Südkoreanisches Fernseh-Team besichtigt Wälzlager-Labore der Fakultät Maschinenbau
Ungewöhnliche Besucher sind bei der Fakultät Maschinenbau der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zu Gast gewesen: Ein Team des südkoreanischen Fernsehsenders MBC Munhwa Broadcasting Corporation hat sich über Lehre und Forschung zum Thema Wälzlagertechnik informiert. Einen Tag lang begleiteten sie Prof. Dr. Stephan Sommer, der an der THWS das Thema Wälzlager betreut, und filmten weitere Lehrende und Studierende.
„Schweinfurt ist ja weltweit bekannt als die Kugellager-Stadt“, erklärt Prof. Dr. Sommer das Interesse der koreanischen Besucher. Auch wenn es genau genommen ‚Wälzlager-Stadt‘ heißen müsse, so Prof. Dr. Sommer. Wälzlager kommen überall dort zum Einsatz, wo sich etwas bewegt und Kraft übertragen werden soll – in Auto und Fahrrad ebenso wie in einer Windkraftanlage. Schon den Kelten wird der Einsatz von Zylinderrollenlagern an ihren Streitwagen nachgesagt.
Schweinfurt – Zentrum für Wälzlager
Aber für den industriellen Einsatz von Wälzlagern brauchte es eine Erfindung aus Schweinfurt: 1883 baute Friedrich Fischer die erste Kugelschleifmaschine – damit war der Weg frei, um im großen Maßstab zuverlässig runde Stahlkugeln herstellen zu können. Mit der Gründung der Firmen Kugelfischer, Fries & Höpflinger sowie Fichtel & Sachs wurde Schweinfurt zum Zentrum der deutschen ebenso wie der europäischen Wälzlagerindustrie.
Prof. Dr. Sommer verdeutlicht, welchen Einfluss dies auch heute noch hat: „Wälzlager sind der Region in die Wiege gelegt worden – mittlerweile beschäftigt sich schon die 5. oder 6. Generation damit: Im 100-Kilometer-Umkreis rund um Schweinfurt gibt es an die 100.000 Jobs in der Wälzlagersparte.“ Die hiesigen Unternehmen könnten zwar nicht mit den Preisen der chinesischen Konkurrenz mithalten, beim Wettbewerb um die beste Ingenieurleistung aber durchaus. Außerdem seien Wälzlager nach wie vor sehr wichtig für viele Industriezweige: So werden bei Elektroantrieben mehr Wälzlager verbaut als bei Verbrenner-Motoren, auch durch den vermehrten Einsatz von Robotern steige der Bedarf an Wälzlagern langfristig. Er selbst sei schon seit seiner Kindheit von Wälzlagern fasziniert gewesen, erzählt Prof. Dr. Sommer.
Wälzlager-Wissen weitergeben
Sein Fachwissen an Studierende ebenso wie an Firmen weiterzugeben, ist für Prof. Dr. Sommer eine wichtige Aufgabe. Er arbeitet gemeinsam mit fünf wissenschaftlichen Mitarbeitenden in den Laboren der Fakultät Maschinenbau, außerdem beschäftigt er meist ebenso viele studentische Hilfskräfte – „sie unterstützen die wissenschaftlichen Mitarbeitenden und schreiben dann auch meist bei uns ihre Bachelorarbeit“.
Dominik Stephan ist ein solches Eigengewächs: Er hatte sich nach seiner Ausbildung zum Industriemechaniker, gefolgt von der Techniker-Ausbildung, zu einem Maschinenbau-Studium an der THWS entschlossen. „Ich wollte nicht nur Lager bauen, sondern auch wissen, wie sie funktionieren.“ Inzwischen hat er seinen Bachelor- und Masterabschluss in der Tasche und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeitender bei Prof. Dr. Sommer weiter. Im Labor betreut Stephan einen Prüfstand, an dem Wälzlager zerstörungsfrei mit Wirbelstrom getestet werden, um deren Eigenspannung zu messen – ein Hinweis auf die Langlebigkeit der Wälzlager. Fällt beispielsweise in einer Windkraftanlage ein Wälzlager aus, kann das die ganze Anlage stilllegen.
Manche Industrieunternehmen kommen auch mit konkreten Fragen auf Prof. Dr. Sommer und sein Team zu, beispielsweise warum ein bestimmtes Lager vorzeitig kaputt gegangen ist. „Man muss den Studierenden nur das richtige Werkzeug geben – und sie auch einmal Fehler machen lassen“, beschreibt Prof. Dr. Sommer seine Vorgehensweise. Denn er ist überzeugt, dass der Schlüssel zur Lösung in der Kreativität von jungen Menschen liege. „Die Studierendenprojekte sind für die Ausbildung wirklich wichtig.“
Meist wird das Problem zuerst in der Simulation dargestellt, um die Ursache zu finden. „Wir erstellen einen sogenannten ,Digital Twin‘ – denn Simulation kostet wenig Geld und liegt zu 95 Prozent richtig“, erklärt Prof. Dr. Sommer. Dies sei viel günstiger, als den Fehler über Experimente zu identifizieren. Simulation ist das Spezialgebiet von Masterstudentin Anna Heinle. Sie erklärt den koreanischen Besuchern ihre Vorgehensweise. Das koreanische Film-Team ist beeindruckt – für sie ist es eine Neuheit, dass schon Studierende Lösungen für die realen Probleme von Unternehmenspartnern finden.
Über die Fakultät Maschinenbau
Die Fakultät Maschinenbau am Standort Schweinfurt der THWS bietet die Bachelorstudiengänge Maschinenbau bzw. Mechanical Engineering sowie Mechatronik bzw. Mechatronics an, außerdem Wasserstoff- und Verfahrenstechnik sowie den transnationalen Bachelorstudiengang Hydrogen Technology in Kooperation mit der German Jordanian University (GJU) in Amman, Jordanien. Zusätzlich gibt es den Masterstudiengang Produkt- und Systementwicklung. Mehr als 30 Professorinnen und Professoren lehren und forschen an der Fakultät Maschinenbau, unterstützt von rund 40 Mitarbeitenden aus Verwaltung und Technik.
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
Prof. Dr.-Ing. Stephan Sommer
stephan.sommer@thws.de
Masterstudentin und Hilfskraft Anna Heinle (2. v. li.) und Prof. Dr.-Ing. Stephan Sommer (li.) erklä ...
Source: THWS/Eva Kaupp
Copyright: THWS/Eva Kaupp
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dominik Stephan (3. v. re.) und Prof. Dr.-Ing. Stephan Sommer (li.) z ...
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Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Chemistry, Information technology, Materials sciences, Mathematics, Mechanical engineering
transregional, national
Studies and teaching, Transfer of Science or Research
German

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dominik Stephan (3. v. re.) und Prof. Dr.-Ing. Stephan Sommer (li.) z ...
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