idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/05/2026 10:04

KI in der kommunalen Verkehrssteuerung: Klare Ziele entscheiden über den Erfolg

Petra Brücklmeier Geschäftsstelle
Lernende Systeme - Die Plattform für Künstliche Intelligenz

    Künstliche Intelligenz (KI) wird für Kommunen immer wichtiger. In der Verkehrs- und Mobilitätssteuerung eröffnet sie neue Möglichkeiten, Staus, Emissionen und ineffiziente Verkehrsflüsse zu reduzieren. Doch ihr Nutzen entscheidet sich nicht an der Technologie allein. Ohne klar definierte kommunale Ziele und messbare Kriterien bleibt KI wirkungslos. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Impulspapier der Plattform Lernende Systeme. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Zielbild der KI-basierten Verkehrssteuerung, das von den Bedürfnissen der Kommunen ausgeht. Das Papier bietet eine Orientierung, wie KI als Steuerungsinstrument strategisch eingesetzt werden kann.

    Städte und Kommunen stehen unter hohem Handlungsdruck: Sie sollen Mobilität effizienter, klimafreundlicher und sicherer gestalten. Verkehrsflüsse sollen verbessert, Flächen neu verteilt und die Lebensqualität erhöht werden – bei begrenzten Ressourcen und zunehmenden Zielkonflikten. KI kann dabei unterstützen, bestehende Infrastrukturen intelligenter zu nutzen und Steuerungsentscheidungen datenbasiert zu treffen. Dabei müssen lernende Systeme konsequent an kommunalen Zielen ausgerichtet werden.

    „KI-basierte Verkehrs- und Mobilitätssteuerung entfaltet ihren gesellschaftlichen Nutzen nur dann, wenn sie klaren kommunalen Zielvorgaben folgt und dauerhaft innovationsfähig gestaltet wird“, sagt Tobias Hesse, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Mitglied der Plattform Lernende Systeme. „Erst wenn politische Prioritäten in messbare Indikatoren übersetzt werden, sind sie für KI-Systeme steuerbar.“

    „Technisch setzen wir dabei auf ein modellbasiertes Reinforcement Learning, das es erlaubt, Steuerungsstrategien zunächst in Simulationen zu testen, bevor sie im realen Verkehr eingesetzt werden – quasi ein sicheres Labor für dynamische Verkehrssysteme“, erklärt Claus Bahlmann, Siemens Mobility und Mitglied der Plattform Lernende Systeme. „So wird vermieden, dass Lernprozesse direkt in sicherheitskritischen, hochdynamischen Verkehrsszenarien stattfinden – man könnte sagen, wir operieren nicht am offenen Herzen.“

    Insbesondere Reinforcement Learning eröffnet neue Möglichkeiten. Im Unterschied zu klassischen, regelbasierten Verfahren bewertet diese Methode kontinuierlich Handlungsoptionen und passt Steuerungsentscheidungen dynamisch an veränderte Verkehrssituationen an. Praktische Erfahrungen zeigen bereits heute: Umweltsensitive Verkehrssteuerung oder die Priorisierung bestimmter Verkehrsarten lassen sich adaptiv und wirkungsorientiert umsetzen, wenn die Ziele klar definiert sind.

    Damit Kommunen deutlich schneller von Innovationen profitieren können, empfiehlt das Papier ein offenes Forschungs- und Entwicklungssystem. Dieses fungiert als Baukasten. Hier werden mobilitätsrelevante Daten integriert, neue Dienste und Steuerungsstrategien in Simulationen erprobt und dann schrittweise in den Betrieb überführt. So behalten Kommunen nicht nur die Steuerungshoheit. Sie vermeiden Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und beschleunigen Innovationszyklen – etwa durch die Entwicklung neuer Lagebilddienste oder Steuerungsalgorithmen.

    Über das Impulspapier

    Das Impulspapier „KI-basierte Verkehrs- und Mobilitätssteuerung in kommunalen Mobilitätssystemen“ wurde von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Mobilität und intelligente Verkehrssysteme“ der Plattform Lernende Systeme verfasst. Es steht zum kostenfreien Download bereit.

    Ein Kurzinterview mit Tobias Hesse, Mit-Autor des Impulspapieres und Mitglied der Plattform Lernende Systeme, steht zur redaktionellen Verwendung zur Verfügung.

    Über die Plattform Lernende Systeme

    Die Plattform Lernende Systeme ist ein Netzwerk von Expertinnen und Experten zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Sie bündelt vorhandenes Fachwissen und fördert als unabhängiger Makler den interdisziplinären Austausch und gesellschaftlichen Dialog. Die knapp 200 Mitglieder aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln in Arbeitsgruppen Positionen zu Chancen und Herausforderungen von KI und benennen Handlungsoptionen für ihre verantwortliche Gestaltung. Damit unterstützen sie den Weg Deutschlands zu einem führenden Anbieter von vertrauenswürdiger KI sowie den Einsatz der Schlüsseltechnologie in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Plattform Lernende Systeme wurde 2017 vom Bundesforschungsministerium auf Anregung von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gegründet und wird von einem Lenkungskreis gesteuert. Die Leitung der Plattform liegt bei Dorothee Bär (Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und Claudia Eckert (Präsidentin acatech).


    Original publication:

    https://www.plattform-lernende-systeme.de/files/Downloads/Publikationen/Impulspa... - Download des Impulspapieres


    More information:

    https://www.plattform-lernende-systeme.de/ergebnisse/standpunkte/interviews/3-fr... - Kurzinterview mit Tobias Hesse zur redaktionellen Verwendung
    https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7425096696621088768 - LinkedIn-Eintrag zur Veröffentlichung


    Images

    KI-basierte Verkehrs- und  Mobilitätssteuerung braucht klare Ziele
    KI-basierte Verkehrs- und Mobilitätssteuerung braucht klare Ziele

    Copyright: Plattform Lernende Systeme


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Economics / business administration, Electrical engineering, Information technology, Politics, Traffic / transport
    transregional, national
    Scientific Publications, Transfer of Science or Research
    German


     

    KI-basierte Verkehrs- und Mobilitätssteuerung braucht klare Ziele


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).