Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause leben, steigt stetig. Um ihnen ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen, braucht es einen tragfähigen Mix aus familiärer Unterstützung, professionellen Pflegediensten und ergänzenden Entlastungsangeboten für den Alltag. Letztere, sogenannte „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ (AUA), gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt „Augusta“ an, das kürzlich am BZPD – Bayerischen Zentrum Pflege Digital der Hochschule Kempten gestartet ist.
Alltagsunterstützende Angebote werden von Ehrenamtlichen, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten oder Selbstständigen erbracht und leisten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Trotz ihrer wachsenden Relevanz liegen bislang kaum empirische Daten zu den Personen vor, die diese Angebote durchführen. Zudem fehlen evaluierte Maßnahmen zur gezielten Gewinnung, Qualifizierung und Unterstützung der Helfenden.
„Im Projekt Augusta erfassen und analysieren wir erstmals systematisch Daten zu den Personen, die in alltagsunterstützenden Angeboten tätig sind, sowie zu den strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen dieser Angebote. Auf dieser Basis möchten wir Wege aufzeigen, wie diese verbessert werden können“, erläutert Projektmitarbeiterin Linda Göbl vom BZPD. Ziel sei es, bestehende Trägerstrukturen zu identifizieren und mithilfe von Befragungen und Interviews die Bedürfnisse und Bedarfe der Beschäftigten genauer zu charakterisieren. Ihr Kollege Dr. Tobias Wörle ergänzt: „Derzeit fehlen belastbare Erkenntnisse darüber, welche Faktoren die Gewinnung, Qualifizierung und langfristige Bindung von alltagsunterstützenden Personen begünstigen. Diese Lücke möchten wir mit dem Projekt schließen und damit eine fundierte Grundlage für zukünftige Maßnahmen schaffen.“
Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen sollen konkrete Handlungsempfehlungen für zuständige Ministerien auf Länderebene, ausführende Verwaltungseinheiten, Beratungsstellen sowie Träger von alltagsunterstützenden Angeboten entwickelt werden. „Darüber hinaus entsteht im Projekt eine digitale Plattform, die alltagsunterstützende Personen bei Vernetzung, Qualifizierung und Beratung unterstützt“, betont Linda Göbl.
Das Projekt „Augusta“ wird vom IGG – Institut für Gesundheit und Generationen, dem Kompetenzzentrum für empirische Jugendarbeits- und Sozialforschung sowie dem Bayerischen Zentrum Pflege Digital der Hochschule Kempten durchgeführt. Das BZPD verantwortet insbesondere die co-kreative Entwicklung der digitalen Plattform sowie deren wissenschaftliche Evaluation.
Mit den Ergebnissen des Projekts möchte die Hochschule Kempten dazu beitragen, die Träger von alltagsunterstützenden Angeboten sowie die dort tätigen Personen bestmöglich zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen in der häuslichen Pflege zu leisten.
Das Projekt „Augusta“ ist im Januar 2026 gestartet und hat eine Laufzeit bis Juni 2029. Projektpartner sind Familiengesundheit 21 e. V., Pflegedienst, deinNachbar e. V. sowie die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Förderprogramm HAW-ForschungsPraxis.
Simone Schmid-Berger | Öffentlichkeitsarbeit BZPD
Tel.: 0831 870 235-17 | simone.schmid-berger@hs-kempten.de
https://forschung.hs-kempten.de/forschungsprojekt/858-augusta
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Information technology, Nutrition / healthcare / nursing
regional
Research projects
German

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