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02/03/2026 11:56

Wie kann gesunde Tiefkühlpizza aussehen?

Nadine Metzler Hochschulkommunikation
Hochschule Bremerhaven

    Wenn es um gesunde Ernährung geht, stehen neben Proteinen besonders Ballaststoffe im Fokus. Sie sind sättigend, gut für das Darmmikrobiom und halten den Blutzuckerspiegel konstant. Doch gerade in Fertiggerichten sind sie oftmals kaum enthalten. Im Projekt „ProBallast“ suchen Forscherinnen der Hochschule Bremerhaven nach Möglichkeiten, den Ballaststoffgehalt in diesen Lebensmitteln zu erhöhen. Dafür arbeiten sie mit der Universität Göttingen und verschiedenen Wirtschaftsunternehmen zusammen. Erste Ergebnisse zur Entwicklung einer Tiefkühlpizza stellen sie gemeinsam mit der Ökofrost GmbH bei der diesjährigen BIOFACH vom 10. bis zum 13. Februar in Nürnberg vor.

    Unter dem Begriff „Fibre Maxxing“ ist ballaststoffreiche Ernährung derzeit ein Trendthema in den sozialen Medien. Auf vielen Accounts sind Tipps zu finden, welche Lebensmittel sich dafür besonders eignen. Damit greifen sie ein lange existierendes Ernährungsproblem auf: Viele Menschen nehmen zu wenig Ballaststoffe zu sich, obwohl diese zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. „Kaum ein Element wird in der Ernährungsforschung so uneingeschränkt positiv bewertet wie ein hoher Ballaststoffanteil. Sie sättigen länger, senken das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, weiß Dipl.-Ing. Kirsten Buchecker, die das Projekt „ProBallast“ an der Hochschule Bremerhaven leitet. Daher mache es Sinn, auch in Fertiggerichten den Ballaststoffgehalt zu erhöhen, indem man beispielsweise Vollkorngetreide oder Ackerbohnenmehl einsetzt. Auch Nebenströme aus der Produktion, wie die Schalen von Hülsenfrüchten oder Obsttrester, können als Ballaststoffquelle eingesetzt werden. Dies würde einen nachhaltigeren Umgang mit Rohstoffen in der Lebensmittelproduktion ermöglichen, da weniger Abfall entstehen würde. Angestrebt wird ein Ballaststoffgehalt von mindestens drei Prozent. Im Optimalfall lässt er sich jedoch auf sechs Prozent erhöhen. Dann dürfte das Produkt nach dem deutschen Lebensmittelrecht als „ballaststoffreich“ bezeichnet werden.

    In den vergangenen Monaten hat das Bremerhavener Projektteam an Rezepturen für Tiefkühlpizza gearbeitet. Dabei mussten sie mit den Besonderheiten der verschiedenen Rohstoffe umgehen. Diese machen sich besonders bei den Tomatensoßen bemerkbar. „Je nach Ballaststoff, den wir verwendet haben, verändert sich die Konsistenz der Soße. Sie wird also dick- oder dünnflüssiger. Das sorgt nicht nur für ein anderes Mundgefühl, sondern hat auch Einfluss auf die Abfüllung. Außerdem konnten wir sowohl beim Teig als auch bei den Soßen Unterschiede in der Farbe und dem Geschmack feststellen“, erklärt Buchecker. Diese Faktoren können das Kaufverhalten der Verbraucher:innen beeinflussen. Daher werden Produktentwicklungen durch sensorische Expert:innenbewertungen begleitet und es werden sensorische Konsument:innentests durchgeführt. Als Praxispartner engagiert sich die Ökofrost GmbH im Projekt. Ziel des Unternehmens ist es, auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Ergebnisse der Hochschule Bremerhaven und der Universität Göttingen Tiefkühlpizza und weitere Bio-Tiefkühlprodukte zu entwickeln, die dann tatsächlich auf den Markt kommen.

    Das Projekt ProBallast läuft noch bis zum 30.12.2027 und wird durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert. Während der Projektlaufzeit wird noch an weiteren Produkten, beispielsweise Dosensuppen, Crackern und Gemüsebällchen, gearbeitet.

    Ökofrost ist Bio-Tiefkühlpionier seit 1996 mit Sitz in Berlin. Der Tiefkühlspezialist und Großhändler führt zwei eigene Tiefkühlmarken: BioPolar und BioCool. Unter diesen Marken wird moderne Bio-Tiefkühlkost vor allem in den Fachhandel in ganz Deutschland geliefert.


    Contact for scientific information:

    Dipl.-Ing. Kirsten Buchecker
    Tel.: +49 4714823289
    kbuchecker@hs-bremerhaven.de


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    Im Labor der Hochschule Bremerhaven entstehen verschiedene Tomatensoßen. Je nach Ballaststoff unterscheiden sie sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Konsistenz.
    Im Labor der Hochschule Bremerhaven entstehen verschiedene Tomatensoßen. Je nach Ballaststoff unters ...
    Source: Kirsten Buchecker
    Copyright: Kirsten Buchecker


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
    Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Research projects
    German


     

    Im Labor der Hochschule Bremerhaven entstehen verschiedene Tomatensoßen. Je nach Ballaststoff unterscheiden sie sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Konsistenz.


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