Die neue ZEVEDI-Projektgruppe „AI Supervision (AI-Sup)“ untersucht, inwieweit die Unabhängigkeit der KI-Aufsicht zwingend vorgegeben und demokratietheoretisch zu rechtfertigen ist. Im Fokus steht die Frage, wie Deutschland und andere europäische Staaten die Vorgaben der EU-KI-Verordnung (AI Act) in tragfähige institutionelle Modelle übersetzen können.
Mit der Einführung der EU-KI-Verordnung (AI Act) entsteht erstmals ein gemeinsamer europäischer Rahmen für die Regulierung von KI-Systemen. Für die konkrete Umsetzung sind jedoch die Mitgliedstaaten zuständig, einschließlich der Entscheidung, wer KI künftig beaufsichtigt und welche Befugnisse diese Behörden erhalten. Dabei treffen unterschiedliche nationale Traditionen, rechtliche Rahmenbedingungen und Verständnisse institutioneller Unabhängigkeit aufeinander. Diese komplexe Dynamik birgt die Gefahr einer uneinheitlichen Anwendung und eröffnet zugleich die Möglichkeit regulatorischer Wettbewerbsverzerrungen, wenn Staaten unterschiedlich strenge Aufsichtsmodelle etablieren. Die Projektgruppe untersucht, welche Ansätze geeignet sind, um eine wirksame, unabhängige und zugleich demokratisch legitimierte KI-Aufsicht zu gewährleisten.
Im Mittelpunkt stehen institutionelle Fragen nach den Anforderungen an die Unabhängigkeit
von Aufsichtsbehörden sowie nach deren demokratischer Legitimation. Die Gruppe analysiert, welche Modelle sich in Europa und internationalen Rechtsordnungen herausgebildet haben und welche Gestaltungsoptionen sich daraus für die Umsetzung der EU-KI-Verordnung ergeben. Ergänzend wird das Zusammenspiel zwischen staatlicher Aufsicht und privater Verantwortung betrachtet. Die Effizienz der Regulierung hängt nicht allein von Behördenstrukturen ab, sondern auch von privatwirtschaftlichen Durchsetzungsmechanismen wie Haftungsregeln und Compliance-Vorgaben für Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder einsetzen. Die Projektgruppe untersucht daher, wie sich staatliche und private Verantwortungsmechanismen gegenseitig ergänzen können.
Sprecherin der Gruppe ist Prof. Dr. Katja Langenbucher (Goethe-Universität Frankfurt), stellvertretender Sprecher ist Prof. Dr. Florian Möslein (Philipps-Universität Marburg). Des Weiteren wirken Prof. Dr. Nathalie Behnke (TU Darmstadt), Prof. Dr. Gerrit Hornung (Universität Kassel) und Prof. Dr. Emanuel Mönch (Frankfurt School) mit. Damit verbindet die Gruppe rechtswissenschaftliche, politikwissenschaftliche und ökonomische Perspektiven und schafft so die Grundlage für eine umfassende Analyse institutioneller Gestaltungsmöglichkeiten.
Das Projekt beginnt im Januar 2026 und hat eine Laufzeit von 18 Monaten. Weitere Informationen zu dieser und anderen ZEVEDI-Vorhaben finden Sie auf https://zevedi.de/themen.
Das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung
ZEVEDI ist ein Forschungs- und Kompetenznetz. Es bündelt die wissenschaftliche Expertise
der hessischen Hochschulen zur Analyse normativer Aspekte des digitalen Wandels und
trägt zur Gestaltung dieses Wandels bei. Das Zentrum konkretisiert Verantwortung als wichtigen Gesichtspunkt von Technologieentwicklung und arbeitet daran, diesen umsetzbar zu machen. Es erbringt Forschungsleistungen, stärkt den Transfer von Wissen in die Wirtschaft und die Gesellschaft hinein und berät die Politik forschungsbasiert zu den Themen Recht, Ethik und Innovation – für eine demokratische und humane Ausrichtung des digitalen Wandels. Wissenschaftliche Direktorin des Zentrums ist Prof. Dr. Petra Gehring. Die Geschäftsstelle an der TU Darmstadt steht unter der gemeinsamen Leitung von Dr. Jörn Laakmann und Dr. Christian Person.
ZEVEDI wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation.
Dr. Ilyas Özşen, Medien und Öffentlichkeit
Tel: +49 6151 16 24739
Mail: ilyas.oezsen@zevedi.de
https://zevedi.de Webseite ZEVEDI
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
Information technology, Law, Philosophy / ethics, Politics, Social studies
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

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