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04/04/2025 11:56

Ada-Lovelace-Projekt: Schülerinnen blicken hinter die Kulissen des BundeswehrZentralkrankenhauses Koblenz

Christoph Asche Referat Kommunikation
Universität Koblenz

    Wie funktioniert eigentlich eine Herz-Lungen-Maschine? Und wie sieht der Schockraum eines Krankenhauses aus? Junge Teilnehmerinnen des Ada-Lovelace-Projekts tauchten zwei Tage lang tief in den medizinisch-technischen Alltag eines Großkrankenhauses ein – mit Reanimation, Videounterstützung und echten Profis an ihrer Seite.

    Ganz besondere Einblicke in den Krankenhausalltag erhielten die Teilnehmerinnen des Ada-Lovelace-Projekts Universität Koblenz, die an zwei Tagen hinter die Kulissen des BundeswehrZentralkrankenhauses Koblenz blicken durften.

    Im Rahmen zweier gemeinsamer Projekttage lernten die Schülerinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren die Luft-, Land und Intensivrettung kennen und tauschten sich mit Fachkräften des Krankenhauses über die Besonderheiten der Rettungsmittel aus. Ein Fokus lag hierbei auf dem Einsatz technischer Hilfsmittel und digitaler Unterstützung in der Rettung.

    Da einige der Schülerinnen ehrenamtlich im Schulsanitätsdienst ihrer jeweiligen Schule tätig sind, konnten sie schnell in den fachlichen Austausch mit Hauptbootsmann Christian Distelkamp treten, der als leitender Notfallsanitäter die Leitstelle des Rettungsdienstes und die vielfältigen Aufgaben seines Teams vorstellte. Die Schülerinnen interviewten eine Notärztin, die Einblicke in ihren beruflichen Werdegang und die Notfallmedizin gab. Hauptbootsmann Distelkamp ließ die angehenden Abiturientinnen zudem eine Reanimation an einem Dummy durchführen, wobei die Reanimation mit jedem Durchlauf um technische Hilfsmittel ergänzt wurde und schließlich eine Maschine namens „Lucas 2“ die Herzdruckmassage übernahm, während die jungen Frauen mithilfe eines videounterstützten Laryngoskops einen Tubus einführten.

    Beschreibung realer Fälle aus der Herzchirurgie

    Am zweiten Projekttag erhielten die Schülerinnen in der Kardiochirurgie eine detaillierte Einführung in die Funktionsweise der Herz-Lungen-Maschine. Kardiotechniker Florian Demler und Oberarzt Matthias Endlich-Böse erklärten deren Einsatz anhand realer Fälle aus der Herzchirurgie. Dafür hatten sie neben eingesetzten Geräten und Materialien Operationsaufnahmen vorbereitet, um den Schülerinnen einen authentischen Eindruck von der Arbeit der Kardiotechniker und Herzchirurginnen vermitteln zu können.

    Zusätzlich wurde die Gruppe mit der Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) vertraut gemacht – einem Verfahren, das bei akutem Lungen- oder Herz-Kreislaufversagen die Organfunktionen zeitweise übernehmen kann. Vielen war die ECMO als Ultima Ratio noch aus der Coronapandemie bekannt. Beeindruckt von den technischen Möglichkeiten, das Herz und die Lunge vorübergehend zu ersetzen, verfolgten die Schülerinnen gespannt die vorgestellten Krankheitsbilder und OP-Abläufe.

    Nachmittags besuchten die Schülerinnen dann die Medizingerätetechnik und erkundeten mit den Technikern und einer Intensivpflegekraft den Schockraum des Krankenhauses. Wie vielfältig der Beruf der Medizingerätetechnikerin ist und wie die Ausbildungsmöglichkeiten für diesen spannenden Beruf sind, erläuterten die Medizingerätetechniker anschließend in ihren Werkstätten auf dem Krankenhausgelände.

    Langjährige Kooperation zwischen Universität und BundeswehrZentralkrankenhaus

    Trotz aller technischen Unterstützungsmöglichkeiten klangen an vielen Stellen auch immer wieder leisere Töne durch. So betonten alle Mitarbeitenden des Krankenhauses, wie essentiell persönliche Zuwendung, Empathie und Verständnis für die Patientinnen und Patienten sind. Alle Mitarbeitenden waren sich einig, dass die pure Möglichkeit der Lebensrettung oder Lebensverlängerung nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass es auch auf die erlebte Qualität des eigenen Lebens ankommen muss.

    Die Kooperation zwischen dem Ada-Lovelace-Projekt Universität Koblenz und dem BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz besteht bereits seit 2018. Oberstabsfeldwebel Marc Neithöfer organisiert diese Hospitationen im Krankenhaus und betreut die Schülerinnen vor Ort. „Ich bin selbst immer wieder beeindruckt von den Fähigkeiten und der Professionalität meiner Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus. Wenn es um die Patientinnen und Patienten geht, geben alle 100 Prozent. Gern möchte ich den jungen Menschen, die mit Interesse an medizinischen Berufen zu uns kommen, alle Ausbildungsmöglichkeiten aufzeigen und das Bundeswehrzentralkrankenhaus als attraktiven Arbeitsort vorstellen“, so Oberstabsfeldwebel Neithöfer.

    Projektleiterin Ruth Sandforth ergänzt: „Wir sind froh über die Kooperation mit dem BundeswehrZentralkrankenhaus, weil wir unseren Teilnehmerinnen attraktive Berufe im medizinisch-technischen Spektrum vorstellen können. Diese authentischen Erfahrungen kann kein geschriebener Text übernehmen und die Schülerinnen lernen Berufsfelder kennen, die ihnen vorher möglicherweise unbekannt waren.“

    Informationen zum Ada-Lovelace-Projekt

    Das Ada-Lovelace-Projekt Universität Koblenz wurde 1997 auf Initiative des damaligen Frauenministeriums an der Universität Koblenz gegründet und wird inzwischen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus, dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit RLP und dem Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration RLP finanziert. Ziel des Projekts ist es, der leider immer noch bestehenden Unterrepräsentanz von Frauen in MINT-Berufen entgegenzusteuern.


    Contact for scientific information:

    Ruth Sandforth M.A.
    Universität Koblenz
    Ada-Lovelace-Projekt
    Oberer Löhr 78-80
    56068 Koblenz
    sandforth@uni-koblenz.de
    0261 2871940


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    Die Schülerinnen erhielten vielfältige Einblicke in die Abläufe eines Großkrankenhauses: Hier ein Helikopter des ADAC, der am Bundeswehrzentralkrankenhaus stationiert ist.
    Die Schülerinnen erhielten vielfältige Einblicke in die Abläufe eines Großkrankenhauses: Hier ein He ...
    Ada-Lovelace-Projekt
    Bild: Ada-Lovelace-Projekt


    Criteria of this press release:
    Journalists, Teachers and pupils, all interested persons
    Information technology, Medicine
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Schools and science
    German


     

    Die Schülerinnen erhielten vielfältige Einblicke in die Abläufe eines Großkrankenhauses: Hier ein Helikopter des ADAC, der am Bundeswehrzentralkrankenhaus stationiert ist.


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