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01/23/2026 15:26

Meinhard von Gerkans Architekturpavillon an der TU Braunschweig feiert 25-jähriges Bestehen

Bianca Loschinsky Presse und Kommunikation
Technische Universität Braunschweig

    Er gehört zu den prägenden Bauwerken der Technischen Universität Braunschweig: der Architekturpavillon im Innenhof des Altgebäudes. Erbaut vor einem Vierteljahrhundert auf Initiative des renommierten Architekten Professor Meinhard von Gerkan. Das Jubiläum ist Anlass für eine Ausstellung, die den Pavillon selbst in den Mittelpunkt stellt. Präsentiert werden Entwürfe und Materialien zur Entstehungsgeschichte des markanten Baus sowie Erinnerungen von Alumni und aktuelle Architekturzeichnungen von Studierenden. Eröffnung ist am 2. Februar im Architekturpavillon.

    Seit seiner Fertigstellung im Jahr 2000 ist der Pavillon ein fester Bestandteil des Campuslebens. Das Gebäude, von ehemaligen Studierenden auch „Gurkenglas“ genannt, ist ein Ort, der Studierende, Lehrende und die Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren immer wieder zusammengebracht hat – bei Vorträgen, Auszeichnungen, Bachelor- und Masterpräsentationen und Ausstellungen. Entworfen wurde der lichte Kubus aus Sichtbeton, Stahl und Glas von Professor Meinhard von Gerkan und seinen Mitarbeiter*innen Christiane Kraatz, Patrik Dierks, Peter Glaser, Hans Joachim Paap und Wilhelm Springmeier am Institut für Baugestaltung.

    Der Braunschweiger Schule einen Ort

    „Der Braunschweiger Schule einen Ort“ – unter diesem Titel wurde der Architekturpavillon am 26. Juni 2000 eröffnet. Kein anderer habe den von außen herangetragenen Mythos „Braunschweiger Schule“ so verkörpert wie von Gerkan, heißt es in einem Nachruf der Universität auf den im Jahr 2022 verstorbenen Architekten. Diese Architekturlehre entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg an der damaligen Technischen Hochschule in Braunschweig und prägte das Erscheinungsbild zahlreicher norddeutscher Städte. Meinhard von Gerkan, der auch in Braunschweig studiert hatte und bei Dieter Oesterlen seine Diplomarbeit verfasste, gehörte der Folgegeneration der „Braunschweiger Schule“ an. 1974 war er dem Ruf auf eine Professur für den Lehrstuhl für Entwerfen gefolgt, welche er bis 2002 innehatte. Im Frühjahr 2000 wurde der Architekturpavillon fertiggestellt, unter anderem finanziert durch eine Spende des Architekten.

    Mit seiner Grundfläche von 15 mal 15 Metern folgt das Gebäude einer klaren geometrischen Idee. Über einen Brückensteg vom Treppenpodest des Altgebäudes gelangt man auf die Galerieebene des Pavillons. Eine Freitreppe führt von hier aus auf die Hofebene. Weite Flügeltüren öffnen sich zum grünen Innenhof. Gerade diese Offenheit prägt den Charakter des Gebäudes. Bei Veranstaltungen verschwimmen die Grenzen zwischen Innen und Außen. Und das Äußere des Pavillons mit seiner Fassade aus Glasstegplatten verändert sein Gesicht je nach Tageszeit und Lichteinfall: tagsüber schillernd-reflektierend, nachts als leuchtender Kubus.

    „Durch den Pavillon wurde die architektonische Lehre in die Mitte der Universität gerückt. Er dient bis heute dem Austausch und der Sichtbarmachung studentischer Arbeiten“, sagt Hans Joachim Paap, ehemaliger Mitarbeiter am Institut für Baugestaltung und Partner bei gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner.

    10 Gebote zum Entwerfen

    In der aktuellen Ausstellung, einer Kooperation des Instituts für Gestaltungsmethodik und Darstellung (IMDR) der TU Braunschweig, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner und der Familie von Gerkan, steht der Pavillon selbst im Fokus. Sie blickt auf die Entstehungsgeschichte zurück und zeigt zugleich aktuelle Perspektiven. Präsentiert werden Fotografien, Entwürfe, Erinnerungen und die „10 Gebote zum Entwerfen“ von Meinhard von Gerkan, zu dessen bekanntesten Projekten der Flughafen Berlin-Tegel, der Berliner Hauptbahnhof und die Stadt Lingang New City (heute Nanhui New City) in China gehören. Zur Kontextualisierung sind auch Bilder, Pläne und Skizzen von drei weiteren gmp-Projekten zu sehen: der Christus-Pavillon, der zeitgleich mit dem Ausstellungspavillon entstand, der „Raum der Stille“ im Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg sowie der Umbau der Hyparschale Magdeburg.

    Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Arbeiten von Erstsemesterstudierenden der Architektur. Mit dem Architekturpavillon als erstem Anschauungsobjekt haben sie sich in seinem Jubiläumsjahr zeichnerisch in ihr Studium quasi eingeschrieben. Skizzen, Linien, konstruierte Grundrisse, Schnitte, Axonometrien und Perspektiven werden hier zu Instrumenten des Sehens: Sie schärfen den Blick für Proportionen, Atmosphäre und räumliche Zusammenhänge eines Gebäudes, das im Alltag oft selbstverständlich genutzt wird.

    Der Architekturpavillon in 25 Jahren

    „Zeichnen verstehen wir als gestalterische Erkenntnispraxis, die vom freien Skizzieren bis zur präzisen Konstruktion reicht. Im freien Zeichnen und Skizzieren schärfen Studierende Wahrnehmung und Auswahl. In der konstruierten Zeichnung lernen sie, aus wenigen abstrakten Informationen räumliche Zusammenhänge zu entwickeln. Beide Formen greifen ineinander und bilden gemeinsam die Grundlage gestalterischer Urteilskraft“, sagt Professor Fahim Mohammadi, Leiter des Instituts für Gestaltungsmethodik und Darstellung.

    Ergänzend zur Ausstellung zeigen ausgewählte Arbeiten von Masterstudierenden spekulative Visionen zur Zukunft des Architekturpavillons. Unter dem Titel „Pavillon FUTUR2“ entwarfen die Studierenden grafische Plakate, die mögliche architektonische, gesellschaftliche und kommunikative Entwicklungen des Pavillons in 25 Jahren imaginieren. Die Arbeiten verstehen sich als offene Szenarien und nutzen Zeichnung, Farbe und Text, um zukünftige Zustände, Umbauten oder Erweiterungen des Pavillons atmosphärisch und gestalterisch zu kommunizieren.

    Die Ausstellung lädt ein, den Pavillon neu zu entdecken: als architektonisches Objekt, Ort des Austauschs und als Raum bewusster Wahrnehmung und zeichnerischer Untersuchung.

    Ausstellung „Ein Pavillon stellt sich aus – 25 Jahre Architekturpavillon TU Braunschweig“

    Eröffnung
    2. Februar 2026, 18.00 Uhr
    Architekturpavillon der TU Braunschweig, Innenhof Altgebäude, Pockelsstraße 4

    Grußworte
    Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig
    Prof. Fahim Mohammadi, Leiter des Instituts für Gestaltungsmethodik und Darstellung

    Podiumsdiskussion
    mit den ehemaligen Institutsmitarbeitenden Hans Joachim Papp (gmp-Partner), Christiane Kraatz, Patrik Dierks und Peter Glaser sowie Wilhelm Springmeier
    Moderation: Detlef Jessen-Klingenberg

    Weitere Öffnungszeiten:
    3. bis 6. Februar 2026, jeweils 10-19 Uhr. Eintritt frei.

    Meinhard von Gerkan
    Meinhard von Gerkan war Absolvent des Studiengangs Architektur der TU Braunschweig und schloss 1964 bei Professor Dieter Oesterlen mit einer Diplomarbeit über ein Fluggast-Abfertigungsgebäude in Hannover-Langenhagen ab. Er gründete ein Jahr später mit seinem Büropartner Volkwin Marg, ebenfalls Absolvent aus Braunschweig, das bis heute weltweit agierende Büro gmp (Gerkan, Marg und Partner) in Hamburg. Bereits zehn Jahre später – 1974 – wurde er als Nachfolger von Professor Friedrich Wilhelm Kraemer auf die Professur für Gebäudelehre, Entwerfen von Hochbauten A berufen, die er bis 2002 innehatte. In dieser Zeit entstand auch der Architekturpavillon. Weitere seiner Bauwerke in Braunschweig sind das Posthochhaus am Berliner Platz, das Amtsgericht am Eiermarkt und ein Haus unweit der Autobahn für das Unternehmen Miro. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen der Flughafen Berlin-Tegel, der Berliner Hauptbahnhof, die Villa Guna im lettischen Jūrmala, das Hanoi Museum, die Vietnamesische Nationalversammlung in Hanoi, das Grand Theater in Chongqing, der Neu- und Umbau des Chinesischen Nationalmuseums in Peking und die Planung der Stadt Lingang New City (heute Nanhui New City) bei Shanghai. 2022 ist der Architekt im Alter von 87 Jahren verstorben.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dipl.-Ing. Fahim Mohammadi, M.Arch. M.Eng.
    Technische Universität Braunschweig
    Institut für Gestaltungmethodik und Darstellung
    Zimmerstraße 24
    38106 Braunschweig
    Tel.: +49 531 391 3564
    E-Mail: imdr@tu-braunschweig.de
    www.tu-braunschweig.de/imdr


    Images

    Die Galerieebene des Architekturpavillons an der TU Braunschweig.
    Die Galerieebene des Architekturpavillons an der TU Braunschweig.
    Source: Heiko Jacobs/TU Braunschweig


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, Students
    Construction / architecture
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

    Die Galerieebene des Architekturpavillons an der TU Braunschweig.


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