Die Gerda Henkel Stiftung wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Aus Anlass
dieses Jubiläums legt die Stiftung ein Förderprogramm im Umfang von 2,5
Millionen Euro auf: „Prospekt Utopia“ richtet sich an Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler aller von der Stiftung unterstützten Disziplinen — von
der Archäologie bis zu den Geschichts- und Sozialwissenschaften.
Bewerberinnen und Bewerber sind eingeladen, sich mit
Zukunftsvorstellungen und deren Deutungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
auseinanderzusetzen. Gefördert werden 50 Projekte mit jeweils bis zu
50.000 Euro. Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Die Antragsfrist für die
erste Runde endet am 15. April.
Das Förderprogramm ist bewusst offen angelegt: Das Spektrum möglicher
Themen reicht von der Frage, wie frühere Gesellschaften sich Fortschritt
oder ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander vorgestellt haben, bis zu
Perspektiven, die sich aus dem gegenwärtigen Nachdenken über die Zukunft
ergeben. Dies kann auch Arbeiten zu der Rolle der Wissenschaft oder zu
technologischen Entwicklungen einschließen. Denkbar sind ebenso
kulturvergleichende Studien: Welche Bedeutung haben Zukunftsbilder für
die Orientierung von Gesellschaften? Wie gehen Gemeinschaften mit
Unwägbarkeiten um? Die Forscherinnen und Forscher können sowohl
Einzelvorhaben verfolgen als auch inner- oder interdisziplinär kooperieren.
Alle Fördermittel dürfen frei verplant werden. Alternative und
experimentelle Darstellungen der Ergebnisse sind ausdrücklich erbeten.
„Gesellschaftliche Utopien setzen ein kulturelles Bewusstsein voraus“,
erläutert Dr. Angela Kühnen, Vorstand der Gerda Henkel Stiftung, die
Jubiläumsinitiative. „Hier fällt den Geisteswissenschaften und ihren
benachbarten Disziplinen eine besondere Aufgabe zu.“ Sie seien zwar häufig
gefragt, wenn es darum gehe, zu Themen der Gegenwart und Zukunft
Stellung zu nehmen, doch geschehe dies nur selten unter
kulturoptimistischen Vorzeichen. Dr. Mathias Winde, ebenfalls Vorstand der
Gerda Henkel Stiftung, ergänzt: „Unser Ziel ist es, in unsicheren Zeiten
mehr Utopie zu wagen. Wir möchten anregen, den Beschreibungen und
Analysen einer vielfach als dystopisch wahrgenommenen Gegenwart das
Nachdenken über zukünftige Möglichkeiten und Potenziale gegenüber zu
stellen.“
Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Lisa Maskell zum
Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung des
bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Im Laufe ihres 50-
jährigen Bestehens hat die Stiftung rund 340 Mio. Euro für etwa 9.000
Forschungsprojekte bereitgestellt. Die Förderungen der Gerda Henkel
Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften. Forschungen, die
aktuelle Problemlagen in größere historische Zusammenhänge stellen oder
auch gezielt gegenwarts- und zukunftsbezogene Themen in den Blick
nehmen, werden in zeitlich begrenzten Programmen unterstützt, wie etwa im
Sonderprogramm „Flucht“ oder in den Förderschwerpunkten „Demokratie“
und „Lost Cities“. Im Rahmen des Lisa Maskell Stipendienprogramms
fördert die Stiftung junge Geisteswissenschaftler in Afrika. In ihrem
Förderschwerpunkt „Patrimonies“ setzt sie sich für den Erhalt kulturellen
Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Im Zusammenhang mit geförderten
Projekten gewährt die Stiftung im Rahmen von ergänzenden Vorhaben auch
Mittel für soziale Begleitmaßnahmen. Die Gerda Henkel Stiftung kann ihre
Zwecke im In- und Ausland verwirklichen.
https://www.gerda-henkel-stiftung.de/prospekt_utopia zur Ausschreibung
Prospekt Utopia
Copyright: Gerda Henkel Stiftung
Criteria of this press release:
Journalists
Cultural sciences, History / archaeology, Philosophy / ethics, Politics, Social studies
transregional, national
Research projects, Science policy
German

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