Studie nimmt jüdische und nicht-jüdische Perspektiven in den Blick - Forschungsverbund der Frankfurt UAS und der TU Darmstadt
Die Sicherheit jüdischen Lebens auf dem Campus ist seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verstärkt gefährdet. Hochschulen stehen durch aktuelle Vorfälle vermehrt im medialen und gesellschaftspolitischen Fokus. Eine systematische Erhebung über das Ausmaß sowie Gegenstrategien liegen jedoch bislang nur begrenzt vor.
Diese Lücke will ein Forschungsverbund der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt) schließen: Das Projekt „Antisemitismus an Hochschulen in Hessen aus jüdischen und nicht-jüdischen Perspektiven“ wird eine empirische Datengrundlage für Hessen schaffen, um die Verbreitung und die bestehenden Maßnahmen zu analysieren. Der besondere Fokus liegt dabei auf dem Einbezug jüdischer Perspektiven.
Das Projekt ist im Januar 2026 gestartet und läuft bis zum 31. Dezember 2028. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) unterstützt es im Rahmen seines Förderprogramms „Stärkung der Demokratieforschung Hessen“. Den Forschungsverbund leiten Prof. Dr. Julia Bernstein und Prof. Dr. Stefan Müller von der Frankfurt UAS sowie Prof. Dr. Katja Adl-Amini von der TU Darmstadt.
„Um dem Antisemitismus an den Hochschulen effektiv begegnen zu können, benötigen wir ein genaues Bild der Mechanismen, Dynamiken und Wirkungen. Erst diese empirische Grundlage hilft, zielgerichtete Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung jüdischen Lebens vornehmen zu können“, so Bernstein. Die Professorin mit dem Schwerpunkt der Untersuchung von Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt UAS und Mitgründerin des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender ist Sprecherin des Forschungsverbundes. „Ich freue mich, zusammen mit Prof. Dr. Katja Adl-Amini und Prof. Dr. Stefan Müller diese gesellschaftspolitisch wichtigen Herausforderungen in den nächsten drei Jahren angehen zu können.“
Der Einbezug der jüdischen Perspektive bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Antisemitismusforschung. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler*innen eine weitere Forschungslücke schließen: Zusätzlich zu einem umfassenden Querschnitt, welcher die Verbreitung von Antisemitismus untersucht, fehlen bisher Längsschnitt-Untersuchungen. „In unserer Studie werden die Entwicklungen unterschiedlicher Formen von Antisemitismus sowie die Ausmaße an den Hochschulen auch im Zeitverlauf in den Blick genommen“, so Prof. Dr. Katja Adl-Amini.
„Uns geht es auch darum zu untersuchen, welche Rolle Bildungserfahrungen im Sozialisationsraum Hochschule für jüdisches Leben heute sowie für das Erkennen und Benennen von Antisemitismus spielen“, erläutert Stefan Müller, der als Professor für Bildung und Sozialisation an der Frankfurt UAS zu politischer Bildung, reflexiver Lehrer*innenbildung und Antisemitismusprävention forscht und lehrt.
Abschließendes Ziel der Studie ist es, gezielte Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die jüdisches Leben im Hochschulbereich fördern und Hochschulverwaltungen, Verbände und Organisationen in ihrer Arbeit unterstützen.
Frankfurt UAS, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Julia Bernstein, E-Mail: bernstein.julia@fra-uas.de | Prof. Dr. Stefan Müller, E-Mail: stefan.mueller@fra-uas.de
TU Darmstadt: Prof. Dr. Katja Adl-Amini, Fachbereich Humanwissenschaften, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik, E-Mail: katja.adl-amini@tu-darmstadt.de
Prof. Dr. Julia Bernstein
Source: Antje Korn
Copyright: Antje Korn
Prof. Dr. Stefan Müller
Source: Frankfurt UAS
Copyright: Frankfurt UAS
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
Social studies, Teaching / education
regional
Cooperation agreements, Research projects
German

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