Hauptausschuss beschließt Maßnahmen gegen Wissenschaftler wegen Plagiats
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zieht erneut Konsequenzen aus wissenschaftlichem Fehlverhalten: Der Hauptausschuss der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Einrichtung für die Selbstverwaltung der Wissenschaft in Deutschland beschloss jetzt in einem weiteren Fall Maßnahmen gemäß der DFG-Verfahrensordnung zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten.
Vorausgehend war einem Wissenschaftler vorgeworfen worden, in einem Förderantrag an die DFG umfängliche Textpassagen und mehrere Abbildungen aus einer Publikation anderer Wissenschaftler*innen ohne korrekte Kennzeichnung übernommen zu haben.
Der DFG-Ausschuss zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens stellte hierzu auf Grundlage einer schriftlichen Stellungnahme und nachfolgenden Anhörung des Betroffenen den Tatbestand des Plagiats und damit wissenschaftliches Fehlverhalten fest. Die fraglichen Textpassagen seien teils wörtlich und teils paraphrasiert übernommen worden, ohne dass ihre Quelle genannt worden sei; bei den übernommenen Abbildungen seien trotz Abwandlungen die Ähnlichkeiten mit den Abbildungen der Ausgangspublikation deutlich erkennbar.
Die Einlassung des Wissenschaftlers, er habe der DFG versehentlich im Vorfeld seines Antrags zusammenkopiertes Material übermittelt, konnte die Feststellungen des Ausschusses nicht ausräumen, zumal der Betroffene auch nach Rückfragen der DFG-Geschäftsstelle keine anderen Unterlagen eingereicht hatte.
Weil damit nach seiner Ansicht ein erheblicher und auch vorsätzlicher Verstoß gegen die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens vorlag, schlug der Untersuchungsausschuss dem Hauptausschuss als geeignete und angemessene Maßnahmen eine schriftliche Rüge und zudem den Ausschluss des Wissenschaftlers von der Antragsberechtigung bei der DFG für drei Jahre vor. Dem stimmte der Hauptausschuss nun in seinem Beschluss zu.
Weiterführende Informationen
Medienkontakt:
Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de
Fachliche Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Kirsten Hüttemann, Wissenschaftliche Integrität, Tel. +49 228 885-2827, kirsten.huettemann@dfg.de
Im Internetangebot der DFG finden sich zum Themenkomplex Gute wissenschaftliche Praxis zahlreiche weitere Informationen und Materialien.
https://www.dfg.de/de/grundlagen-themen/grundlagen-und-prinzipien-der-foerderung...
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars
interdisciplinary
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications
German
You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).