.

    Sprecher:
    Prof. Dr. Alexander Pfeifer, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Bonn

    Co-Sprecherin und Co-Sprecher:
    Prof. Dr. Jörg Heeren, Inhaber einer Heisenberg-Professur für Immuno-Stoffwechsel und stellvertretender Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Zellbiologie des UKE
    Prof. Dr. Prof. Dr. Henriette Uhlenhaut, Professur für Metabolic Programming, TUM School of Life Sciences und & ZIEL-Institute for Food & Health der TUM

    Innovative und langfristige Forschungsvorhaben

    Von der DFG eingerichtete Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund und sollen damit der Schwerpunkt- und Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen dienen. Sie bestehen aus einer Vielzahl von Teilprojekten, die von einzelnen oder mehreren Forschenden gemeinsam geleitet werden. Transregionale SFB verteilen sich auf mehrere antragstellende Hochschulen. Die SFB werden zunächst vier Jahre lang gefördert. Eine Verlängerung auf maximal zwölf Jahre ist möglich.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Jürgen Kusche
    Institut für Geodäsie und Geoinformation
    Universität Bonn
    Tel.: +49 228 73-2629
    E-Mail: kusche@geod.uni-bonn.de

    Prof. Dr. med. Alexander Pfeifer
    Institut für Pharmakologie und Toxikologie
    Universität Bonn
    Tel.: +49-228-287-51300/51302
    E-Mail: alexander.pfeifer@uni-bonn.de


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Biology, Geosciences, Medicine, Oceanology / climate, Social studies
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


    Prof. Dr. Jürgen Kusche, Sprecher des SFB „Regionaler Klimawandel: Die Rolle von Landnutzung und Wassermanagement“


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    Prof. Dr. Alexander Pfeifer, Sprecher des TRR-SFB „Braunes und beiges Fett – Organinteraktionen, Signalwege und Energiehaushalt (BATenergy)“


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