Die Wissenschaftspreise des Beutenberg-Campus Jena e.V. gehen in diesem Jahr an Marianna Boccia für die beste Doktorarbeit und ein Team um Hannah Büttner für eine exzellente wissenschaftliche Kooperation.
Am 3. April 2025 wurden auf dem Beutenberg Campus in Jena die Wissenschaftspreise “Lebenswissenschaften und Physik” 2025 des Beutenberg-Campus Jena e.V. verliehen. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr die beste Doktorarbeit und eine beispielgebende Kooperation zwischen mehreren Instituten vom Beutenberg Campus.
Marianna Boccia vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie erhielt den diesjährigen Preis für die beste Doktorarbeit am Beutenberg. In ihrer Arbeit, die von Max-Planck-Direktorin Sarah O’Connor betreut wurde, untersuchte sie das erstaunliche Potential von Pflanzen als Biofabriken zur Herstellung wertvoller chemischer Verbindungen.
Hervorzuheben ist die Breite ihrer Forschungsthemen. In einem Projekt verwandelte sie Tabakpflanzen in Miniatur-Chemielabore. Unter Nutzung synthetischer Inhaltsstoffe und natürlicher Biosynthesewege entstanden so neuartige Verbindungen, die zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen könnten! So zeigte Marianna Boccia auf beeindruckende Weise, dass man Pflanzen für die pharmazeutische Forschung neu programmieren kann. In einer weiteren Studie klärte sie das Geheimnis der Saponine auf, einer Gruppe von Verbindungen, die in Nachtschattengewächsen vorkommen. Saponine helfen den Pflanzen, sich gegen Schädlinge zu wehren. Marianna Boccia identifizierte ein „Gerüstprotein“, das für ihre Produktion entscheidend ist. Als sie Pflanzen genetisch so veränderte, dass ihnen dieses Protein fehlte, wurden sie anfälliger für Pflanzenfresser. Dies ist der erste eindeutige Beweis für die ökologische Rolle der Saponine. Diese Arbeit hat weitreichende Auswirkungen für die ökologische Grundlagenforschung, aber auch für mögliche Anwendungen in der Landwirtschaft und wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Ein drittes Projekt könnte unsere Ernährung revolutionieren: Marianna Boccia veränderte Tomaten so, dass sie Vitamin D produzieren, einen Nährstoff, der für unsere Gesundheit unerlässlich ist. Vitamin D ist in unserer Nahrung vor allem tierischen Ursprungs. So ist es beispielsweise in fettreichem Fisch vorhanden. Durch innovative Techniken, darunter die Verwendung eines Insektenproteins, konnte sie pflanzliches Cholesterin in Vitamin D umwandeln und ebnete damit den Weg für pflanzliche Vitamin-D-Alternativen mit enormem Anwendungspotenzial.
„Ich fühle mich sehr geehrt, den Beutenberg-Campus-Preis für die beste Dissertation zu erhalten. Diese Auszeichnung motiviert mich, weiterhin zum Erkenntnisfortschritt in meinem Fachgebiet beizutragen“, sagt Marianna Boccia. „Die Herausforderung meiner Arbeit lag nicht nur in der Komplexität der Forschung, sondern auch darin, trotz der Höhen und Tiefen des wissenschaftlichen Prozesses und des persönlichen Lebens motiviert zu bleiben. Diese Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung von Ausdauer, Neugier und Zusammenarbeit. Ich möchte mich daher auch bei meinen Mentorinnen und Mentoren sowie bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, ohne die diese Arbeit nicht möglich gewesen wäre!“
„Marianna Boccias wissenschaftliche Herangehensweise demonstriert eindrucksvoll die Verschmelzung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen – von der Massenspektrometrie zur Identifizierung neuer Verbindungen bis hin zum Einsatz biophysikalischer Assays und Mikroskopie zum Verständnis von Proteininteraktionen“, betont Sarah O‘Connor. Damit passt sie perfekt zum Motto des Beutenberg Campus „Life Sciences Meets Physics“.
Der Preis für die beste interdisziplinäre Kooperation auf dem Beutenberg Campus ging an ein Team, das in einer gemeinsamen Studie die schützende Wirkung des Bodenpilzes Mortierella alpina gegenüber Pflanzen untersucht hat. Die Studie erschien im Journal of the American Chemical Society (JACS). Der Pilz produziert bioaktive Malpinine. Diese neuentdeckte Substanzfamilie kann schädliche Nematoden bekämpfen. Malpinine bieten damit vielversprechende Ansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft.
An der erfolgreichen Zusammenarbeit waren Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI), des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt. Erstautorin Hannah Büttner, sie fertigte ihre Doktorarbeit unter der Betreuung von Christian Hertweck am Leibniz-HKI an, isolierte die Malpinine und klärte ihre chemische Struktur auf. Constanze Schultz aus dem Team von Jürgen Popp führte am Leibniz-IPHT spektroskopische Analysen durch, um die Verteilung der Malpinine mittels Raman-Spektroskopie sichtbar zu machen. Johannes Raßbach und Markus Greßler vom Institut für Pharmazie der Universität Jena untersuchten die biologische Aktivität der Malpinine und ihre Wirkung auf Nematoden.
Nur die enge Kooperation zwischen den Institutionen ermöglichte es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Pilz, Pflanzen und Schädlingen umfassend zu analysieren und neue Strategien für den biologischen Pflanzenschutz zu entwickeln.
https://webvpn.hki-jena.de/http/www.beutenberg.de/ Zur Website des Beutenberg Campus
Prof. Wilhelm Boland (Mitte) verlieh am 3. April 2025 den Wissenschaftspreis des Beutenberg-Campus a ...
Tina Peißker
Beutenberg-Campus Jena e.V. | Tina Peißker
Dr. Hannah Büttner nahm stellvertretend den Preis für ein exzellentes Kooperationsprojekt entgegen. ...
Tina Peißker
Beutenberg-Campus Jena e.V. | Tina Peißker
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
interdisciplinary
transregional, national
Contests / awards, Miscellaneous scientific news/publications
German
Prof. Wilhelm Boland (Mitte) verlieh am 3. April 2025 den Wissenschaftspreis des Beutenberg-Campus a ...
Tina Peißker
Beutenberg-Campus Jena e.V. | Tina Peißker
Dr. Hannah Büttner nahm stellvertretend den Preis für ein exzellentes Kooperationsprojekt entgegen. ...
Tina Peißker
Beutenberg-Campus Jena e.V. | Tina Peißker
You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).