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04/04/2025 12:00

Niedersachsen investiert in innovative Gesundheitsversorgung

Jens Rehländer Stabsreferat Kommunikation
VolkswagenStiftung

    Patientin ist nicht gleich Patientin, Patient nicht gleich Patient: Alter, Geschlecht, Lebensumstände – jeder Mensch hat persönliche Anlagen für Krankheiten und reagiert individuell auf medizinische Therapien. Hier setzt die personalisierte Medizin an. Insbesondere die Digitalisierung und Anwendungen von künstlicher Intelligenz ermöglichen der Wissenschaft innovative Behandlungsstrategien zu erforschen, die Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen optimal aufeinander abstimmen.

    Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium und die VolkswagenStiftung fördern im Rahmen des gemeinsamen Programms zukunft.niedersachsen fünf herausragende Forschungsprojekte zum Ausbau der personalisierten Medizin in Niedersachsen mit insgesamt gut neun Millionen Euro.

    "Die fünf Vorhaben greifen wichtige klinische Fragestellungen einer älter werdenden Gesellschaft auf und stehen für den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in die Praxis am Krankenbett zu überführen – von Komplikationen an Organen über die Vermeidung von Infektionen bei medizinischen Implantaten bis hin zur besseren Prävention des Sturzrisikos älterer Menschen. Zugleich sollen die hier entwickelten neuen methodischen und technologischen Ansätze künftig auch bei anderen Krankheitsbildern anwendbar sein. Sie tragen dazu bei, die Gesundheitsversorgung in Niedersachsen nachhaltig zu verbessern", so Wissenschaftsminister Falko Mohrs.

    Die geförderten Projekte rücken den konzeptionellen Aufbau und die Erprobung neuer methodischer und technologischer Ansätze in den Fokus. Ziel ist es, diese Ansätze zu etablieren, deren Anwendung auf verschiedene Krankheitsbilder zu ermöglichen und damit die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems in Niedersachsen maßgeblich zu erhöhen.

    Die geförderten Projekte:

    Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (Braunschweig), Medizinische Hochschule Hannover: INDIVO: Individualised prevention and treatment of infections in patients with liver cirrhosis (3 Mio. Euro) -> Präventions- und Therapieansätze bei Infektionen von Patient:innen mit Leberzirrhose

    Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsmedizin Göttingen, TU Braunschweig: MoReHealth Niedersachsen – A Best Practice for Standardized Multi-omics Health Research in Personalized Medicine in Lower Saxony (3 Mio. Euro) -> Standardisierte Anwendung des Multi-omics-Ansatzes am Praxisbeispiel steigender Infektionsrisiken bei älteren Menschen

    Medizinische Hochschule Hannover: Personalized medicine approaches for preventing kidney transplant loss by BK virus nephropathy (stopBKV, 996.000 Euro) ->Schutz vor Abstoßungsreaktionen bei Nierentransplantationen

    Medizinische Hochschule Hannover: Cell-mediated targeting and on-demand release of antibacterials for treatment of localized infections (1,8 Mio. Euro) -> Behandlung von bakteriellen Infektionsrisiken bei medizinischen Implantaten

    Universität Oldenburg: Personalised diagnostics of critical physical stress in everyday life (457.000 Euro) -> Verbesserte Diagnose bei der Sturzprävention von älteren Menschen

    zukunft.niedersachsen
    Der überwiegende Teil der Fördermittel von zukunft.niedersachsen resultiert aus dem Gegenwert der jährlichen Dividende auf nominal 30,2 Millionen VW-Treuhandaktien des Landes Niedersachsen, die dem Gewinnabführungsanspruch an die VolkswagenStiftung unterliegen. Satzungsgemäß sind die Fördermittel an wissenschaftliche Einrichtungen im Land Niedersachsen zu vergeben. Dazu legt die Landesregierung dem Kuratorium der Stiftung zumeist im Sommer und im Herbst Verwendungsvorschläge vor. Im Berichtsjahr 2024 standen für zukunft.niedersachsen insgesamt 618,7 Mio. Euro zur Verfügung.

    Kurzbeschreibungen der fünf geförderten Projekte

    INDIVO
    Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung wollen am Beispiel der Leberzirrhose erforschen, wie bei besonders infektionsanfälligen Patientinnen und Patienten die Vorsorge verbessert, die Bekämpfung von Infektionen zielgerichteter erfolgen und der Entwicklung weiterer Antibiotikaresistenzen wirksamer entgegnet werden kann. Hierzu sollen Infektionsrisiken analysiert, KI-basierte Lösungen entwickelt und Infrastrukturen für den Einsatz der modernen Bioinformatik (der sog. Omics-Technologien) und der computergestützten Datenanalyse aufgebaut werden.

    MoReHealth
    Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen, der TU Braunschweig und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung wollen – im Wesentlichen aufbauend auf einer bestehenden Sammlung von Gesundheitsdaten im Exzellenzcluster RESIST – die altersbedingte Infektionsanfälligkeit älterer Menschen untersuchen. Am Praxisbeispiel des Herpes-Virus sollen prädiktive Biomarker identifiziert werden, die sowohl das Risiko als auch die Schwere einer Infektion vorhersagen und damit die Entwicklung neuer Ansätze in Prävention, Diagnostik und Therapie erleichtern können.
    Mit dem Ziel einer höheren Standardisierung und Qualitätskontrolle bei innovativen Methoden der Bioinformatik (sog. Multi-Omics-Ansätzen) soll die Grundlage für eine effizientere und nachhaltigere Nutzung einschlägiger Gesundheitsdaten sowie die Übertragung des erfolgreichen methodischen Ansatzes auf andere Krankheitsbilder geschaffen werden.

    stopBKV
    Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover wollen anhand einer häufigen post-operativen Komplikation nach Nierentransplantationen – der BK-Virus Neuropathie – erforschen, wie bei Dialyse- und nierengeschädigten Patient:innen Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantation entgegengewirkt werden kann. Hierzu wollen die Forschenden Biomarker zur Diagnose und Beobachtung der Komplikationsrisikos identifizieren und analysieren, existierende Therapieoptionen kritisch hinterfragen und neue therapeutische Ansätze entwickeln.

    Localized Infections
    Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover wollen vor dem Hintergrund steigender Antibiotikaresistenzen und erheblicher Nebenwirkungen von Antibiotika untersuchen, wie bakteriellen Infektionen im Umfeld medizinischer Implantate begegnet werden kann, ohne dabei toxische Belastungen von Organen in Kauf zu nehmen. Hierzu soll ein neues und übertragbares Konzept entwickelt werden, wie Wirkstoffe besser und verlässlicher an den Ort einer lokalen Entzündung transportiert werden und zielgerichteter ihre Wirkung entfalten können. Das zu erforschende Grundkonzept soll auch auf andere Infektionsformen und Erkrankungen übertragbar sein.

    Critical Physical Stress
    Medizinforschende der Universität Oldenburg wollen das Sturzrisiko älterer Menschen besser verstehen. Um diese Diagnostik von den üblicherweise aufwändigen Labortests abzukoppeln, sollen Wearables (kleine Diagnosegeräte, die man am Körper oder am Kopf trägt) entwickelt werden, die die Pulsmessung als wichtigen Indikator für einen drohenden Verlust von Balance und Koordination fokussieren. Zudem sollen Algorithmen die individuelle körperliche Fitness überwachen sowie körperliche Überforderungen bei Alltagstätigkeiten registrieren. Die Wearables werden zunächst für ältere Menschen konzipiert, sollen in der weiteren Entwicklung aber auch sporttreibenden Personen Trainingshinweise geben, die den Konditionsaufbau wirksam unterstützen.


    More information:

    https://zukunft.niedersachsen.de/presse/niedersachsen-investiert-in-innovative-g... Die Pressemitteilung im Internet
    https://zukunft.niedersachsen.de/ Mehr Aktuelles zum Wissenschaftsförderprogramm zukunft.niedersachsen


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Medicine
    regional
    Science policy
    German


     

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