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01/09/2026 10:22

HSBI-Projekt „Extensible“ entwickelt Plattform für Epilepsie-Hilfsmittel in Kooperation mit dem Epil

Dr. Lars Kruse Ressort Hochschulkommunikation
Hochschule Bielefeld

    Was wirklich hilft: Das Forschungsprojekt soll Menschen mit Epilepsie und Mitarbeiter:innen in dem Bielefelder Epilepsie-Zentrum die Wahl von passenden Hilfsmitteln und Assistenzsystemen erleichtern, indem es die Datenbank EpiDat und eine zugehörige Bewertungsplattform (EpiRate) erstellt. Zentraler Ansatz dabei ist die Verbindung von Informationen mit persönlichen Bewertungen und Erfahrungsberichten. Die Wirtschaftspsycholog:innen der Hochschule Bielefeld testen beide Anwendungen im Hinblick auf ihre „Usability“.

    Bielefeld (hsbi). Anfallsdetektionen, Kopfschutzhelme oder Notrufsysteme – Menschen mit Epilepsie können aus einer Vielzahl technischer Hilfen wählen. Doch dazu muss man wissen: Welche Produkte existieren? Wie zuverlässig sind sie? Und wie bewerten die tatsächlichen Nutzer:innen die Produkte? EXTENSIBLE, ein gemeinsames Projekt der Hochschule Bielefeld (HSBI) und des Epilepsie-Zentrums Bethel, setzt an dieser Stelle an und entwickelt eine neue Datenbank und Bewertungsplattform für Epilepsie-Produkte. Darauf sollen künftig Mitarbeitende des Epilepsie-Zentrums zugreifen können, um Bewertungen und Informationen der Produkte auf einen Blick zu sehen und Personen mit Epilepsie und ihre Angehörigen entsprechend beraten zu können. Das Ziel des gemeinsamen Projekts: Eine verbesserte Beratung zu Hilfsmitteln, insbesondere zu neuen technischen Assistenzsystemen.

    Datenbank „EpiDat“ wird ergänzt durch Bewertungsplattform „EpiRate“

    Im Zentrum stehen zwei digitale Werkzeuge, die Orientierung schaffen sollen: die Datenbank EpiDat und die Bewertungsplattform EpiRate. Beide werden unter Mitarbeit von Wirtschaftspsycholog:innen der HSBI unter der Leitung von Prof. Dr. Gerrit Hirschfeld und Dr. Ellen Schack mitentwickelt. Ihr Team ist für Erstellung der Anwendungen und die Bewertung der Nutzerfreundlichkeit verantwortlich. „Ein entscheidender Aspekt, denn nur ein System, das sich intuitiv bedienen lässt, wird im Alltag tatsächlich sinnvoll genutzt“, so Gerrit Hirschfeld, Professor für Angewandte Psychologie, Forschungsmethoden und Diagnostik.

    EpiDat soll Bethel-intern erstmals einen vollständigen Überblick bieten: Welche Hilfsmittel existieren und welche technischen Assistenzsysteme könnten für die jeweilige Person mit Epilepsie hilfreich sein? Neben grundlegenden Produktinformationen werden künftig vor allem Erfahrungen aus der Praxis erfasst. Die Bewertungen, die über EpiRate gesammelt werden, fließen direkt in jeden Eintrag ein, ähnlich wie man es von Bewertungen alltäglicher Produkte im Internet kennt. Das soll allen Nutzer:innen der Datenbank helfen, das passende Produkt schnell und einfach zu finden. "Das ist schon toll, die Möglichkeit zu haben, sich mal anzugucken was gibt es denn alles an Produkten. Durch die Filtermöglichkeiten sehe ich direkt was in Frage kommt und kann Bewertungen anschauen – alles kurz und knackig“, so die Aussage einer Mitarbeiterin in Bethel über die zukünftige Nutzung der Datenbank EpiDat.

    Evaluationsstudie zeigt: Plattform ist gut nutzbar

    Um die sogenannte „Usability“, also die Nutzer:innenfreundlichkeit, der Plattform zu testen, führte das Wirtschaftspsychologie-Team der HSBI eine Evaluationsstudie durch. Annähernd 150 Personen mit Epilepsie testeten EpiRate, bewerteten ein Assistenzprodukt und beurteilten anschließend den Gesamteindruck, Verständlichkeit und visuelle Gestaltung der Plattform. Die Ergebnisse fielen deutlich aus: Die meisten Teilnehmenden vergaben gute bis sehr gute Noten. Änderungen seien kaum notwendig, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin Lena Marie Schäckermann.

    Parallel zur Bewertungsplattform haben die Forschenden einen Erstentwurf von EpiDat grundlegend überarbeitet: Produktlisten wurden aktualisiert, neue Hilfen ergänzt, Filterfunktionen angepasst und Einträge neu strukturiert. Vor allem aber wurde das System so erweitert, dass Bewertungen aus EpiRate fortan automatisch beim jeweiligen Produkt erscheinen. Ein Schritt, der Beratung und Entscheidungsprozesse deutlich vereinfachen soll.

    Für 2026 ist das Roll-Out der Plattformen geplant

    Der nächste Abschnitt des Projekts ist bereits in Vorbereitung: Die Datenbank soll direkt in den Einrichtungen des Epilepsie-Zentrums Bethel getestet werden. „Wir planen Usability-Tests direkt vor Ort, um technische Funktionen und einzelne Features weiter zu verbessern“, sagt Lena Marie Schäckermann. Als Abschluss soll die Datenbank in die Praxis gebracht werden, darunter in die verschiedenen Versorgungsbereiche des Epilepsie-Zentrums Bethel, wie proWerk (Berufsbildungswerk, Werkstätten), Bethel.regional (Eingliederungshilfe), Krankenhäuser und Rehakliniken, sowie auch überregional in das Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg.

    EXTENSIBLE wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) als DATIpilot-Innovationssprint gefördert. DATIpilot ist ein Experimentier- und Lernraum zu „Innovation und Transfer“, in welchem Projekte gefördert werden, die Wissen aus der Forschung in die Praxis bringen und innovative Ideen umsetzen. Die Innovationssprints adressieren unterschiedlichste Themenfelder, u.a. fokussieren sie sich auf neue Ideen im Gesundheits- und Sozialwesen.


    More information:

    https://www.hsbi.de/presse/pressemitteilungen/was-wirklich-hilft-hsbi-projekt-ex... Pressemitteilung auf www.hsbi.de


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    Das Forschungsprojekt soll Menschen mit Epilepsie und Mitarbeiter:innen in dem Bielefelder Epilepsie-Zentrum die Wahl von passenden Hilfsmitteln und Assistenzsystemen erleichtern.
    Das Forschungsprojekt soll Menschen mit Epilepsie und Mitarbeiter:innen in dem Bielefelder Epilepsie ...

    Copyright: HSBI

    Projektleiter Prof. Dr. Gerrit Hirschfeld, Professor für Angewandte Psychologie, Forschungsmethoden und Diagnostik
    Projektleiter Prof. Dr. Gerrit Hirschfeld, Professor für Angewandte Psychologie, Forschungsmethoden ...

    Copyright: P. Pollmeier/HSBI


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Economics / business administration, Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Psychology
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

    Das Forschungsprojekt soll Menschen mit Epilepsie und Mitarbeiter:innen in dem Bielefelder Epilepsie-Zentrum die Wahl von passenden Hilfsmitteln und Assistenzsystemen erleichtern.


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    Projektleiter Prof. Dr. Gerrit Hirschfeld, Professor für Angewandte Psychologie, Forschungsmethoden und Diagnostik


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