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04/01/2022 16:17

Arbeitsprogramm für die GWK im Jahr 2022

Rebekka Kötting Pressestelle
Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK)

    Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat in ihrer heutigen Sitzung ihr Arbeitsprogramm für das Jahr 2022 beschlossen: fünf Bund-Länder-Vereinbarungen will sie im laufenden Jahr verhandeln, um aktuellen Bedarfen in der Wissenschafts- und Hochschulförderung zu entsprechen.

    Die GWK hat sich auch mit der Ukraine-Krise befasst und den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine als eklatanten Bruch des Völkerrechts und Angriff auf Freiheit und Demokratie scharf verurteilt.

    Die Vorsitzende der GWK, Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, erklärt dazu:

    „Unsere uneingeschränkte Solidarität gehört den Ukrainerinnen und Ukrainern, denen durch die russische Invasion unermessliches Leid zugefügt wurde. Wir unterstützen alle Bemühungen, den Krieg und die Gewalt zu beenden und die territoriale Integrität und die Souveränität der Ukraine wiederherzustellen. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind daher dazu aufgefordert, alle laufenden und geplanten Maßnahmen mit staatlichen Stellen in Russland einzufrieren und/oder kritisch zu überprüfen. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass ankommende ukrainische sowie gefährdete und verfolgte russische und belarussische Forschende und Studierende rasch und unkompliziert bei der Aufnahme und Fortsetzung der Forschungstätigkeit sowie des Studiums unterstützt werden. Wichtig ist mir insbesondere, mich bei den Wissenschaftsorganisationen und den Hochschulen für deren großes Engagement bei der Unterstützung der betroffenen Forschenden und Studierenden zu bedanken. Bund und Länder werden die bereits vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen der Einrichtungen nach Kräften flankieren. So können wir der besonderen Sachlage gerecht werden.

    Der Krieg in der Ukraine hat auch massive Auswirkungen auf die Haushaltslage in Bund und Ländern. Gerade in Krisenzeiten kommt es auf eine engagierte Wissenschaftspolitik an. Ich freue mich deshalb über die heute gefassten Beschlüsse, mit denen wir zentrale Themen angehen: Dynamik in der Spitzenforschung, Personalförderung, Vernetzung und Qualitätssicherung.“

    Der stellvertretende GWK-Vorsitzende, Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Bayern, betont: „Der schreckliche russische Angriffskrieg auf die Ukraine verursacht größtes Leid. Wir sind in tiefer Sorge um die Menschen in der Ukraine und auf der Flucht. Wissenschaft ist eine völkerverbindende Brücke, die wir zur Ukraine unbedingt aufrecht-erhalten und stützen müssen. Dagegen müssen wir gegenüber den Aggressoren in Russland klare Kante zeigen. Deshalb müssen die institutionellen Kooperationen ausgesetzt werden. Das gilt ganz besonders für den Bereich der Spitzentechnologien. Gleichzeitig sind unsere Arme offen für alle klugen Köpfe, die sich vom System Putin abwenden oder vielleicht sogar fliehen müssen.“

    Blume weiter: „Bund und Länder haben sich in ihrer heutigen GWK-Sitzung auf ein Arbeitsprogramm für das Jahr 2022 verständigt, das die angesichts der aktuellen Kriegs- und Krisensituation beschränkten Spielräume so gut wie möglich nutzt. Fest steht, dass wir priorisieren und schnell festlegen müssen, was wir als Lehre aus den Krisen angehen werden. Innovationskraft und Schlüsseltechnologien gehören mehr denn je auf die politische Agenda. Massive Investitionen sind unausweichlich. Wir dürfen nicht abhängig sein von den Innovationen anderer oder von geopolitischen Sicherheitslagen. Hier sind wir als deutsche Wissenschafts- und Forschungsministerinnen und -minister besonders gefordert. Die Fortsetzung und Ausweitung der Exzellenzstrategie ist ein zentrales Element des künftigen Arbeitsprogramms.“

    Gegenstand des Arbeitsprogramms der GWK im Jahr 2022 ist insbesondere:

    • Bund und Länder streben an, die Exzellenzstrategie im November 2022 und somit rechtzeitig vor Beginn der Ende 2022 anlaufenden zweiten Wettbewerbsphase durch Beschluss einer überarbeiteten Bund-Länder-Vereinbarung in einer Weise fortzuentwickeln, die bestehenden Exzellenzclustern ebenso wie neuen Anträgen auf Exzellenzcluster angemessene Erfolgschancen einräumt. Damit soll die bereits mit dem Vorgängerprogramm Exzellenzinitiative aufgebaute Dynamik im deutschen Wissenschaftssystem er-halten und ausgebaut werden.

    • Die Konferenz unterstreicht das Ziel des Koalitionsvertrags des Bundes, den Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken ab 2022 analog zum Pakt für Forschung und Innovation zu dynamisieren. Mit dem Zukunftsvertrag, dem Nachfolgeprogramm des Hochschulpakts, soll über die Grundfinanzierung der Hochschulen hinaus eine flächendeckend hohe Qualität von Studium und Lehre und ein bedarfsgerechter Erhalt der Studienkapazitäten in Deutschland gewährleistet werden.

    • Mit dem Professorinnenprogramm verfolgen Bund und Länder das Ziel, Frauen in ihrer wissenschaftlichen Karriere zu unterstützen und ihren Anteil an Professuren an deutschen Hochschulen in Richtung Parität zu steigern. Die GWK hat heute die Evaluation der dritten Programmphase des Professorinnenprogramms zur Kenntnis genommen. Diese zeigt, dass das Programm sowohl im Blick auf die Verbesserung der Gleichstellungsstrukturen als auch hinsichtlich der Anzahl der mit Frauen besetzten Professuren an den Hochschulen erfolgreich ist und positive Wirkungen erzielt. Bund und Länder begrüßen die kontinuierlichen Fortschritte im Bereich der Gleichstellung von Frauen und Männern an Hochschulen und sehen zugleich den Bedarf, den Prozess weiter zu dynamisieren. Das Professorinnenprogramm soll deshalb unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der Evaluation weiterentwickelt und gestärkt werden.

    • Die bisher bestehenden sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG) leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Prävention, Diagnostik sowie Therapie spezifischer Volkskrankheiten und damit zur Beschleunigung und Optimierung von Translationsprozessen. Durch die langfristige und interdisziplinäre Zusammenarbeit von universitären und außeruniversitären Partnern tragen sie erheblich zur Vernetzung der Gesundheitsforschung in Deutschland bei. Mit dem Aufbau zweier neuer DZG, des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit, soll das Erfolgsmodell DZG auf weitere medizinische Forschungsfelder übertragen werden.

    • Bei der seit 2013 laufenden NAKO Gesundheitsstudie handelt es sich um die umfangreichste derzeit in Deutschland laufende epidemiologische Langzeitstudie. Sie wird über einen angestrebten Beobachtungszeitraum von 20 bis 30 Jahren von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gemeinsam durchgeführt. In der aktuellen Förderphase hat die NAKO Gesundheitsstudie das angestrebte Ziel von 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreicht, deren Gesundheitsdaten nun und in den Folgejahren wiederholt gesammelt und zur wissenschaftlichen Verwertung zur Verfügung gestellt werden.


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Economics / business administration, Law, Media and communication sciences, Politics, Social studies
    transregional, national
    Science policy
    German


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