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07/07/2022 11:42

Ernährungswende: mit weniger Fleisch die planetaren Grenzen wahren

Mandy Schoßig Öffentlichkeit und Kommunikation
Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

    „Die planetaren Grenzen sind erreicht. Den Konsum wieder in Bahnen zu lenken, die innerhalb dieser Grenzen liegen, ist unsere zentrale Stellschraube“, sagt Dr. Jenny Teufel im Podcast „Wenden bitte! Der Podcast zu Wissenschaft und nachhaltigen Transformationen“ des Öko-Instituts.
    Um die Ressourcen zu schützen, die wir zum Überleben brauchen, so Teufel, müssen die Menschen in den Industrieländern deutlich weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumieren – im besten Falle nur noch 15 Kilogramm Fleisch pro Jahr statt wie heute rund 55 Kilogramm. So können das Klima entlastet und auch weitere Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.

    Das Problem: Mit der wachsenden Bevölkerung steigt auch der Bedarf an Lebensmitteln. Um das derzeitige Versorgungniveau zu halten, muss die Nahrungsmittelproduktion zukünftig deutlich gesteigert werden. Derzeit entstehen in der Landwirtschaft in Deutschland rund 61 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Das sind etwa acht Prozent der Emissionen des ganzen Landes. Der größte Teil kommt aus der Tierhaltung, was zu einem hohen CO2-Fußabdruck tierischer Produkte führt. Daneben verursachen auch sogenanntes „Flugobst“, also Obst, das mit dem Flugzeug transportiert wird, und der Reisanbau, viele Treibhausgase.

    Klimaneutrale Produkte gibt es nicht
    Klimaneutrale Lebensmittel gibt es laut Teufel nicht, auch wenn das so manches Label im Supermarkt behauptet. „Die wichtigste Option ist, die Klimaauswirkungen eines Produkts so weit wie möglich zu minimieren.“
    Auch vegane Ersatzprodukte haben Umweltwirkungen, etwa Mandelmilch. Diese wird aus Mandeln gewonnen, die in Kalifornien unter viel Wassereinsatz angebaut werden und dort zur Wasserknappheit beitragen. Jenny Teufel verneint daher die Frage, ob wir am besten alle vegan leben sollten. „Deutlich weniger Fleisch essen leistet einen großen Beitrag zum Klima- und Artenschutz.“

    Unabhängiger von globalen Lieferketten werden
    Spätestens seit dem Angriffskrieg in der Ukraine wird klar, dass die globalen Wertschöpfungsketten auch bei Lebensmitteln zu Abhängigkeiten führen. Teufel sieht auch hier die Reduktion der Tierhaltung als eine Lösung. Wird zudem mehr heimisches Futter – statt Soja aus Südamerika – verfüttert, haben „wir schon einen großen Schritt getan“. Da Bauern aber mit Alternativen wie Ackerbohnen aktuell noch zu wenig einnehmen können, muss die Agrarförderung der EU umgestaltet werden, so Teufel.

    Wissen statt Alltagsberatung
    Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderiert Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin unter anderem mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitsthemen. 45 bis 60 Minuten spricht sie mit Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation, und jeweils einem Gast über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“.

    Episode 5: „Wie viel Fleisch wollen wir morgen noch essen?“ mit Dr. Jenny Teufel, erschienen am 7. Juli 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-fleisch-wollen-wir-morgen-noch-esse...)

    Episode 4: „Klimaneutral durch CO2-Kompensation?“ mit Dr. Lambert Schneider, erschienen am 25. Mai 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/klimaneutral-durch-co2-kompensation)

    Episode 3: „Kann der Onlinehandel nachhaltig sein?“ mit Dr. Nele Kampffmeyer, erschienen am 14. April 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/kann-der-onlinehandel-nachhaltig-sein)

    Episode 2: „Brauchen wir die Kernenergie für den Klimaschutz?“ mit Dr. Christoph Pistner, erschienen am 10. März 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/brauchen-wir-die-kernenergie-fuer-den-klimas...)

    Episode 1: „Wie viel Klimaschutz kann die EU?“ mit Sabine Gores, er-schienen am 28. Januar 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-klimaschutz-kann-die-eu)

    Staffel 1 (2021)
    Episode 1: „Warum ist Wasserstoff der Champagner der Energiewen-de?“ mit Dr. Felix Chr. Matthes, erschienen am 8. April 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode/warum-ist-wasserstoff-der-champagner-der-ene...)

    Episode 2: „Wie geht es mit dem Flugverkehr nach Corona weiter?“ mit
    Jakob Graichen, erschienen am 21. Mai 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-geht-es-mit-dem-flugverkehr-nach-corona-...)

    Episode 3: „Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche?“ mit Julia Mareike Neles, erschienen am 1. Juli 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode/was-bringt-die-buergerbeteiligung-bei-der-en...)

    Episode 4: „Wie verlängern wir das Leben unserer Elektrogeräte?“ mit Siddharth Prakash, erschienen am 5. August 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-verlaengern-wir-das-leben-unserer-elektr...)

    Episode 5: „Wie sozial kann die Energiewende sein?“ mit Dr. Katja Schumacher, erschienen am 23. September 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-sozial-kann-die-energiewende-sein)

    Episode 6: „Was bringen internationale Klimaverhandlungen?“ mit Anke Herold, erschienen am 28.Oktober 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode/was-bringen-internationale-klimaverhandlunge...)

    Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei Apple Podcast sowie bei Spotify.

    Zum Podcast auf der Website des Öko-Instituts mit Shownotes und weiteren Hintergrundinformationen (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-fleisch-wollen-wir-morgen-noch-esse...)

    Ansprechpartnerin am Öko-Institut
    Mandy Schoßig
    Leiterin des Referats
    Öffentlichkeit & Kommunikation
    Öko-Institut e.V., Büro Berlin
    Telefon: +49 30 405085-334
    E-Mail: m.schossig@oeko.de

    Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
    www.oeko.de | blog.oeko.de | twitter.com/oekoinstitut | www.oeko.de/e-paper


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    attachment icon PM Podcast Nachhaltige Ernährung Öko-Institut

    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Energy, Environment / ecology, Nutrition / healthcare / nursing, Oceanology / climate, Politics
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


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