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09/22/2022 11:00

Warum die Wärmewende gelingen muss – und wie

Anette Nickels Öffentlichkeit und Kommunikation
Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

    17 Millionen Zentral- und Etagenheizungen verfeuern derzeit Öl und Gas, um die 19 Millionen Wohngebäude in Deutschland zu beheizen. Diese müssen zu Gunsten umweltfreundlicher Wärmequellen ausgetauscht und die Gebäudehüllen energetisch saniert werden. „Nur dann kann der Gebäudesektor die Ziele des Klimaschutzgesetzes erreichen“, sagt Dr. Veit Bürger im aktuellen Podcast des Öko-Instituts. Die Schlüsseltechniken der Wärmewende sind elektrische Wärmepumpen und klimafreundliche Fernwärme.

    „Biomasse sollte hingegen nur in solchen Gebäuden zum Heizen eingesetzt werden, wo eine Wärmepumpe nicht installiert werden kann und ein Fernwärmeanschluss nicht möglich ist“, so Bürger. „An erster Stelle steht bei der Wärmewende natürlich die Effizienz, also den Bedarf an Wärme zu reduzieren.“

    Technische, individuelle Möglichkeiten und politische Hebel
    Über die technischen und individuellen Möglichkeiten, Emissionen beim Beheizen von Gebäuden einzusparen sowie die politischen Hebel, dies umzusetzen, spricht Dr. Veit Bürger im Podcast „Wie gelingt die Wärmewende?“.

    Zum Podcast „Wie gelingt die Wärmewende?“ des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-gelingt-die-waermewende)

    Haushalte können beispielsweise mit einem Grad weniger Raumtemperatur ungefähr fünf bis sechs Prozent Energie sparen. Zudem rät Bürger, rechtzeitig selbst oder in der Eigentümergemeinschaft zu planen, was eingebaut wird, wenn die alte Heizung kaputt geht: „Ist der Gas- oder Ölkessel 20 Jahre alt, dann hält er nicht mehr ewig. Es ist immer gut, einen Plan in der Schublade zu haben. Noch besser ist es, die Heizung schon vorher auszutauschen“, empfiehlt Bürger.

    „Koalitionsvertrag hat großes Potenzial“
    Politisch ist die Wärmewende bereits Programm: Laut Klimaschutzgesetz der Bunderegierung müssen die Emissionen des Gebäudesektors in den nächsten acht Jahren um etwa 40 Prozent zurück gehen. Die neue Bundesregierung schenkt der Wärmewende ebenfalls große Aufmerksamkeit: „Der Koalitionsvertrag sowie die bisherigen darauf aufbauenden Beschlüsse haben ein großes Potenzial, die Wärmewende ein deutliches Stück voranzubringen“, so Bürger. Dies setze allerdings voraus, die Gesetzesvorhaben so auszugestalten, dass sie ihre volle Wirkung entfalten können.

    65-Prozent-Anforderung wäre wirksam
    Ordnungspolitisch wird derzeit die so genannte 65-Prozent-Anforderung diskutiert. Die besagt, dass ab dem 1. Januar 2024 bei jedem Heizungsaustausch mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme eingesetzt werden muss: zum Beispiel durch Wärmepumpen oder klimafreundliche Fernwärme. „Das wäre ein sehr wirkmächtiges Instrument, weil dann der einfache Austausch eines alten Gaskessels zugunsten eines neuen Gaskessels nicht mehr möglich ist“, sagt Bürger.

    Kommunale Klimaplanung und Mindesteffizienzstandards sind wichtig
    Auch das Instrument der kommunalen Klimaplanung sowie von Mindesteffizienzstandards für Gebäude stuft er als sehr wichtig ein. Zudem müsste die Politik dem Fachkräftemangel mehr entgegenwirken, um sicherzustellen, dass die Wärmewende schnell genug praktisch umgesetzt werden kann. Bürger geht ebenso auf Förderprogramme für energetische Sanierungen und klimafreundliche Neubauten ein.
    Wissen statt Alltagsberatung

    Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin, und Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut. Rund eine Stunde lang sprechen Sie mit einem Experten bzw. einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“.

    Sie finden alle Folgen des Podcasts auf der Webseite des Öko-Instituts: https://www.oeko.de/podcast

    Episode 7: „Wie gelingt die Wärmewende?“ mit Dr. Veit Bürger, erschienen am 22.
    September 2022

    Episode 6: „Wie nachhaltig sind Elektroautos?“ mit Dr. Matthias Buchert, erschienen am 18. August 2022

    Episode 5: „Wie viel Fleisch wollen wir morgen noch essen?“ mit Dr. Jenny Teufel, erschienen am 7. Juli 2022

    Episode 4: „Klimaneutral durch CO2-Kompensation?“ mit Dr. Lambert Schneider, erschienen am 25. Mai 2022

    Episode 3: „Kann der Onlinehandel nachhaltig sein?“ mit Dr. Nele Kampffmeyer, erschienen am 14. April 2022

    Episode 2: „Brauchen wir die Kernenergie für den Klimaschutz?“ mit Dr. Christoph Pistner, erschienen am 10. März 2022

    Episode 1: „Wie viel Klimaschutz kann die EU?“ mit Sabine Gores, erschienen am 28. Januar 2022

    Staffel 1 (2021)
    Episode 1: „Warum ist Wasserstoff der Champagner der Energiewende?“ mit Dr. Felix Chr. Matthes, erschienen am 8. April 2021

    Episode 2: „Wie geht es mit dem Flugverkehr nach Corona weiter?“ mit
    Jakob Graichen, erschienen am 21. Mai 2021

    Episode 3: „Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche?“ mit Julia Mareike Neles, erschienen am 1. Juli 2021

    Episode 4: „Wie verlängern wir das Leben unserer Elektrogeräte?“ mit Siddharth Prakash, erschienen am 5. August 2021

    Episode 5: „Wie sozial kann die Energiewende sein?“ mit Dr. Katja Schumacher, erschienen am 23. September 2021

    Episode 6: „Was bringen internationale Klimaverhandlungen?“ mit Anke Herold, erschienen am 28.Oktober 2021

    Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei Apple Podcasts sowie bei Spotify.

    Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
    www.oeko.de | Podcast | blog.oeko.de | Twitter | Instagram | Onlinemagazin


    Contact for scientific information:

    Ansprechpartner am Öko-Institut
    Dr. Veit Bürger
    Stellvertretender Leiter des Bereichs Energie & Klimaschutz
    Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
    Telefon: +49 761 45295-259
    E-Mail: v.buerger@oeko.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Energy, Environment / ecology, Oceanology / climate, Politics, Social studies
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Transfer of Science or Research
    German


     

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