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01/13/2022 13:03

128. Kongress der DGIM: Internisten tagen unter dem Motto „Die Grenzen der Inneren Medizin“

Dr. Andreas Mehdorn Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Jahrestagung der DGIM findet als Hybrid-Kongress statt

    Nach einem pandemiebedingt abgesagten Kongress in 2020 und einem ausschließlich digital abgehaltenen Kongress in 2021 findet die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) im Frühjahr wieder als Präsenzveranstaltung statt. Vom Tagungsort im Wiesbadener Rhein-Main-Congress-Center aus werden Vorträge auch auf der Kongressplattform gestreamt und stehen im Nachgang on demand zur Verfügung.

    Für dieses Hybrid-Format haben sich die Organisatoren nicht zuletzt aufgrund des überragenden Erfolgs des letztjährigen Online-Kongresses entschieden, bei dem eine Rekordzahl von über 9000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreicht wurde. Die Jahrestagung findet vom 30. April bis 03. Mai 2022 statt.

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    „Die Grenzen der Inneren Medizin“ lautet das Leitthema des diesjährigen Kongresses, auf dem Kongresspräsident Professor Dr. med. Markus M. Lerch aus München den Begriff der „Grenze“ in all seinen Facetten auslotet. Denn die Innere Medizin ist nicht nur mit medizinischen Grenzen und den Grenzen ihres Fachgebietes konfrontiert. Auch ethische Grenzen, Grenzen am Lebensende, Kostengrenzen, Grenzen des technisch Möglichen und Sinnvollen spielen in der täglichen Routine eine Rolle. „Als Ärzte müssen wir uns immer auch fragen: Was bringt dem Patienten wirklich Lebensqualität zurück, und was entspricht letztlich dem Willen des Patienten?“, betont Lerch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des LMU-Klinikums München. „Sind wir bereit, auf die Prioritäten und Lebensentwürfe unserer Patienten einzugehen, selbst dann, wenn sie unserem Selbstbild als Heilenden entgegenstehen?“

    So wenig scharf die von den Betroffenen subjektiv empfundenen Grenzen zwischen Gesundheit und Beeinträchtigung, zwischen guter und schlechter Lebensqualität sind, so verhandelbar ist oft auch die medizinische Definition von Krankheit: Ab welchem messbaren Grenzwert ist ein Befund pathologisch? Wo endet der Bereich des „Normalen“, und ist jede Abweichung davon automatisch auch behandlungsbedürftig? „Mit immer empfindlicheren Diagnosemethoden dringen wir in Bereiche vor, die prognostisch möglicherweise nicht mehr relevant sind“, sagt Lerch etwa mit Blick auf immer sensitivere Labormethoden. Auch Kosten setzen Grenzen und werfen die Frage auf, welcher Wert einem Zugewinn an Lebensqualität oder Lebenszeit zugemessen wird – etwa bei extrem teuren Implantaten im Bereich der Kardiologie oder bei neuartigen Krebsmedikamenten, die mit monatlichen Behandlungskosten von mehr als zehntausend Euro zu Buche schlagen.

    Wo Grenzen sind, sind Grenzstreitigkeiten oft nicht fern. Ab welchem physiologischen Richtwert soll Behandlungsbedürftigkeit beginnen? Welche Erkrankung soll eher chirurgisch, welche endoskopisch behandelt werden? Und – insbesondere mit Blick auf eine voranschreitende Digitalisierung – wie weit darf das Recht auf Leben und Gesundheit dem Datenschutz geopfert werden und umgekehrt? „Kontroverse Themen wie diese möchten wir auf dem Kongress intensiv diskutieren, etwa in entsprechenden Pro- und Contra-Symposien“, so Lerch.

    Die Schwerpunktthemen des Kongresses im Einzelnen sind:

    o Grenzen ärztlichen Handelns – Was kann die Medizin, was kann die oder der Einzelne leisten? Welche Rolle spielen Überlastung und Resilienz heute?
    o Ethische Grenzen – Welche medizinischen Maßnahmen können oder sollten gerade am Lebensende noch ergriffen werden? Was entspricht dem Patientenwillen, was wirkt sich tatsächlich auf die Lebensqualität aus?
    o Medizinische Grenzen – Was ist medizinisch möglich und welchen Preis ist die Gesellschaft bereit, dafür zu zahlen?
    o Überwindung von Grenzen – Der (medizinisch-)technische Fortschritt verschiebt die Grenzen des Machbaren immer weiter. Zu den Durchbrüchen der letzten Jahre zählen u.a. neue Herzklappen, mRNA- und Antikörper-basierte Therapeutika, aber auch der zunehmende Einsatz der Telemedizin.
    o Grenzen zwischen der Inneren Medizin und anderen Fachgebieten – sind nicht in Stein gemeißelt: Sie sind fließend, unscharf, verschieben sich stetig und sollten für interdisziplinäre Kooperationen immer offen sein. Wie ist der Status quo?
    o Nicht überwundene Grenzen – Wie kann die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die klinische Praxis – etwa bei der personalisierten Medizin - besser und schneller gelingen? Welchen Weg haben wir bei der Digitalisierung noch vor uns?

    Auch über diese Schwerpunkte hinaus wird der Kongress in über 750 Vorträgen wie gewohnt die gesamte Bandbreite der Inneren Medizin abdecken. Das ausführliche Programm wird in Kürze auf der Kongress-Website der DGIM unter https://kongress.dgim.de und vor dem Kongressstart in der DGIM App (kostenfrei erhältlich im Google Play Store und im App Store) einsehbar sein. Ab sofort ist zudem die Teilnehmer-Anmeldung für den Kongress möglich – bis Mitte Februar zu ermäßigten Konditionen. Der Kongress ist als 2G-Veranstaltung geplant.

    Pressemitteilung online: http://www.dgim.de/pm-hybridkongress

    – Bei Veröffentlichung, Beleg erbeten. –

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    Terminhinweise:

    128. Kongress der DGIM – Hybridkongress
    Termin: 30. April bis 3. Mai 2022
    Ort: RheinMain Congress Center in Wiesbaden und online

    Patiententag
    Termin: 30. April 2022 von 09:30 bis 16:00 Uhr
    Ort: Rathaus Wiesbaden und online
    Infos unter: https://kongress.dgim.de/programm/patiententag/

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    Ihr Kontakt für Rückfragen:

    DGIM Pressestelle
    Janina Wetzstein, Juliane Pfeiffer
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: +49 711 8931-457/-693
    Fax: +49 711 8931-167
    E-Mail: wetzstein@medizinkommunikation.org / pfeiffer@medizinkommunikation.org
    Twittern Sie mit und unter #dgim2022
    http://www.kongress.dgim.de | http://www.facebook.com/DGIM.Fanpage/ | http://www.twitter.com/dgimev


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Organisational matters, Scientific conferences
    German


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