idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
07/07/2025 11:46

Wissenschaftliches Fehlverhalten: Entscheidung in weiterem DFG-Verfahren

Marco Finetti Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Schriftliche Rüge sowie dreijähriger Ausschluss von Antragsberechtigung und Gutachtertätigkeit wegen unrichtiger Angaben

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zieht erneut Konsequenzen aus wissenschaftlichem Fehlverhalten: Der Hauptausschuss der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Einrichtung für die Selbstverwaltung der Wissenschaft in Deutschland beschloss im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Hamburg gemäß der DFG-Verfahrensordnung zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten (VerfOwF) gegen einen Wissenschaftler den Ausspruch einer schriftlichen Rüge sowie den jeweils dreijährigen Ausschluss von der Antragsberechtigung bei der DFG sowie der Gutachtertätigkeit für die DFG.

    Dem Wissenschaftler waren umfangreiche Plagiate in seiner Habilitationsschrift vorgeworfen worden. Diese hatte er einem – später bereits aus fachlichen Gründen abgelehnten – Förderantrag bei der DFG im Manuskript und als projektbezogene Publikation beigefügt.

    Die dem Wissenschaftler vorgeworfenen Textübernahmen ohne entsprechende Kennzeichnungen betrafen rund ein Viertel der gesamten Habilitationsschrift im Umfang von mehr als 200 Seiten und bestanden im Wesentlichen aus der kompletten und nahezu unveränderten Übernahme von zwei Aufsätzen von je 30 bis 40 Seiten Umfang, an denen der Wissenschaftler gemeinsam mit jeweils einem anderen Autor beteiligt gewesen war.

    Der DFG-Ausschuss zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens kam nach Gesamtwürdigung der schriftlichen Stellungnahmen und der persönlichen Anhörung des betroffenen Wissenschaftlers zu der Bewertung, dass seine Habilitationsschrift umfangreiche Plagiate enthält, und stellte gemäß der DFG-Verfahrensordnung den Tatbestand der unrichtigen Angabe mit Wissenschaftsbezug fest.

    Die von dem Wissenschaftler vorgebrachten Argumente, er sei davon ausgegangen, Hauptautor der beiden übernommenen Aufsätze gewesen zu sein und habe seinen jeweiligen Mitautoren zudem ausdrücklich für deren Unterstützung gedankt und unterschlage ihre Beiträge nicht, verfingen nach Ansicht des Ausschusses zwar nicht. Der Ausschuss erkannte allerdings an, dass der Wissenschaftler die Übernahmen und die Nichtbeachtung der üblichen Zitationsregeln retrospektiv eingestand und an der Aufklärung des Falles kooperativ mitwirkte.

    Im Ergebnis und vor allem wegen des beträchtlichen Umfangs der Textübernahmen schlug der Untersuchungsausschuss dem Hauptausschuss schließlich vor, eine schriftliche Rüge gegen den Wissenschaftler auszusprechen und ihn zudem für jeweils drei Jahre von der Antragstellung bei der DFG und von der Gutachtertätigkeit für die DFG auszuschließen. Dieser Empfehlung folgte der Hauptausschuss nun mit seinem Beschluss.

    Weiterführende Informationen

    Medienkontakt:
    Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de

    Fachliche Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle:
    Dr. Kirsten Hüttemann, Wissenschaftliche Integrität, Tel. +49 228 885-2827, wi@dfg.de

    Ausführliche Informationen zum Thema „Gute wissenschaftliche Praxis“ im Internetangebot der DFG.


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    interdisciplinary
    transregional, national
    Personnel announcements
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).