Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Universität Hamburg. Unter der Leitung von Dr. Max Wiesner untersucht das Projekt, wie sich fundamentale Phänomene des Universums – wie die dunkle Energie – auf Grundlage neuer Einsichten in die Theorien der Quantengravitation besser beschreiben lassen.
Die Frage nach der Natur von Raum, Zeit und Gravitation zählt zu den größten Herausforderungen der modernen Physik. Beobachtungen zeigen, dass sich unser Universum beschleunigt ausdehnt – angetrieben von einer dunklen Energie, deren Ursprung bis heute ungeklärt ist. Ab Januar wird sich ein Projektteam an der Universität Hamburg daran machen, dieses und weitere Phänomene des Universums auf einer neuen theoretischen Grundlage besser zu verstehen.
Ziel der neuen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe mit dem Titel „Quantengravitation bei starker Kopplung und ihre Auswirkungen auf die Physik niedriger Energien“ ist es, neue theoretische Methoden zu entwickeln, um bislang kaum verstandene Bereiche der Quantengravitation zu erschließen. Quantengravitation beschreibt den Versuch, die Gesetze der Schwerkraft mit den Gesetzen der Quantenmechanik zu vereinen – also zu erklären, wie Raum und Zeit auf kleinster Skala funktionieren.
Der Erkenntnisbedarf ist hoch: Zwar gab es zuletzt Fortschritte in dem Verständnis der Quantengravitation, doch noch immer beschreiben etablierte Modelle das beobachtbare Universum nur unzureichend. „Um Theorien der Quantengravitation mathematisch beschreibbar zu machen, müssen bisher vereinfachende Annahmen gemacht werden, wodurch die resultierenden Modelle allerdings nicht mehr alle Aspekte unseres Universums beschreiben können“, erklärt Wiesner.
Hier versucht das Forschungsteam anzuschließen, indem Theorien der Quantengravitation untersucht werden sollen, die auf weniger vereinfachenden Annahmen basieren. „Unser Ziel ist es, solche Theorien mathematisch kontrollierbar zu machen und zu prüfen, ob sie neue Einsichten in fundamentale Fragen liefern, etwa zur Natur der dunklen Energie.“
Grundlagenforschung auf internationalem Spitzenniveau
Das Projekt ist in ein international sichtbares Forschungsumfeld eingebettet. Das gerade ein zweites Mal bewilligte Exzellenzcluster „Quantum Universe“ an der Exzellenzuniversität Hamburg und der Sonderforschungsbereich 1624 – eine Kollaboration zwischen dem DESY, der UHH sowie der Technischen Universität München – bieten den Nachwuchsforschenden ein herausragendes Umfeld für Grundlagenforschung in der theoretischen Physik. „Die Förderung durch das Emmy Noether-Programm ist für mich eine große Anerkennung und ein starkes Signal, neugiergetrieben zu forschen“, so Wiesner.
1,9 Millionen Euro durch das Emmy Noether-Programm
Die Förderung erfolgt im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), das herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern den Aufbau und die eigenständige Leitung einer Forschungsgruppe ermöglicht. Für das auf fünf Jahre angelegte Projekt stehen rund 1,9 Millionen Euro zur Verfügung.
Dr. Max Wiesner
Universität Hamburg
Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
Fachbereich Physik
Tel.: +49 40 42838-6839
E-Mail: max.wiesner@desy.de
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Teachers and pupils
Mathematics, Physics / astronomy
transregional, national
Research projects, Transfer of Science or Research
German

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