Leichtflugzeug als Pionierprojekt zur Nutzung von Wasserstoff im Flug-verkehr – THWS-Team plant vorläufige Flugzulassung für 2024
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat bei der Luftfahrt-Messe „AERO 2024“ in Friedrichshafen ihr Leichtflugzeug Taifun 17 H₂ mit Brennstoffzellen-Antrieb präsentiert und beim „aerokurier Innovation Award 2024“ den ersten Preis in der Kategorie Aviation gewonnen. „Im letzten Jahr wurden wir auf der Messe AERO 2023 bereits mit dem ,Sustainable Aviation Award 2023‘ ausgezeichnet.“, sagt Prof. Dr. Johannes Paulus, Dekan der Fakultät Maschinenbau und Leiter des Forschungsprojekts. „In diesem Jahr sind wir für die Weiterentwicklung unseres Wasserstoff-Flugzeugs von der Redaktion der Fachzeitschrift aerokurier für die Leserwahl ausgewählt worden. Bei der Leserwahl konkurrieren etablierte Hersteller und Zulieferer aus der Luftfahrtindustrie in mehreren Kategorien. Die Auszeichnung mit dem 1. Preis ist für uns daher ein ganz besonderer Erfolg.“
Die Entwicklung einer ersten Version des Brennstoffzellen-Antriebsstrangs für Flugzeuge erfolgte von 2021 bis 2023 im THWS-Labor für Wasserstofftechnik im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekts „HyFly“ mit einer Fördersumme von mehr als 1,1 Mio. Euro. Ab 2022 begannen Studierende der THWS, den Brennstoffzellenantriebsstrang in einen Reisemotorsegler zu integrieren. Das THWS-Team verantwortet die Weiterentwicklung des Antriebssystems, die Systemintegration in das Flugzeug und die Entwicklung weiterer Details bis hin zur Erprobung im Reisemo-torsegler Taifun 17 H₂.
Das Wasserstoffsystem des zweisitzigen Flugzeugs besteht aus einem Hochdruck-Wasserstofftank sowie der Wasserstoff-PEM-Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von 50 kW. Der weitere Antriebsstrang baut sich aus einem 6 kWh Li-Ionen-Hochleistungs-Akku als Pufferbatterie, einem elektri-schen Laderegler, einem Elektromotor, einer selbstentwickelten Systemsteuerung und einem elektrisch verstellbaren Propeller auf. Die Taifun 17 H₂ besitzt eine Spannweite von 17 Metern, eine maximale Flugmasse von 820 kg und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 205 km/h.
Durch die Verwendung von Solarenergie für die Elektrolyse kann zukünftig der benötigte Wasserstoff direkt am Hangar emissionsfrei und kostengünstig hergestellt werden.
„Damit wurde ein alltagstaugliches und wirtschaftliches Antriebssystem für einen flugfähigen Reisemotorsegler auf Basis grüner Wasserstofftechnologie entwickelt“, erklärt Prof. Dr. Paulus. Nach der Messe sind weitere Boden-tests geplant, um die vorläufige Verkehrszulassung (Permit to fly) vom Luft-fahrt-Bundesamt zu erhalten.
Wasserstofftechnik an der THWS
Seit dem Wintersemester 2021 bietet die THWS den deutschlandweit einzig-artigen Bachelorstudiengang Wasserstofftechnik an. Der Studiengang be-handelt die Wasserstoffwertschöpfungskette von der klimaneutralen Was-serstofferzeugung bis hin zu Wasserstoffnutzung in der industriellen Produk-tion, zur Wärmeerzeugung oder für die Mobilität. Intensive Betreuung der Studierenden, eine praxisorientierte Ausrichtung sowie viele Praktika und Projekte zeichnen den Studiengang aus.
Beim „Tag der Wissenschaft“ am Freitag, 26. April, in Schweinfurt können Interessierte die Taifun 17 H₂ sowie das Wasserstofflabor der THWS besichtigen und mit den Studierenden und Professoren persönlich ins Gespräch kommen.
Über die AERO-Messe
Auf der AERO-Messe in Friedrichshafen zeigen mehr als 650 Ausstellerinnen und Aussteller aus 35 Nationen mehr als 500 Journalistinnen und Journalis-ten sowie rund 35.000 Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt ihre neuesten Entwicklungen. Präsentiert werden Segel- und Ultraleichtflugzeu-ge, ein- und zweimotorige Kolbenflugzeuge, Flugzeuge mit Elektroantrieb, Drohnen, Helikopter, Business-Jets sowie die Bereiche Avionik (alle elektri-schen und elektronischen Geräte an Bord eines Fluggerätes) und Wartung.
Prof. Dr. Johannes Paulus
johannes.paulus@thws.de
Gruppenfoto des Taifun-Team der THWS um Prof. Dr. Johannes Paulus (4. v. l.)
THWS/Roland Oppelt
THWS/Roland Oppelt
Die Taifun 17 H₂ besitzt eine Spannweite von 17 Metern und erreicht eine Reisegeschwin-digkeit von 2 ...
THWS/Johannes Paulus
THWS/Johannes Paulus
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Electrical engineering, Environment / ecology, Mechanical engineering, Traffic / transport
transregional, national
Contests / awards, Transfer of Science or Research
German
Gruppenfoto des Taifun-Team der THWS um Prof. Dr. Johannes Paulus (4. v. l.)
THWS/Roland Oppelt
THWS/Roland Oppelt
Die Taifun 17 H₂ besitzt eine Spannweite von 17 Metern und erreicht eine Reisegeschwin-digkeit von 2 ...
THWS/Johannes Paulus
THWS/Johannes Paulus
You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).