Projekt von Frankfurt UAS und Bildungsstätte Anne Frank: Wie gehen junge Erwachsene mit Judenfeindlichkeit auf TikTok und Co um?
Antisemitismus ist auf Social Media allgegenwärtig und weit verbreitet. Neue, multimodale und plattformgerechte Formen wie Memes und KI-generierte Inhalte gesellen sich dabei zu bekannten antisemitischen Motiven – seien es Verschwörungsnarrative, israelbezogener Antisemitismus oder Holocaustrelativierungen und -leugnungen. Dabei verstärken algorithmische Empfehlungen auf Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube oder X die Verbreitung und Normalisierung antisemitischer Stereotype, wodurch sich antisemitische Narrative tief in digitale Subkulturen und somit letztlich auch in öffentliche Diskurse einschreiben.
Die wissenschaftliche Erforschung dieser Entwicklungen steht ganz am Anfang. Insbesondere die Frage, inwiefern junge Erwachsene antisemitische Inhalte auf Social Media erkennen und wie sie hiermit umgehen, ist noch eine Leerstelle.
Hier setzt das Forschungsprojekt „Zwischen Like und Hass – Antisemitismus in Sozialen Medien“ an, das die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank durchführt.
Die Studie läuft bis Ende Dezember 2028. Gefördert wird sie vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) im Rahmen seines Förderprogramms „Stärkung der Demokratieforschung Hessen“. Projektleiter ist Prof. Dr. Meron Mendel, Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt UAS und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
Wahrnehmung von Online-Antisemitismus wenig untersucht
„Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Online-Antisemitismus legte bisher ein besonderes Augenmerk auf seine Ausdrucksformen. Die Forschung zur Frage der Wahrnehmung steht hingegen noch am Beginn“, so Meron Mendel. „Da junge Menschen Social Media jedoch zunehmend als Informationsquelle für das politische Geschehen nutzen und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit in ihrem Alltag auf Online-Antisemitismus stoßen, ist es besonders relevant, in diese Forschungslücke vorzudringen.“
Projektteam entwickelt Angebote für junge Erwachsene
Das Projekt untersucht, wie sich 18- bis 27-Jährige antisemitische Inhalte aneignen, wie sie sich davon beeinflussen lassen und welche Strategien zur Stärkung der antisemitismuskritischen Bildung in digitalen, analogen und hybriden Kontexten erfolgversprechend sind.
Die Forschenden führen dafür sowohl Einzelinterviews als auch Gruppendiskussionen durch. Dadurch gewinnen sie differenzierte Einblicke in die individuellen Erfahrungen und kollektiven Argumentations- wie Deutungsmuster junger Menschen. Basierend auf diesen Erkenntnissen und Daten entwickelt das Projektteam präventive Bildungsangebote, die junge Erwachsene befähigen sollen, antisemitische Inhalte besser zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und angemessen hierauf zu reagieren.
Die Bildungsstätte Anne Frank
Als Zentrum für politische Bildung ist die Bildungsstätte Anne Frank e.V. in Frankfurt, Hessen und bundesweit aktiv, um Jugendliche und Erwachsene für Antisemitismus, Rassismus und verschiedene Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren – und für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken.
Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Meron Mendel, E-Mail: meron.mendel@fra-uas.de
Kontakt Bildungsstätte Anne Frank, Ansprechpartnerin für die Presse, Marie-Sophie Adeoso, Telefon: (+49)69 560 00-264, E-Mail: presse@bs-anne-frank.de
https://www.frankfurt-university.de/?id=3798 (Informationen zur Forschung von Prof. Dr. Meron Mendel)
https://www.bs-anne-frank.de (Informationen zur Bildungsstätte Anne Frank)
Prof. Dr. Meron Mendel, Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt UAS und Direkto ...
Source: Bildungsstätte Anne Frank
Copyright: Bildungsstätte Anne Frank
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Media and communication sciences, Social studies
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

Prof. Dr. Meron Mendel, Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt UAS und Direkto ...
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