Über 100 Expert:innen aus 17 Ländern diskutierten an der Hochschule Düsseldorf Perspektiven von Kindern und Jugendlichen im Denken Janusz Korczaks. Im Mittelpunkt standen Kinderrechte, Partizipation und aktuelle Ansätze der Kindheitsforschung.
Am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf hat eine internationale Tagung zum Wirken des Pädagogen Janusz Korczak stattgefunden. Die Tagung stand unter dem Titel “Children’s and Youth Perspectives: Voices in Their Own Narratives and Socio-Educational Contexts”. Über 100 Expertinnen und Experten aus 17 Ländern kamen zusammen, um aktuelle Forschungsansätze zu Perspektiven von Kindern und Jugendlichen zu diskutieren und diese in sozialpädagogische, bildungswissenschaftliche und gesellschaftliche Kontexte einzuordnen.
„Die Tagung knüpft bewusst an das Denken Janusz Korczaks an, der Kinder früh als eigenständige Subjekte mit eigenen Rechten und Stimmen verstanden hat“, sagt Dr. Agata Skalska, Nachwuchsprofessorin am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften und Veranstalterin der Tagung. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Partizipation und Kinderrechte zeige sich, wie anschlussfähig Korczaks Werk für heutige Forschung und Praxis sei.
Inhaltlich fügte sich die Tagung eng in das Profil des Fachbereichs ein, an dem zahlreiche Forschungsprojekte zu den Lebenswelten und Sichtweisen von Kindern und Jugendlichen angesiedelt sind und der zugleich das Janusz-Korczak-Archiv beherbergt. Korczaks Schriften, die im deutschsprachigen Raum lange Zeit nur eingeschränkt rezipiert wurden, gelten heute als wegweisend für die Kindheitsforschung. Seine radikale Perspektive auf das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen sowie seine Betonung von Beteiligungsrechten machen ihn zu einem zentralen Bezugspunkt für aktuelle wissenschaftliche Auseinandersetzungen.
Die Tagung wurde in Kooperation mit der International Korczak Association, der Deutschen Korczak-Gesellschaft e. V., der UNESCO sowie der European Sociological Association durchgeführt und stieß auf große Resonanz. Teilnehmende reisten unter anderem aus Polen, den Niederlanden, Bulgarien, Italien, Spanien, Griechenland, Israel, der Ukraine und Australien an. Eine geplante Session musste kurzfristig entfallen, da eine Gruppe von Lehrkräften und Jugendlichen aus der Ukraine infolge eines landesweiten Stromausfalls und unterbrochenen Zugverkehrs nicht rechtzeitig anreisen konnte.
Ein besonderer Akzent lag auf der aktiven Beteiligung von Studierenden. Im Wintersemester hatte Dr. Agata Skalska ein forschungspraktisches Seminar konzipiert, in dem Studierende gemeinsam mit Kindern forschten. Die Ergebnisse dieses Seminars wurden am zweiten Tag der Tagung vorgestellt – sowohl von den Studierenden als auch von den beteiligten Co-Forschenden Kindern selbst, die dem internationalen Publikum auf Englisch von ihrer Beteiligung am Forschungsprozess berichteten.
Den Abschluss der Tagung bildete ein gemeinsamer Besuch des Erinnerungsortes Alter Schlachthof. Damit verband die Veranstaltung wissenschaftlichen Austausch mit historischer Reflexion und unterstrich den Anspruch, Forschung zu Kindern und Jugendlichen stets in einen gesellschaftlichen und ethischen Zusammenhang zu stellen.
Dr. Agata Skalska agata.skalska@hs-duesseldorf.de
Dr. Agata Skalska (r.) im Gespräch mit einem Kind aus dem forschungspraktischen Seminar
Source: Kymon Ems
Copyright: Hochschule Düsseldorf
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
Teaching / education
transregional, national
Scientific conferences
German

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