Nach der Long Installation and Maintenance Period wird die Forschung am weltgrößten Röntgenlaser in Kürze wieder aufgenommen.
Mit einer feierlichen Veranstaltung hat European XFEL heute gemeinsam mit der Hamburger Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal und dem Schleswig-Holsteinischen Wissenschaftsstaatsekretär Guido Wendt den weltgrößten Röntgenlaser neu gestartet. Vorausgegangen war eine sogenannte Long Installation and Maintenance Period (LIMP) mit Wartungsarbeiten und zahlreichen Neuerungen in der Tunnelanlage und an den Experimentierstationen auf dem Campus des European XFEL.
Mitarbeitende von European XFEL und DESY, die maßgeblich an den umfangreichen Arbeiten beteiligt waren, verfolgten, wie Blumenthal und Wendt den Elektronenbeschleuniger per Mausklick starteten. Elektronenpakete rasen nun wieder durch die Beschleunigerstrecke bis zu einem sogenannten Dump nach etwa zwei Dritteln der Anlagenstrecke von 3,4 Kilometern, wo sie absorbiert werden. Die übrigen Teile des Röntgenlasers, in denen mit den beschleunigten Elektronen das Röntgenlicht erzeugt wird, und die Experimentierstationen werden in den folgenden Tagen und Wochen in Betrieb gehen. Ab Mitte April steht die Anlage nach einer Pause von mehr als sieben Monaten wieder für Forscherinnen und Forscher zur Verfügung.
Auf der Feier im Wissenschaftserlebniszentrum Lighthouse würdigte European XFEL-Geschäftsführer Prof. Thomas Feurer die Bedeutung der Um- und Ausbauarbeiten für die langfristige Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und wissenschaftliche Exzellenz der Großforschungsanlage. Neben den erfolgreichen Wartungsarbeiten, für die der normalerweise bei minus 271 Grad Celsius arbeitende Beschleuniger auf Raumtemperatur erwärmt und anschließend wieder abgekühlt wurde, installierten Teams von European XFEL und dem Forschungszentrum DESY zahlreiche technische Innovationen, um die Möglichkeiten für Experimente am Röntgenlaser weiter auszubauen. Zu den wichtigen Neuerungen zählen unter anderem die neue Elektronenquelle GUN5, die eine um etwa 30 Prozent höhere Pulsrate ermöglicht, sowie der Ausbau der Strahlführungen und Instrumente für Attosekunden-Experimente, mit denen sich ultraschnelle Prozesse wie die Entstehung chemischer Bindungen beobachten lassen. Darüber hinaus wurden Vorarbeiten für die Installation von supraleitenden Undulatoren abgeschlossen, die besonders kurze und hochintensive Röntgenpulse mit sehr kurzen Wellenlängen liefern werden, mit denen die Forschenden unter anderem eine noch bessere Auflösung erreichen können.
In seiner Ansprache betonte Thomas Feurer die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Die Arbeit der letzten Monate war eine außergewöhnliche Gemeinschaftsleistung von European XFEL und DESY, mit vielen Teams unterschiedlicher Fachrichtungen. Allen Beteiligten gelten großer Dank und Anerkennung für Engagement, fachliche Expertise und Ausdauer. Dank dieses Erfolgs können wir nun pünktlich in eine neue Phase des wissenschaftlichen Betriebs starten, die den Nutzerinnen und Nutzern unserer Anlage weltweit einzigartige, exzellente Forschungsmöglichkeiten eröffnet und die führende Position Europas in der Forschung mit Röntgenstrahlen weiter stärkt.“
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal: „Die Forschungsmöglichkeiten am European XFEL sind international einzigartig und ziehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt an. Der Teamgeist, der dabei hier in direkter Nachbarschaft zum DESY gelebt wird, begeistert und stärkt unseren Forschungsstandort. Das Update des Röntgenlasters ermöglicht nun noch einmal ganz neue Messexperimente hier in der Science City. Ich freue mich auf die Ergebnisse und gratuliere allen Beteiligten zum erfolgreichen Neustart!“
„Der Neustart des European XFEL ist ein starkes Signal für die internationale Spitzenforschung in Europa. Er zeigt, dass langfristige Investitionen in große Forschungsinfrastrukturen und verlässliche Partnerschaften eine tragfähige Grundlage für wissenschaftlichen Fortschritt schaffen,“ hob Guido Wendt, Staatssekretär im Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, die Bedeutung der Forschungseinrichtung hervor.
„Mit der neuen Elektronenquelle und den umfassenden Upgrades, die unsere Teams in den European XFEL eingebaut haben, ist der Röntgenlaser so leistungsfähig und zuverlässig wie nie zuvor. Diese einzigartige Maschine bildet zusammen mit DESYs Lichtquellen das Fundament für Norddeutschlands Rolle als globaler Knotenpunkt der Röntgenforschung,“ sagte Prof. Wim Leemans, Direktor des DESY-Beschleunigerbereichs.
Mit dem Neustart des European XFEL können Forschende aus aller Welt nun wieder sowohl die modernste Infrastruktur als auch das Know-how der Beschäftigten für ihre Spitzenforschung nutzen. Die als Strahlzeit oder Beamtime bezeichneten Forschungsaufenthalte dauern in der Regel eine Woche, werden auf Basis von wissenschaftlicher Exzellenz vergeben und sind stark nachgefragt.
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Winnie Decking (DESY), die Hamburger Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal und Guido Wendt, Staat ...
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